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Sport mit langer Wirtshaustradition: „Binderbräu“-Wirt Andreas Binder (re.) und Zimmerer Klaus Bernwieser am Tölzer Taubenschützenstand.

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Beim Taubenschießen ist jeder willkommen

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Es ist eine Wirtshaussportart mit langer Tradition: das Taubenschießen. Im Tölzer „Binderbräu“ gibt es regelmäßig Gelegenheit, sich darin zu versuchen.

Bad Tölz– Der Wirtshaussport Taubenschießen erlebt in Bad Tölz seit Herbst eine Wiederbelebung. Da hat der Rauchclub Gemütlichkeit beim „Binderbräu“ einen Taubenschützenstand aufgebaut (wir berichteten). Die Schützen lassen eine hölzerne, stahlbeschlagene „Taube“, die an einer Kette hängt, über eine Distanz von 9,50 Meter auf eine Zielscheibe zuschwingen – wo sie dann mit ihrem eisernen spitzen „Schnabel“ möglichst mittig einschlagen soll. Interessierte haben regelmäßig Gelegenheit, beim Taubenschießen mitzumachen, wie Andreas Binder, Pfeifenwart des Rauchclubs und Wirt des „Binderbräu“, im Kurier-Interview erklärt.

-Herr Binder, wer kann beim Taubenschießen mitmachen?

Der Rauchclub trifft sich zwischen Kirchweih und Ostern an zehn Sonntagen von 10 Uhr bis mittags zum Taubenschießen. Da dürfen auch Gäste mitmachen. Bis jetzt haben sogar meistens Gäste gewonnen. Wir hatten oft um die 20 Teilnehmer und haben dadurch sogar schon ein Mitglied für den Rauchclub dazugewonnen. Wir können auch einen eigenen Schießtermin für eine Gästegruppe organisieren. Wir haben Anfragen von anderen Vereinen und von Firmen. Die Resonanz ist sehr positiv.

-Muss man für diesen Sport besondere Kenntnisse mitbringen?

Nein. Beim Schießen muss man auf einem Podest stehen können und sollte dort keinen Schwindelanfall bekommen.

-Welche Bedeutung hat die Wiederbelebung dieses Sports für Sie?

Zum einen ist das eine gute Belebung für den Rauchclub, der ja seit der Einführung des Rauchverbots ein bisschen seinen Sinn verloren hatte. Zum anderen ist es auch schön, an solche alten Wirtshausspiele zu erinnern. In unserem Museum haben wir da noch ein paar mehr, zum Beispiel das Tricolorum, eine Säule mit einem geschnitzten Kopf oben drauf. Von oben lässt man eine Kugel eine Bahn hinunterrollen und muss unten Kuhlen mit Zahlen treffen. Oder die Stoßbudel, eine Art Tischkegelspiel.

-Haben Sie sich eigentlich schon mit Taubenschützen in anderen Orten vernetzt?

Mir sind nur zwei Vereine bekannt, die diesen Sport noch ausführen. Beim „Schneiderwirt“ in Nußdorf am Inn haben wir das Taubenschießen schon einmal ausprobiert. Und beim „Schneiderwirt“ in Altaussee in der Steiermark wird sogar jedes Jahr eine Weltmeisterschaft ausgetragen. Da waren wir noch nicht dabei, wir betreiben den Sport ja erst seit Kurzem. Aber wir werden uns da mal schlau machen.

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