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Wie eine Szene aus „Tausendundeine Nacht“: Die Tölzerin Sabrina Strasser mit ihrem Mann Rasika Appuwahandi. 

Wie in „Tausendundeine Nacht“

Tölzerin heiratet Buddhisten auf Sri Lanka - das Hochzeitsgeschenk ist außergewöhnlich

Eine Tölzerin hat „ja“ gesagt - und wie. Im Rahmen einer dreitägigen Feier heiratete Sabrina Strasser auf Sri Lanka ihren Rasika Appuwahandi auf traditionell-buddhistische Art und Weise.

Bad Tölz – Der Bräutigam reitet auf einem Elefanten zur Trauung. Die Baut wird von vier Männern auf einer vergoldeten Sänfte zum Pavillon am Strand getragen. Was klingt, wie eine Szene aus „Tausendundeine Nacht“, fand vor Kurzem in Sri Lanka statt. Mittendrin: die Tölzerin Sabrina Strasser.

Wie eine Szene aus „Tausendundeine Nacht“: Die Tölzerin Sabrina Strasser mit ihrem Mann Rasika Appuwahandi. 

Vor sechs Jahren lernte sie ihren jetzigen Ehemann Rasika Appuwahandi in Sri Lanka kennen. Die Tölzerin arbeitete dort freiwillig in einem Waisenhaus. Die beiden verliebten sich. Für seine große Liebe entschloss sich Appuwahandi, nach Bayern zu kommen und seine Ausbildung zum Koch in Bad Tölz zu absolvieren. Es dauerte nicht lange, bis Rasika auf ein Knie ging und seiner Angebeteten einen Antrag machte. Nach der Hochzeit im Tölzer Standesamt (wir berichteten) sollte es auf Wunsch von Appuwahandis Familie aber auch eine traditionelle buddhistische Hochzeit geben. Zusammen mit 30 Familienmitgliedern und Freunden reiste das Paar deshalb für einige Wochen nach Hikkaduwa, den Heimatort des Bräutigams im Süden der Insel. Dort wurde die dreitägige Hochzeit abgehalten.

+++ Auch spannend zum Thema: Hochzeits-Hype 2019 in Hausham - Trauzimmer wegen Lage auf Huberspitz sehr beliebt (Merkur.de*). Die Trauungen haben sich aufgrund des neuen Trauzimmers auf einem hoch gelegenen Ort verdreifacht.

Nicht ganz so exotisch, aber doch unvergesslich, sind die Trauungen im Hebertshausener Standesamt. Unvergesslich ist auch eine Hochzeit, bei der sich das Brautpaar noch am selben Tag mit Scheidung drohte. 

Sri Lanka: Hochzeit mit Buddhisten - Spirituelle Reinigung im Tempel

Eine Woche, bevor Appuwahandi die heiligen Gewänder tragen drufte, musste er vegan leben und sich im Tempel aufhalten, um sich spirituell zu reinigen. Für Buddhisten ist die Verbindung zwischen Frau und Mann sehr kostbar, aber kein Sakrament wie im Christentum. Eine Hochzeitsfeier ist also viel mehr eine soziale denn eine religiöse Feier. Deshalb trafen sich vom 16. bis 18. August zirka 500 Verwandte, Freunde und Bekannte in Appuwahandis Heimatdorf, um die junge Liebe zu zelebrieren.

Als Hochzeitsgeschenk bekam der Bräutigam einen Elefanten. „Elefanten gehören bei uns in Sri Lanka zur Familie, wir füttern sie mit den besten Früchte und duschen sogar zusammen mit ihnen im Fluss“, erklärt Appuwahandi.

Sabrina Strasser, jetzt Sabrina Appuwahandi, spricht selbst Singhalesisch und war offen für eine traditionelle Hochzeit. Es spielt auch keine Rolle, welcher Glaubensgemeinschaft das Brautpaar angehört, denn bei Buddhisten dürfen Mitglieder jeglicher Konfessionen heiraten.

Bei der  hatte sie bereits einen roten Sari getragen. Bei der dreitägigen Hochzeit wurde jeden Tag das Gewand gewechselt. Bei der Trauung selbst hatte sie einen weißen Sari und schwere Goldketten an, ihr Ehemann einen sogenannten „Mul Anduma“, eine Art verzierte Weste mit Puffärmeln. Einen Tag lang trug Appuwahandi außerdem eine spezielle Krone aus Metall. Sie symbolisiert in seinem Dorf, dass man anderen Menschen hilft und als Ratgeber zur Verfügung steht.

Ob den beiden ein solch langes Eheglück vergönnt ist wie dem Ehepaar aus Fürstenfeldbruck, das seine Diamantene Hochzeit feiern konnte?

Bad Tölz: Buddhistisches Paar heiratet - Auswanderung nicht ausgeschlossen

Appuwahandi versucht, viel in seinem Heimatland zu verbessern. Er überlegt sich beispielsweise immer wieder neue Hilfsaktionen. „Als Kind war ich sehr arm, deshalb will ich jetzt, wo es mir besser geht, etwas zurückgeben“, sagt Appuwahandi. Irgendwann möchte das Ehepaar dann ganz nach Sri Lanka ziehen. (Theresa Pfund)

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