Elf bemalte Fenster sind im Eremitengarten und am Aufgang zur Kreuzigungsgruppe auf dem Kalvarienberg zu sehen. Erklärt wurde die Aktion von Inge Friedl und Pfarrer Peter Demmelmair. Foto: Krinner

Kalvarienberg

Barmherzigkeit auf Glas

Bad Tölz - Kirche trifft Kunst: Eine ganz ungewöhnliche Präsentation gab es nun auf dem Kalvarienberg.

Barmherzigkeit hat viele Gesichter. Einige davon sind jetzt auf dem Tölzer Kalvarienberg zu sehen. Nur wenige Meter entfernt vom südlichen Eingang in die Kalvarienbergkirche, die heuer ganz im Sinn von Papst Franziskus zur „Pforte der Barmherzigkeit“ ausgerufen wurde, weist ein Glasbild den Weg zu einer Ausstellung individueller Darstellungskunst im sogenannten Eremitengarten. „Gemalte Gedanken auf Glas – Thema Barmherzigkeit“ steht auf dem Eingangsbild.

Am frühen Sonntagabend wurde diese ungewöhnliche Präsentation nun von Stadtpfarrer Peter Demmelmair und den Künstlern der Öffentlichkeit vorgestellt. Ungewöhnlich sind diese Bilder allein schon deshalb, weil sie auf Fenster gemalt wurden. Auf Fenster und Türen, die zur Entsorgung an den Zaun gestellt worden waren, wie Inge Friedl, Hauptakteurin der Mal-Aktion, schilderte.

Nachdem Pfarrer Demmelmair angeregt hatte, das päpstliche Jahresmotto künstlerisch darzustellen, sei in ihr die Idee gereift, diese Fenster dafür zu verwenden. Schließlich habe sie bei Künstler-Kolleginnen aus der „TölzerART“-Gruppe angefragt, ob sie bereit wären, sich mit dem Glaubensthema auseinanderzusetzen. Christiane Walther-Friedenberg, Claudia Königsmann, Inge Bock und Stefanie Pütz sagten zu.

Um ein möglichst breites Spektrum an Sichtweisen zu erhalten, habe man schließlich auch noch die zwei Gymnasiastinnen Maria Höß und Stephanie Völkl sowie Friedls Enkelkinder, 8, 11, 12 und 13 Jahre alt, für das Projekt gewonnen. Etwa vier Monate lang habe dann jeder für sich seine eigene Vision erdacht. „Es war mir wichtig, dass da keinerlei Vorgaben gemacht wurden“, betonte Friedl.

Was dabei herausgekommen ist, können Besucher nun auf dem Kalvarienberg auf sich wirken lassen. Die Bilder selbst bedürfen keiner wortreichen Erklärung. Sie ziehen in ihrer Buntheit die Blicke auf sich und unterstreichen ihre Aussage mit aufgemalten Sinnsprüchen. „Zeit haben ist ein großes Werk der Barmherzigkeit“, steht auf einem Werk, das eine Uhr zeigt. Oder: „Ich begleite Dich ein Stück auf Deinem Weg“ neben der Figur eines Mädchens, das einem anderen Menschen die Hand reicht. Und: „Egal welche Religion, wir sind alle Gottes Kinder“ ist in Verbindung mit einer Buddha-Figur zu lesen.

„Wenn bei jedem Besucher ein Gedanke davon bleibt oder wach wird und seinem Alltag mehr Licht bringt, dann hat sich die Mühe gelohnt“, fasste Inge Friedl die Entstehungsgeschichte der insgesamt elf „Fenster-Bilder“ zusammen.

Jedem könne irgendwo ein Fenster aufgehen, nahm Pfarrer Demmelmair den Faden auf für seine kurze geistliche Betrachtung. Barmherzigkeit hänge eng zusammen mit Warmherzigkeit. Im gemeinsamen Gebet erbat die versammelte Runde Gottes Hilfe, um den Mitmenschen mit allen Sinnen und Fähigkeiten barmherzig begegnen zu können.

Rosi Bauer

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Der Ausschuss für Jugend und Familie tagt
Kerstin Barth, Geschäftsführerin des Kreisjugendrings, stellt die Arbeit des Gremiums vor.
Der Ausschuss für Jugend und Familie tagt
B472-Sperrung in Heilbrunn: Bushaltestellen betroffen 
B472-Sperrung in Heilbrunn: Bushaltestellen betroffen 
Gefahren im Internet: Heute Vortrag für Eltern im Gymnasium
Gefahren im Internet: Heute Vortrag für Eltern im Gymnasium
Kleines Kraftwerk im eigenen Garten
Drei Jahre lang tüftelte Hans Rieger an einer Lösung. Leicht war es nicht. Aber zusammen mit dem Lebensgefährten seiner Tochter hat er es schließlich geschafft, dem …
Kleines Kraftwerk im eigenen Garten

Kommentare