Bis zu 1080 Laptops, PCs, Tablets oder Handys waren am Mittwochabend bei der Übertragung des Fishbones-Weihnachtskonzerts aus dem Kurhaus zugeschaltet. Im Bild (v. li.) Peter Horn, Floran Rein und Sebastian Horn.
+
Bis zu 1080 Laptops, PCs, Tablets oder Handys waren am Mittwochabend bei der Übertragung des Fishbones-Weihnachtskonzerts aus dem Kurhaus zugeschaltet. Im Bild (v. li.) Peter Horn, Floran Rein und Sebastian Horn. (Screenshot)

Weihnachtskonzert

Bananafishbones heizen Publikum im Wohnzimmer ein: „Rauf auf den Couchtisch!“

Mit ihrem traditionellen Weihnachtskonzert weicht die Band Bananafishbones aus Bad Tölz heuer vom Kurhaus auf Youtube aus - und erntet „Likes“ statt Applaus.

Bad Tölz – Lockdown, Ausgangssperre und keine öffentlichen Kulturveranstaltungen weit und breit: Diese Vorweihnachtszeit war wirklich eine staade. Wo es ging, versuchten die Menschen dennoch, ihre Traditionen zu bewahren – ein bissl auf den Kopf gestellt und auf Distanz. So machten es auch die „Bananafishbones“: Statt den vier Weihnachtskonzerten, die sonst live im Kurhaus stattfinden, gab es heuer eine Videoversion davon. Und damit machten die Musiker ihren Fans eine Riesenfreude.

Sebastian Horn, Peter Horn und Florian Rein spielten von der einsamen Kurhausbühne direkt in die Wohnzimmer hinein – was immerhin einen Vorteil hatte: „Diesmal konnten auch unsere Freunde aus Australien, Amerika, England oder anderen Teilen Deutschlands dabei sein“, sagte sich Sebastian Horn. Der Sänger und Bassist war glücklich, überhaupt mal wieder auf einer Bühne spielen zu können, „auch wenn heuer alles anders war“.

Bananafishbones geben Konzert „für Euch, aber leider ohne Euch“

„Weihnachten ohne Fishbones-Konzert ist wie November ohne Leonhardi – dieses Konzert ist für Euch, aber leider ohne Euch“, begrüßte er sein virtuelles Publikum. Applaus und Jubel waren für die Musiker bei der Aufzeichnung zwar nicht zu hören, im Livechat – einer Kommentarfunktion während der Ausstrahlung – aber immerhin mitzulesen.

Die Stimmung daheim schien bombig zu sein. Zwischenzeitlich waren bis zu 1080 Laptops, PCs, Tablets oder Handys für das Konzert eingeloggt. „Das erste Geschenk schon vor Heiligabend“, schrieb eine Zuschauerin zum Beispiel, und ein anderer Fan: „Ich hab mich jetzt vor einen Stuhl gestellt, damit das Kurhausfeeling wieder da ist.“

Eineinhalb Stunden lang spielen die drei Musiker aus ihrem Repertoire Songs wie „Snowflakes“, „I like a lot“, „Rumblefish“ oder auch ruhigere Nummern wie „Rosalie“ und „Jimmy Corrigan“.

Hommage von den Bananafishbones an Eddie van Halen

In der Kategorie „Verstorbene Künstler des Jahres“ wurde Eddie van Halen mit einer flockigen Countryversion des Superhits „Jump“ gehuldigt. Außerdem gab es eine fishbonesmäßige Unplugged-Darbietung des „Neuen Deutsche Welle“-Hits „Model“ der Band „Kraftwerk“.

Und dann hieß es: „Aufstehen! Mitsingen! Rauf auf den Couchtisch“, wie Drummer Florian Rein den Zuschauern vor den Endgeräten zurief. Bei „Easy Day“ hält es im Kurhaus schließlich auch kaum jemanden auf dem Stuhl.

Auch bei Familie Horn daheim wurde getanzt , alle waren versammelt, und Wasti Horn konnte sich beim Betrachten der Aufzeichnung selber beim Musikmachen zuschauen. „Das war schon cool“, sagte er. „Wir können scheinbar ganz gut älter werden, ohne dass es peinlich ist.“

Er jedenfalls hat es genossen, erstmals seit Langem in den Tagen vor Weihnachten Zeit für die Familie zu haben. „Man muss das Beste an jeder Situation sehen“, meint er. Das Video wurde in der Woche vor Weihnachten aufgenommen und ist auch weiterhin auf Youtube zu sehen.

Lesen Sie auch:

Auch mit seiner Band „Heimatdamisch“ gab Florian Rein heuer schon ein Konzert ohne Live-Publikum

Vorbild in jeder Hinsicht: Sänger der Bananafishbones erhält Ehrenpreis

Kultband „Cubaboarische 2.0“ produziert neues Album im Studio von Florian Rein in Bad Tölz

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare