+
Nichts geht mehr: Das gilt auf der Flinthöhe immer wieder, seit eine neue Ampel installiert wurde.

Flinthöhe

Bei dieser Ampel sehen die Autofahrer Rot

  • schließen

Eine Ampelanlage, die 120 000 Euro kostet, nur ein halbes Jahr stehen bleibt und laufend für Verkehrsprobleme sorgt: Ist diese Maßnahme auf der Flinthöhe ein klassicher Schildbürgerstreich? Das Staatliche Bauamt erklärt, wie es zur jetzigen Lage kam und wie sie sich bessern soll.

Bad Tölz – Das Ampel-Chaos auf der Tölzer Flinthöhe ist für viele Autofahrer seit gut einer Woche ein großes Aufreger-Thema.In einer Besprechung zwischen Staatlichem Bauamt, Landratsamt, Polizei und beauftragtem Ingenieurbüro wurde am Mittwoch das weitere Vorgehen besprochen. Wie Julia Schneider vom Staatlichen Bauamt erklärt, ist die zuletzt gesperrte Ausfahrt vom ehemaligen Kasernen-Haupttor auf die B 472 jetzt wieder geöffnet. Weiterhin verboten bleibt es, von der B 13 kommend geradeaus in Richtung Kasernentor zu fahren. Auch die Linksabbiegespur von der B 472 aus Richtung Greiling zum Kasernenkarree bleibt bis auf Weiteres gesperrt.

„Auf diese Weise gewinnt diese Kreuzung Leistungsfähigkeit“, sagt Schneider. Vor allem gehe es darum, dass Autofahrer, die aus dem Kasernenkarree kommen, beim Linksabbiegen nicht auf den entgegenkommenden Geradeaus-Verkehr achten müssen. „So bekommen wir bei einer Grünphase mehr Autos über die Ampel.“

Ein weiterer Schritt, der am Mittwoch besprochen wurde: Für die gesamte provisorische Ampelanlage soll Anfang kommender Woche eine neue Programmierung aufgespielt werden. Schneider räumt ein, dass die bisherige Steuerung zu teils „großen Problemen“ geführt habe. „Wir hatten zunächst versucht, die drei Ampeln in der Hauptrichtung, also auf der B 472, so abzustimmen, dass es eine Grüne Welle gibt.“ Erhebliche Schwierigkeiten gab es dadurch aber für die Autofahrer, die von den Nebenarmen auf die B 472 einbiegen wollten. Vor allem der von der Albert-Schäffenacker-Straße kommende Verkehr staute sich teils weit zurück. Die Öffnung der Ausfahrt am Kasernentor soll hier für eine Entzerrung sorgen.

Dass sich die richtige Steuerung von Grün- und Rotphasen jetzt erst einpendeln muss, liegt laut Julia Schneider daran, dass die Entscheidung zur Installation des Ampelprovisoriums relativ kurzfristig fiel. „Normalerweise haben wir da sechs bis acht Wochen Vorlaufzeit.“ Die Situation sei komplex. Immerhin umfasse die Anlage 35 verschiedene Signale.

Und warum war es überhaupt nötig, jetzt so spontan die alte Ampelanlage durch das Provisorium zu ersetzen – wo doch um Frühjahr 2018 ohnehin eine ganz neue Ampelanlage aufgestellt wird? Die alte Ampel sei 33 Jahre alt, erklärt Schneider. Vor einem Vierteljahr habe die Firma Siemens mitgeteilt, dass keine Ersatzteile mehr lieferbar seien. Und zuletzt habe es praktisch wöchentlich Technik-Ausfälle an den Ampeln gegeben. Man habe Sorge gehabt, dass dieser kritische Bereich irgendwann ganz ohne funktionierende Ampel dastehe. Dass diese Angst berechtigt war, zeigte sich, als an Leonhardi die Ampel an der Kasernenkreuzung kaputt ging. „Sie ließ sich nicht mal mehr anschalten.“

Das Staatliche Bauamt habe eine funktionssichere Anlage aufstellen wollen – und zwar noch bevor im Winter der große Skifahrer-Verkehr anrollt und Temperaturschwankungen zwischen Eiseskälte und Tauwetter der Technik zusätzlich zu schaffen machen. Die jetzigen Ampeln habe das Bauamt auf die Dauer von sechs Monaten gemietet – zum Preis von 120 000 Euro. Sie bleiben stehen, bis voraussichtlich im März oder April 2018 die neue Ampelanlage aufgestellt wird. Das wird dann laut Julia Schneider mit Asphaltierungsarbeiten – und somit Sperrungen – verbunden sein. Denn die Schleifen im Boden, die zur verkehrsabhängigen Steuerung nötig sind, müssten in frischen Asphalt gelegt werden.

Eines ist für Schneider bei all dem klar: „Staufrei wird man diesen Bereich nie bekommen.“ Denn: „Hier fahren zu viele Autos auf zu wenig Platz.“ 30 000 Fahrzeuge am Tag – das sei mehr, als oft auf der A 95 zu verzeichnen ist. Erst die Nordspange werde die Probleme nachhaltig lösen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Tölzer Stausee: Das passiert mit dem Dreck
Immer mehr Plastik gelangt in die Gewässer. Das ist natürlich schlecht für die Umwelt. Entsprechend besorgt beobachtet ein Tölzer eine Entwicklung am Stausee.
Tölzer Stausee: Das passiert mit dem Dreck
Dienstagabend: Laternen-Wanderung zur Reiseralm
Dienstagabend: Laternen-Wanderung zur Reiseralm

Kommentare