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An der Isar wird aktuell per Bagger Kies aufgehäuft und so zum Abtransport bereit gemacht. Dabei machte ein Arbeiter einen ungewöhnlichen Fund.

Sprengkommando rückt an

Beim Baggern in der Isar in Bad Tölz: Zwei Granaten entdeckt

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Es dürften Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg gewesen sein, die in Bad Tölz an unvermuteter Stelle wieder zum Vorschein kamen: auf einer Kiesbank an der Isar.

Bad Tölz – Es dürften Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg gewesen sein, die am Montag in Bad Tölz an unvermuteter Stelle wieder zum Vorschein kamen: Wie die Polizei mitteilt, wurden bei den aktuellen Baggerarbeiten an der Isar zwei kleine Granaten entdeckt. Ein Sprengkommando wurde hinzugezogen. Laut Inspektionsleiter Johannes Kufner bestand keine Gefahr, dass es zu einer Explosion kam.

So ungewöhnlich der Fund war, so unspektakulär waren letztlich die Abläufe. Obwohl sich alles in der Stadtmitte abspielte, bekam die Öffentlichkeit nichts davon mit. 

Baggerfahrer entdeckt zwei Granaten auf Kiesbank in Bad Tölz

Bei der Polizei sei gegen 13 Uhr die Mitteilung eingegangen, dass beim Baggern an der Isar auf Höhe des Sportstudios Hirsch die Sprengkörper auf einer Kiesbank entdeckt worden waren, berichtet Kufner. Es handelte sich um zwei etwa 7,5 Zentimeter lange Objekte, möglicherweise Panzerabwehrgranaten, vom äußeren Erscheinungsbild her vergleichbar mit Pistolenmunition, „nur viel größer“, so Kufner. Der Baggerfahrer legte zunächst die Baggerschaufel auf die Granaten – in erster Linie als Sichtschutz.

Das herbeigerufene spezialisierte Sprengkommando nahm die Objekte dann genauer unter die Lupe und überprüfte in erster Linie, ob die Gefahr einer Selbstauslösung bestand. Das war laut Kufner nicht der Fall. Die Granaten mussten also nicht gesprengt werden, sondern konnten einfach abtransportiert werden. Daher war es auch nicht nötig, den Bereich abzusperren oder die Feuerwehr hinzuziehen.

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Ob die Granaten schon länger an dieser Stelle im Boden schlummerten oder irgendwann einmal herangespült wurden, lässt sich nicht nachvollziehen. Die Vermutung liegt nahe, dass sie tief im Kies lagen und bei den laufenden Arbeiten freigelegt wurden. Wie berichtet wird seit einigen Wochen im Auftrag der Stadtwerke Kies aus dem Flussbett zunächst aufgehäuft und dann per Lkw in die Pupplinger Au abtransportiert. Dies geschieht aus Gründen des Hochwasserschutzes.  

Vor einigen Jahren musste das Sprengstoffkommando schon einmal in Bad Tölz anrücken. Damals bestand der Verdacht, dass an der Berufsschule eine Phosphorbombe im Boden schlummerte

ast

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