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Wolkig bis heiter klingen die Songs von Mountain Lake Vista mit (v.l.) Tobias Gmach aus Bad Tölz, Vinzenz Semmler und Veronika Muth aus Holzkirchen sowie Martin Schindler aus Greiling. Jetzt stellen sie ihre erste CD vor.

Folk-Songs von Fernweh und Freiheit im Waitzinger Keller

Mountain Lake Vista: Darum sollten Sie dieses Konzert nicht verpassen

Holzkirchen/Miesbach – Von hartem Metal zu gefühlvollen Folk-Balladen: Die Band Mountain Lake Vista hat schon eine Reise hinter sich. Jetzt geht's auf die große Bühne.

Der Anfang von Mountain Lake Vista war hart, im wahrsten Sinne. Vinzenz Semmler (31) aus Holzkirchen und Martin Schindler (30) aus Greiling prügelten vor einigen Jahren noch in der Band Me Myself And The Audience, der eine am Schlagzeug, der andere an der E-Gitarre. Hart, schnell, mit vielen Tempi- und Rhythmuswechseln, darüber Kreischgesang, es ging in Richtung Math-Core. 

Als die Band zerbrach, wechselten die beiden die Spur. Semmler legte die Schlagzeugsticks zugunsten der Gitarre weg, Schindler stöpselte aus, von E- auf Akustik-Gitarre. Im Keller bei Schindler daheim in Greiling spielten die beiden, irgendwann stieß Tobias Gmach dazu, den sie als Frontmann der Tölzer Countryrock-Band No Man’s Land kannten. Mit den ersten eigenen Songs bekam die Musik Kontur und Konzept. Drei Gitarren, die Melodien schlicht und eingängig, dazu dreistimmiger Gesang. Die Band tauften sie Mountain Lake Vista. Wie einen Lagerfeuer-Sommerabend am Sylvensteinsee. „Wir hatten die Nase voll vom Gedresche“, gesteht Semmler, der bei Mountain Lake Vista bei Bedarf auch mal die Bass-Drum tritt oder die Melodika bläst. „Das war das genaue Gegenteil, und es hat sich als zukunftstauglich erwiesen.“ 

Ihre Songs heißen „Into The Great Wide Open“ oder „Wanderlust“. Lieder von Fernweh, Aufbruch, Freiheit. Über Träume vom Ausbrechen aus dem Trott, vom ungezwungenen Unterwegssein, die jeder schon mal geträumt hat. So nahm die Reise von Mountain Lake Vista ihren Lauf. 

Die Band trat zunächst im Bekanntenkreis auf, mal zum Geburtstag im Wohnzimmer zwischen Fernseher und Couch, dann zum Geburtstag in der Bar, später bei Festen wie auf dem Gut Oberkammerloh in Waakirchen und im D’Obstgarten in Dürnbach, im Sommer erstmals bei einem kleinen Festival im Dachauer Land. Geplant war diese Reise nicht, es hat die Band einfach dorthin getragen. „Wir haben uns bisher kaum um Auftritte gekümmert“, sagt Gmach, „wir werden einfach gefragt, das ist sehr cool.“ 

Seit Anfang dieses Jahres reist Veronika Muth (30) mit. Die Holzkirchnerin spielt klassische Geige, unter anderem beim Bruckner Akademie Orchester. Das Jammen mit Bandkollegen war für sie Neuland. „Freestyle gibt’s in der Klassik ja nicht“, sagt Muth und lacht. Schon beim ersten gemeinsamen Experimentieren hat’s musikalisch gefunkt. Die neue Komponente gibt den Songs mehr Tiefe, mehr Variation. „Uns hilft, dass die Geige ein Melodie-Instrument ist“, sagt Gmach. Und im Folk hat sie ja ohnehin von jeher ihren Platz. 

Weil die Mischung so gut harmonierte, verschoben die drei ihre da schon schwelenden Pläne für eine CD. Ein paar Monate gaben sie dem neuen Mitglied Zeit. Ende Mai nahm das Quartett dann drei Tage lang im Tölzer Studio Noise Apocalypse auf, jeden Tag zwei Songs für die erste EP, die künftig bei den Konzerten verkauft werden soll. Vielleicht geht die Reise gerade erst richtig los. 

Das Konzert

Das Konzert von Mountain Lake Vista mit CD-Vorstellung im Miesbacher Waitzinger Keller beginnt am Donnerstag, 10. November, um 20 Uhr. Den Auftritt begleitet eine Präsentation mit Fotografien von Markus Seidling. Als Ein-Mann-Vorband tritt Kuschelpirat auf. Karten zu zwölf Euro gibt es vorab unter 08025/70000, per E-Mail an info@waitzinger-keller.de und auf www.eventim.de oder an der Abendkasse. Infos und Kontakt zur Band gibt's auf ihrer Facebook-Seite.

Katrin Hager

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