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So möchten es die Befürworter: Die Bahnbrücke zwischen „Schuss“ und Gaißacher Straße soll zumindest einspurig wieder für den Autoverkehr geöffnet werden. Derzeit ist sie gesperrt. 

Podiumsdiskussion am Mittwoch

Bahnbrücke öffnen? Tölz diskutiert das Pro und Contra

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Es gibt einen klaren Mehrheitsbeschluss der Stadt und ein deutliches Bürgervotum dagegen. Pro und Contra einer Öffnung der Bahnbrücke an der Gaißacher Straße werden nun bei einer Podiumsdiskussion am Mittwoch erörtert.

Bad Tölz Schuld an dem innerstädtischen Streit ist eigentlich der Bund. Der übertrug im Jahre 1994 Bahnbrücken im ganzen Land per Gesetz auf die Kommunen – und damit auch die Baulasten. Verständigt wurden die Kommunen von ihrem Glück erst ein Jahr später. Seitdem schlägt sich die Stadt Bad Tölz mit einer ziemlich maroden Bahnbrücke an der Gaißacher Straße herum, die aufgrund ihres Zustands sogar für den Verkehr gesperrt werden musste. Das Wohnviertel wurde mit einem Schlag verkehrsberuhigt.

Der nicht mehr aufschiebbare Ersatzbau führte im Dezember 2016 im Bauausschuss zu einem ungewöhnlichen Antrag: Vertreter aller Fraktionen sprachen sich dafür aus, die künftige Bahnbrücke so zu bauen, dass sie zumindest wieder einspurig befahrbar ist. Die Abkürzer vom „Schuss“ zur Gaißacher Straße solle die Osterleite entlasten und den Verkehr statt in die Innenstadt zur Umgehung lenken. Auch solle die Bahnbrücke als „Bypass“ für den Fall einer nicht befahrbaren Sachsenkamer Straße dienen. Der Antrag ging gegen eine einzige Stimme, ausgerechnet die von Bürgermeister Josef Janker, durch.

Die betroffenen Bürger „Am Schuss“ wollten das nicht hinnehmen und sammelten Unterschriften gegen die Öffnung ihres bisher ruhigen Wohnviertels für den Durchgangsverkehr. Mehr als 320 Anlieger unterschrieben. Schwer in Zweifel gezogen wurde dabei die Berechnung im neuesten Verkehrsentwicklungsplan, dass eine Öffnung nur 100 Fahrzeugbewegungen mehr nach sich ziehen werde. Auch die Schulwegsicherheit werde erheblich leiden.

Die Petition und das Engagement der Bürger trug insoweit Früchte, als dass alle Fraktionen das Thema intern erörterten. Nun laden die Initiatoren der Wiederöffnung zu einer Podiumsdiskussion im „Kolberbräu“ ein. Sie findet am Mittwoch, 19. Juli, um 19 Uhr statt. Die Moderation übernimmt Andreas Wild, Ortsvorsitzender der Grünen. Auf der Pro-Seite werden René Mühlberger (CSU), Camilla Plöckl (SPD), Ulrike Bomhard oder Michael Lindmair (FWG) und Franz Mayer (Grüne) sitzen.

Die Gegner wollen laut Anneliese Linseisen möglichst zahlreich erscheinen. Sprecher der Initiative gebe es aber keine. „Wir sind weder Politiker noch eine Partei oder ein Verein.“ Man wolle auch keine Streitgespräch führen. „Wir werden aber unsere Anliegen und Argumente vortragen.“

Eine befahrbare Brücke, die aber – so wie jetzt auch – im Alltag mit Poller gesperrt ist, ist das Ziel der Bürgerinitiative.

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