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Wenn die Spendensammler, unter anderem für das BRK, unterwegs sind, wird vielen von ihnen ein aggressives, hartnäckiges und freches Verhalten vorgeworfen.

BRK: „Stark geschauspielert“ 

Frech und aggressiv: Leser erheben neue Vorwürfe gegen BRK-Spendensammler

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Nach den schweren Vorwürfen von RTL „Punkt 12“ gegen die Spendensammler des BRK, stehen diese stark in der Kritik. Ihr Auftreten wird als aggressiv, hartnäckig und frech beschrieben.

München/Bad Tölz - RTL-Reporterin Corinna Stiecksel deckte bei „Punkt-12“ schockierende Methoden von Fundraising-Unternehmen auf, die unter anderem Spenden für das Bayerische Rote Kreuz (BRK) sammeln. Im Undercover-Einsatz schleuste sie sich bei einer Firma ein und ging mit weiteren Mitarbeitern von Tür zu Tür, um Spenden zu generieren. Mögliche Spender wurden dabei unter Druck gesetzt, es wurde ihnen sogar angedroht, in einem möglichen Notfall keine Hilfe zu erhalten, wenn sie nicht nicht eine Art Abo abschließen und nicht Spenden. 

BRK weist Vorwürfe zurück: “Stark geschauspielert“

Das BRK kritisierte daraufhin die Berichterstattung von RTL. „Wir bestreiten ganz massiv, dass das, was in den nachgestellten und nachgesprochenen Szenen bei RTL gezeigt worden ist, wirklich so passiert ist“, sagte der BRK-Pressesprecher Jens Forstmann. 

Und auch BRK-Geschäftsführer Leonhard Stärk gab auf Nachfrage des Münchner Merkur an, dass die gezeigten Bilder auf ihn „stark geschauspielert“ wirken. Allerdings musste Stärk doch zugeben, dass in der Vergangenheit immer wieder Beschwerden über solche Vorfälle eingegangen seien. „Es gibt bei der Firma Mitarbeiter, die sich nicht an die Regeln halten. Aber der Bericht suggeriert, dass es alle sind“, so der Geschäftsführer. 

Nun sollen die Spendensammler genauer als bisher kontrolliert werden. Sie müssten den Grundsatz der Freiwilligkeit akzeptieren, so Stärk weiter. „Nein heißt Nein.“ Das habe er per Videobotschaft bei der letzten Qualitätsschulung den Mitarbeitern der Firma klar gemacht.   

Leser bestätigen fragwürdige Methoden

Dass es aber tatsächlich wohl immer wieder zu solchen Vorfällen kommt, in denen mögliche Spender an ihrer Haustür unter Druck gesetzt werden, bekräftigen einige merkur.de-Leser. In den Kommentaren unter dem Bericht, in dem die Vorwürfe von RTL gegenüber den Spendensammlern vom BRK und deren schockierende Methoden dargestellt wurden, heißt es etwa: „Alles schon selbst erlebt, junge Leute im Sanitäteroutfit, am besten noch mit einheimischem Dialekt, redegewandt und durchaus frech, wenn sie merken, nicht ans Ziel zu kommen. Das erste Mal wurde ich selbst unvorbereitet getroffen.“ 

Und auch eine andere Nutzerin bestätigt dieses Vorgehen. Auch ihr sei gedroht worden, dass ihr nicht geholfen werde, wenn sie sich nicht verpflichte. Weitere User schreiben von aggressivem Auftreten sowie hartnäckigen und frechen Spendensammlern. Sogar vom „rechtlich gesehenen Betrug“ ist hier die Rede. 

Von Tür zu Tür wandern die Spendensammler, um unter anderem für das BRK Gelder zu generieren. RTL wirft ihnen dabei ein schlimmes Vorgehen vor.

Frau aus dem Raum Tölz: „Der hat das ziemlich massiv dargestellt“

Und auch eine Frau aus dem Kreis Bad Tölz meldete sich aufgrund des Berichts bei unserer Redaktion. In diesem Fall ging es um die Mitgliedschaft für eine Hubschrauberrettung. Würde sie nicht beitreten, werde sie im Notfall auch nicht von einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen, hieß es seitens des Mannes, der an ihrer Haustür klingelte. „Der hat das natürlich ziemlich massiv dargestellt“, schreibt sie. 

tas    

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