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Die Elektrifizierung der BOB ist ein lange diskutiertes Thema.

Bayerische Oberlandbahn

Elektrifizierung auf die Schiene bringen

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Ein dringender Appell des Infrastrukturausschusses: Einen Technik-Umstieg auf der BOB-Strecke.

Bad Tölz-Wolfratshausen – „Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen fordert den Freistaat Bayern auf, die Elektrifizierung auf den Strecken der Bayerischen Oberlandbahn mit größter Dringlichkeit umzusetzen.“ Das hat der Kreis-Infrastrukturausschuss in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Dem voran ging allerdings eine kleine Diskussion. Hintergrund ist, dass von mancher Seite bezweifelt wird, ob die Elektrifizierung tatsächlich das zukunftsweisendste Konzept für die BOB ist.

„Die Wasserstofftechnik ist groß im Kommen“, sagte Gabriele Skiba (SPD). So sei der iLint – der weltweit erste Personenzug, der mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle betrieben wird – bereits in Deutschland im Einsatz. Skiba war der Beschlussvorschlag daher nicht weitreichend genug. Bei Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler) biss sie damit allerdings auf Granit. „Ich bin sehr technikoffen, und es gibt wirklich interessante Ansätze“, räumte er ein. „Aber ich warne davor, sie bei der BOB zu testen und auszuprobieren.“ Die Strecken seien hochfrequentiert. „Kapazitätsmäßig ist man am Ende“, sagte Niedermaier. Und letztlich seien die BOB-Kunden schon einmal als Versuchskaninchen missbraucht worden. Viele würden sich noch gut daran erinnern, „was bei der Einführung der Integrale abgegangen ist“.

Die Elektrifizierung sei heute Standard. Sie sei gerade im Hinblick auf stabilere Betriebsqualität, mehr Flexibilität für Verbindungen in Richtung München sowie mehr Klimaschutz im Bereich Mobilität zwingend erforderlich. Neue Technologien könne man besser auf nicht ganz so belasteten Strecken testen, so Niedermaier.

Mit Blick auf Skibas Einwand, dass Wasserstoffzüge in Deutschland bereits im Einsatz seien, antwortete der Landrat: „Stinknormale Produkte laufen bei uns im Alpenvorland oft nicht so gut.“ Er sei sicher, dass neue Technologien irgendwann kommen. „Aber wir müssen das jetzt sauber planen.“ Und irgendwann könne ja dann auch ein Wasserstoffzug mit E-Unterstützung fahren.

Michael Häsch (CSU) war da ganz bei Niedermaier, zumal der Freistaat gerade einen Zuschuss in Millionenhöhe für die Planung der Elektrifizierung in Aussicht gestellt habe. „Wir sollten das so schnell wie möglich auf die Schiene bringen.“ Niedermaier gab ihm Recht. „Es gibt viele Linien, die die Mittel haben wollen. Wenn wir jetzt zu diskutieren anfangen, dann sind wir am Ende nicht dabei.“ Auch Alois Bauer (FW) warnte, sich auseinanderdividieren zu lassen. „Der Todesstoß wäre, wenn sich eine Bürgerinitiative gegen die Elektrifizierung bilden würde.“

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