Beinahe hundertfach – und das zur Sicherheit mit Abstandspflöcken: Ehrengäste und alle in Dienstkleidung erschienenen Bergwacht-Mitglieder rücken mit ihren mitgebrachten Spaten dem Baugrund noch einmal gemeinsam auf die Grasnarbe.
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Beinahe hundertfach – und das zur Sicherheit mit Abstandspflöcken: Ehrengäste und alle in Dienstkleidung erschienenen Bergwacht-Mitglieder rücken mit ihren mitgebrachten Spaten dem Baugrund noch einmal gemeinsam auf die Grasnarbe.

Bergwacht

Spatenstich für Tölzer Rettungswache

Großer Moment für die Tölzer Bergwacht-Bereitschaft: Am Samstag erfolgte der symbolische Spatenstich für die neue Rettungswache.

  • Am Samstag erfolgte der symbolische Spatenstich für die neue Rettungswache der Tölzer Bergwacht
  • Bereitschaftsleiter Horst Stahl dankte dabei allen Unterstützern
  • Aber noch fehlen der Bergwacht 200 000 Euro.

Bad Tölz/Gaißach – Wer seit 100 Jahren ganz auf ehrenamtlicher Basis Menschen aus Bergnot rettet, der darf sich größter gesellschaftlicher Wertschätzung sicher sein, und der wird auch von einer Welle der Sympathie getragen. Das kam am Samstag beim symbolischen Spatenstich für die neue Rettungswache der Tölzer Bereitschaft zum Ausdruck, zu dem nicht nur alle Freiwilligen der Bergwacht erschienen sind, sondern zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens. Auch der Tölzer Bürgermeister Ingo Mehner nahm sich die Zeit, wofür er eigens seine Teilnahme an der Klausurtagung des Stadtrates unterbrach.

Freude und Stolz bestimmten den Moment des symbolischen Startschusses für das langersehnte Bauvorhaben, das nun auf dem Gelände südlich des modernen Rettungszentrums der Bergwacht Bayern entstehen wird.

Bereitschaftsleiter Horst Stahl machte bei seiner Begrüßung der zahlreichen Ehrengäste kein Hehl aus seiner freudigen Gefühlslage, dass es nach langjährigen Bemühungen und vielen Spendenaktionen nun endlich losgehen kann: „Es gibt die Bergwacht Tölz jetzt hundert Jahre – und genau zum Hundertjährigen fangen wir mit dem Bauen an.”

Zuspruch, Anerkennung und Unterstützung von allen Seiten

Stahl erinnerte daran, mit wie viel Aufgeschlossenheit und Wohlwollen man im Gaißacher und Tölzer Rathaus das Anliegen der Bergwacht unterstützt habe. Er richtete seinen Dank an die Bürgermeister Stefan Fadinger und dessen Tölzer Amtskollegen Ingo Mehner, Amtsvorgänger Josef Janker und Stadtkämmerer Hermann Forster: „Unser selbst gesammeltes Geld und die vielen Spenden hätten nicht ausgereicht ohne die Unterstützung von öffentlicher Seite.” Das galt auch für die anderen Gemeinden im Einsatzgebiet: „Alle standen voll hinter uns. Wir sind nirgends als Bittsteller behandelt worden, sondern haben überall Zuspruch, Anerkennung und Unterstützung bekommen.”

Ein Glücksfall war laut Horst Stahl die Idee von Bergwacht-Kassier und Alpenvereinsvorstand Paul Schenk, beim Leader-Projekt der Europäischen Union nachzufragen. Die Termine mit dem Verantwortlichen der Leader-Aktionsgruppe Dr. Andreas Wüstefeld und den beteiligten Bürgermeistern aus Wackersberg und Bad Heilbrunn, Alois Bauer und Thomas Gründl, waren trotz des enormen bürokratischen Aufwands letztlich überaus erfolgreich: „Die Förderzusage über 300 000 Euro hat uns den Baubeginn ermöglicht. Ohne Ihre großartige Unterstützung hätten wir das Verfahren nicht durchziehen können”, bedankte sich Stahl bei Wüstefeld.

Noch fehlen 200 000 Euro: Bergwacht erbittet Spenden

Seinen Dank richtete Horst Stahl auch an den Vorsitzenden der Stiftung Bergwacht, Roland Ampenberger, für dessen Unterstützung bei den vielen notwendigen Abstimmungen (direkt angrenzend wird auch die Bergwacht Bayern einen Gebäudekomplex errichten). Er dankte auch dem Stellvertretenden Bergwacht-Landesvorsitzenden Thomas Lobensteiner für eine rasche Kreditzusage seitens der Bergwachten Bayern und Region Hochland, als das Projekt im letzten Moment noch einmal auf der Kippe stand, weil die Angebote für drei wichtige Baugewerke deutlich über der Kostenschätzung lagen. Dank sagte er auch dem Architekten und Bauleiter Stefan Wurmb, den während der sehr schwierigen Planungsphase und vielen Gespräche mit dem Bauausschuss der Tölzer Bergwacht nichts aus der Ruhe gebracht habe: „Wir können uns niemanden besseren vorstellen.” Trotzdem ist noch nicht alles gut: Der Bergwacht Tölz fehlen für den Bau jetzt immer noch 200 000 Euro. Angesichts dessen bittet die Organisation die Bevölkerung um weitere Spenden für das Millionen-Vorhaben. (Rainer Bannier)

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