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Abgeordneter schlägt Alarm

Bergwacht-Helfer vor dem Abflug

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Bad Tölz - Die Bundeswehr zieht ihren Hubschrauber vom Standort Penzing bei Landsberg ab. Das betrifft auch die Bergretter vor Ort: Der Heli unterstützt sie bei Einsätzen.

„Die Luftrettung in den Bergen ist in Gefahr“, schreibt der SPD-Landtagsabgeordnete Florian von Brunn in einer Pressemitteilung. Der Rückzug des Helikopters vom Standort Penzing bei Landsberg „reißt eine Lücke in die Bergrettung. Die Anflugzeit würde sich deutlich verlängern“. Über 70 Mal war der Bundeswehr-Hubschrauber im vergangenen Jahr zwischen Garmisch-Partenkirchen und Deggendorf im Einsatz, um die örtlichen Bergwachten zu unterstützen.

Auf Anfrage erklärt Kieron Kleinert, Major bei der Division Schnelle Kräfte der Bundeswehr, die Hintergründe: Der Luftwaffenstandort Landsberg stellt Ende 2016 seinen Dienst ein, bis 2018 soll er komplett aufgelöst werden. Das sogenannte Search and Rescue (SAR)-Kommando – also Suche und Rettung – werde nach Niederstetten ins nördliche Baden-Württemberg verlegt. Aber, so Kleinert, „die Kooperation zwischen dem Transporthubschrauberregiment 30 und der Bergwacht bleibt grundsätzlich bestehen“.

Wie sehen die Auswirkungen vor Ort aus? „Es wird zu Verschiebungen im Gefüge kommen“, sagt Thomas Griesbeck, Sprecher der Bergwacht Bayern und stellvertretender Geschäftsführer des Tölzer Bergwachtszentrums. Im Chiemgau und Allgäu habe es diese bereits gegeben. Das bedeutet, dass andere Hubschrauber angefordert werden.

Denn es gibt Alternativen. Schon im vergangenen Jahr wurde der Bundeswehr-Hubschrauber „SAR PEN“ im Landkreis nur dreimal angefordert. Für die restlichen 74 Einsätze wurden andere Helikopter geholt: Am häufigsten, 69 Mal, angefordert wurden die beiden ADAC Hubschrauber, die in Murnau und in München stationiert sind. Einmal kam der Helikopter der Bundes- und Landespolizei zum Einsatz, der nördlich von München startet. „Der ist in etwa 20 Minuten bei uns“, so Griesbeck. „Auch mit unseren Partnern aus Österreich können wir die Lücke füllen“, sagt Griesbeck. Zweimal startete 2015 ein Hubschrauber aus Reutte, zweimal einer aus Kufstein, um die Bergretter zu unterstützen. Die Bergwacht habe schon öfter Veränderungen miterlebt und sich darauf eingestellt, sagt Griesbeck.

Von Fall zu Fall werde entschieden, welcher Hubschrauber zum Einsatz kommt. „Die Planung der Hubschrauber-Einsätze erfolgt in den Leitstellen. Der, der verfügbar ist, wird zum Einsatz geführt.“ Aber es hänge auch davon ab, welcher am besten zum jeweiligen Fall passe. „Der Bundeswehr-Hubschrauber hat zum Beispiel keinen Notarzt an Bord, dafür aber eine Winde“, sagt Griesbeck. Mit dieser können Personen aus schwierigem Gelände gerettet werden. Die ADAC-Hubschrauber hätten sowohl Winde als auch Notarzt. Der Helikopter der Polizei hingegen ist mit einer Wärmebildkamera ausgestattet und ist somit etwa bei nächtlichen Personensuchen hilfreich.

Es ist weiterhin denkbar, dass der Bundeswehr-Hubschrauber angefordert wird, so Griesbeck. Zwar dauert die Anflugzeit von Niederstetten etwa 40 Minuten länger, als bislang von Penzing. Aber bei Sucheinsätzen, die Tage dauern, spiele diese Zeit keine so große Rolle.

Traditionell habe die Bergwacht erfolgreich mit der Bundeswehr zusammengearbeitet. „Wir vermissen unseren jahrzehntelangen, treuen Partner“, sagt Griesbeck. Es werde weiterhin Kontakt geben über einen Fachbeirat. In diesem Gremium sitzen alle beisammen, die in Bayern Hubschrauber betreiben. Griesbeck: „Das bleibt eine wichtige Einrichtung.“

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