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Reife Vogelbeeren – Kräuterpädagogin Claudia Bernhardt verrät ein Rezept für kandidierte Früchte.

Ende der Erntezeit

Beeren: Rund und gesund

Bad Tölz-Wolfratshausen - Weil wild wachsende Beeren viel intensiver als angepflanzte schmecken, lohnt sich die Mühe, auf die Suche zu gehen. Zwei Kräuterpädagoginnen geben Tipps.

Sie sind klein und rund, können süßlich, aber auch sauer schmecken und enthalten viele wichtige Vitamine: Beeren. „Zurzeit gibt es einige Wildfrüchte, die reif sind“, sagt Kräuterpädagogin Claudia Bernhardt. „Zum Beispiel Brombeere, Hagebutte und die beiden älteren Wildfruchtsorten Schlehe und Kornelkirsche.“ Zu finden sind die Früchte an Waldrändern, Lichtungen sowie am Feld- und Wegesrand. „Sie sind klassische Heckenpflanzen“, erklärt Kräuterpädagogin Dana Weidner. „Wichtig beim Sammeln ist, dass man die Beeren zweifelsfrei unterscheiden können muss“, warnt Weidner. Sonst könne man versehentlich auch an giftige Früchte geraten wie beispielsweise die Tollkirsche.

Wie lange wilde Beeren Saison haben, lässt sich nicht genau sagen. „Es kommt darauf an, wer schneller ist: Die Vögel oder die Menschen“, erklärt Bernhardt. Die kleinen Früchte würden eine wichtige Nahrungsgrundlage für Vögel und andere Tiere bilden.

Kalte Temperaturen bedeuten übrigens nicht da Ende der Erntezeit. Im Gegenteil: Die Schlehe beispielsweise braucht den ersten Frost, um süß zu schmecken. Davor habe sie zu viele Gerbstoffe. „Wenn man sie zu früh pflückt, dann schmeckt es, wie wenn man in eine unreife Banane beißt. Die Zunge wird außerdem leicht pelzig“, erklärt Dana Weidner.

Einmal geerntet, haben es saftige Beeren gerne kühl, dunkel und geräumig. Ansonsten verderben sie schnell. Doch selbst gut verstaut und abgedeckt im Kühlschrank hält sich die wilde Frucht nur wenige Tage. Deshalb empfiehlt es sich, die eigene Ernte rasch weiterzuverarbeiten, um sie dadurch haltbar zu machen.

Neben der Verarbeitung zu Gelee, Marmelade, Kompott und Schnaps kann man die Wildbeeren auch mit einem Essig ansetzen oder kandieren. Claudia Bernhardt verrät ihr Rezept für kandierte Vogelbeeren: Einen Ein-Liter-Messbecher voll mit Beeren zusammen mit einem Liter Wasser und einem Kilogramm Zucker in einen großen Topf geben. Die Mischung aufkochen lassen und etwa eine halbe Stunde ziehen lassen. Den Saft einer Zitrone hinzugeben. Die Vogelbeeren abseihen und in Zucker wälzen. Im Anschluss zirka zwei Stunden im Backofen bei 50 Grad trocknen lassen und zuletzt in Puderzucker wälzen. Der Saft, der beim Abseihen übrig bleibt, kann als Sirup verwendet werden.

Dana Weidner hingegen bereitet gerne einen Wildfrucht-Balsamico zu: Dafür wird ein Drittel eines Gefäßes mit getrockneten Wildfrüchten gefüllt und anschließend weißer Balsamico dazu gegeben. Für sechs bis acht Wochen ziehen lassen. Zwischendurch immer wieder schütteln. Danach durch einen Teefilter abseihen. Bei Bedarf kann noch mit Zucker oder Honig gesüßt werden.

Tatjana Kintscher

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