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Tölzer Finanzausschuss empfiehlt, Fahrten zu streichen

Bäderbus nach Bad Wörishofen rollt aus

Fast 40 Euro pro Person schießt die Tourist-Info Bad Tölz hinzu, damit nach Schließung des „Alpamare“ Gäste in die Therme nach Bad Wörishofen gefahren werden können. Damit ist jetzt Schluss. 

Bad Tölz – Die laut Kurdirektorin Brita Hohenreiter „exorbitant gestiegenen Personalkosten“ sind verantwortlich dafür, dass die Tourist-Info ihren Zuschussbedarf das erste Mal seit 2015 deutlich erhöhen muss. Statt wie in den vergangenen Jahren 755 000 Euro benötigt die TI im kommenden Haushaltsjahr 810 000 Euro, um ihr Budget (Ausgaben: 3 Millionen, Einnahmen: 1,4 Millionen, Fremdenverkehrsbeitrag: 0,8 Millionen) ausgleichen zu können.

Wichtig war der Kurdirektorin in der Sitzung des Finanzausschusses am Dienstag zu betonen, dass sich die Personalkosten ausschließlich tarifrechtlich begründen. Die Steigerungsrate der vergangenen Jahre sei enorm gewesen. Man habe durch Kürzungen vor allem im Marketingbereich in den vergangenen Jahren diese Tarifsteigerungen auffangen können. 2019 gelinge dies nicht mehr.

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Der Finanzausschuss stimmte einmütig zu, dass die Stadt ein höheres TI-Defizit übernimmt. Franz Mayer (Grüne) hakte nach, warum man sich dann den Luxus eines Bäderbusses nach Bad Wörishofen leiste, bei dem die Tourist-Info pro Person fast 40 Euro dazu zahlen müsse.

Tatsächlich, so bestätigte Kurdirektorin Hohenreiter, nutzen pro Jahr rund 430 Personen, hauptsächlich Gäste und Tölzer Bürger, den wöchentlichen Bäderbus nach Bad Wörishofen, der einst eingerichtet wurde, um die vermeintlich nur kurze zeitliche Lücke zwischen Alpamare-Schließung und Spa-Eröffnung zu schließen. Das Spa kommt bekanntlich nicht. Der Bäderbus nach Wörishofen wurde erst im Frühjahr vom Kur- und Tourismusausschuss erneut um ein Jahr bis September 2019 verlängert. Jeder Tölzer Gast und Bürger zahlt pauschal 26 Euro pro Fahrt. Den Einnahmen (12 000 Euro) stehen dennoch Ausgaben in Höhe von 28 000 Euro gegenüber.

Hohenreiter gestand offen ein, dass sie sich viel mehr Unterstützung der Tölzer Gastgeber für diesen Service gewünscht hätte. Diese Unterstützung sei aber ausgeblieben. Es habe sogar massive Kritik gegeben, da einzelne Gastgeber befürchten, dass der Bäderbus eine unfreiwillige Werbung für Bad Wörishofen darstellen könnte und Gäste künftig gleich dorthin fahren würden. Hohenreiters Fazit: „Mein Herz hängt nicht an Wörishofen.“

Franz Mayer hielt den Bäderbus nach Wörishofen auch aus einem anderen Grund für fragwürdig. Man habe hier im Landkreis mit der„Kristalltherme“ in Kochel ein neu geschaffenes, hervorragendes Spa-Angebot. Auch im Sinne einer Förderung des Regionsgedankens wünschte er sich eine verstärkte Zusammenarbeit. Wenn man schon im Finanzausschuss über eine Erhöhung des Defizitausgleichs diskutieren und abstimmen müsse, dann wolle er auch bei hohen TI-Zuschüssen wie für den Bäderbus künftig ein Wörtchen mitreden, merkte Mayer abschließend an.

Es wurde im Finanzausschuss schließlich kein Beschluss gefasst, doch eine Empfehlung an den Kur- und Tourismus-Ausschuss gegeben, den Bäderbus nach Bad Wörishofen nach dem September 2019 ausrollen zu lassen. 

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