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Sängerin Gudrun Mittermeier arbeitet jetzt mit den Musikern um Philipp Poisel zusammen. 

Bavarian-Beats-Festival

Gudrun Mittermeier: „Auf Bairisch bin   ich authentischer“

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Gudrun Mittermeier beschreitet neue künstlerische Wege: Die Sängerin, die bislang mit ihrer Band Somersault unterwegs war, hat sich von den Musikern getrennt und singt auch nicht mehr auf Englisch – sondern auf Bairisch.

Bad Tölz – Gudrun Mittermeier beschreitet neue künstlerische Wege: Die Sängerin, die bislang mit ihrer Band Somersault unterwegs war, hat sich von den Musikern getrennt und singt auch nicht mehr auf Englisch – sondern auf Bairisch. Wer die „neue“ Seite der Sängerin kennenlernen will, sollte am Freitag, 7. April, zum „Bavaria Beats“-Festival ins Tölzer Kurhaus kommen – dort stellt Mittermeier ihr aktuelles Album „Mitternach“ vor.

Der Titel bezieht sich auf den Geburtsort ihrer verstorbenen Mutter im Bayerischen Wald. Für die Sängerin ist es ein Symbol, zurück zu den eigenen Wurzeln zu gehen. Dass sie diesen Schritt vollzogen hat, kam aber eher durch Zufall. Mittermeier, die für das neue Album mit dem Produzenten-Team Udo Rinklin und Frank Pilsl (Philipp Poisel) zusammenarbeitet, saß mit den Musikern im Studio und hatte die CD eigentlich schon so gut wie fertig – auf Englisch. Plötzlich fing man an, über Dialekte zu sprechen, und Mittermeier sang spontan einen der Songs auf Bairisch. „Danach herrschte Totenstille im Raum“, erinnert sie sich schmunzelnd. „Und ich hatte das Gefühl, die Büchse der Pandora geöffnet zu haben.“

Und so wurde aus dem englischen Album ein bairisches. Die Songs tragen Titel wie „Leicht wean“, „Fliang ohne Fedan“ oder „Koid und alloa“. „Ich habe die Texte nicht eins zu eins übersetzt, sondern die Kraft, die in ihnen steckt, in den Dialekt zu übertragen.“ Sie habe das Gefühl, dadurch authentischer zu sein.

Den sphärischen, schwebenden Klängen der Musik stehen aber durchaus düstere Texte gegenüber. „Ich würde nicht sagen, dass sie düster sind, sondern tiefer. Das Bairische ist lautmalerischer“, sagt Mittermeier. Anfangs, sagt sie, sei es ihr nicht leicht gefallen, diesen neuen Weg zu gehen. „Aber ich wollte raus aus der Komfortzone, was Neues machen“, sagt Mittermeier, die jahrelang mit dem Tölzer Schlagzeuger und Musikproduzenten Florian Rein zusammengearbeitet hat. „Wir waren eine tolle Truppe.“ Der Abschied sei ihr nicht leicht gefallen. „Aber als Künstler muss man auch mal unangenehme Wege gehen, Wege, wo man zuerst nicht weiß, wo sie hinführen.“

Auch wenn die Musik auf ihrem neuen Album manchmal melancholisch anmute, „es liegt auch immer etwas Tröstendes darin“, sagt die Künstlerin. „Es löst sich ja alles immer in Wärme auf.“

Mittermeier arbeitet derzeit schon wieder an einem neuen Album, das 2018 erscheinen soll. Die Texte werden auf jeden Fall wieder auf Bairisch sein, sagt die Sängerin, nur über den musikalischen Stil wolle sie noch nicht so viel verraten. „Aber ich habe gerade das Gefühl, dass alles fließt. Und das ist wunderbar.“

Konzert:

Gudrun Mittermeier stellt ihre Musik am Freitag, 7. April, im Rahmen des Bavarian-Beats-Festivals im Tölzer Kurhaus vor. Am Freitag stehen außer ihr noch Kofelgschroa und Otto Schellinger auf der Bühne. Beginn: 20 Uhr. Karten zum Preis von 28,60 Euro gibt es bei der Tourist-Info. www.bavarian-beats.de

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