Wintersportler tummeln sich am Brauneck.
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Viel los war zuletzt am Brauneck. Doch nur wenige Ausflügler brauchten die Hilfe der Bergwacht.

Corona-Zwischenbilanz

Bergwachten im Landkreis erleben im Lockdown-Winter eher ruhige Tage

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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Obwohl es viele Besucher in die Berge zieht, haben die Bergwachten in der Region erfreulich wenige Rettungen zu verzeichnen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Der Skibetrieb fällt weg, dafür suchen besonders viele anderweitige Ausflügler beim Wandern, Tourengehen oder Schlittenfahren in der Natur eine Auszeit vom Lockdown. Was bedeutet diese Corona-Ausnahme-Konstellation für die heimischen Bergwachten? Eine Umfrage zeigt: Unterm Strich bliebt das Einsatzaufkommen eher geringer als sonst.

„Am Wochenende war es verhältnismäßig ruhig“, sagt der Lenggrieser Bereitschaftsleiter Christoph Brenninger. Mit den Skifahrern fällt für die Retter ein Großteil der üblichen Wintereinsätze weg. Und die anderen, die ans Brauneck kommen, „verhalten sich ruhig“, so Brenninger. „Es ist auf keinen Fall so, dass die Leute jetzt völlig unbedarft im Gelände rummarschieren.“ Einsatztechnisch bleibe somit „das normale Alltagsgeschehen“ übrig – am Wochenende etwa „ein Tourengeher, den’s geschmissen hat“.

Im Skigebiet Brauneck ist normalerweise auch die Tölzer Bergwacht im Einsatz – unter den aktuellen Umständen aber haben die Retter dort weniger zu tun, so der stellvertretende Bereitschaftsleiter Johannes Kuntze-Fechner. Auch auf der Rodelbahn am Blomberg fallen die üblichen Einsätze weg – schon allein, weil kein Schnee liegt.

Einige Einsätze gilt es aber doch zu bewältigen. Kuntze-Fechners Tölzer Bergwacht-Kollege Paul Schenk zählt beim Blick auf die Alarmierungen vom Wochenende zwei Einsätze für Wanderer an den Sunntraten, eine Hilfeleistung für ein Schlittenfahrerkind am Streidlhang sowie einen Einsatz am Mühlhäusllift auf. Aber insgesamt gehe es „deutlich ruhiger“ zu als in anderen Jahren, meint Schenk.

„Für die Anzahl der Leute, die unterwegs sind, passiert wenig“

„Für die Anzahl der Leute, die unterwegs sind, passiert wenig“: So fasst Toni Geiger, Bereitschaftsleiter der Kochler Bergwacht, das aktuelle Einsatzgeschehen zusammen. Seit dem 19. Dezember hatte die Kochler Bergwacht ihm zufolge drei Einsätze zu bewältigen: Eine Person hatte sich am Jochberg die Schulter ausgekugelt. Dann gab es wie berichtet kurz vor Weihnachten die Suche nach einem 59-Jährigen, der nach einer Übernachtung auf dem Herzogstand beim Abstieg abgestürzt war (und sich danach wegen Verstoßes gegen die Ausgangssperre verantworten musste). Und schließlich kugelte sich am Neujahrstag am Herzogstand ein Skitourengeher die Schulter aus.

Der Ausfall der Skisaison wirkt sich laut dem Bereitschaftsleiter nicht so stark auf die Arbeit der Kochler Bergwacht aus. Denn am Herzogstand sind die Pisten ohnehin meist nur an wenigen Tagen geöffnet – und wenn, dann werden sie laut Geiger auch weniger von sturzgefährdeten Anfängern aufgesucht als von „Experten“.

Ähnliches gilt, was Wanderer an der Benediktenwand betrifft, dem Haupteinsatzgebiet der Bergwacht Benediktbeuern. Erfahrene Alpinisten hingegen seien auch aktuell reichlich unterwegs, berichtet Bereitschaftsleiter Markus Schambeck – nur brauchen sie eher selten die Hilfe der Bergwacht. Die jüngsten Einsätze beschränkten sich auf einige Fälle, in denen Wandere auf dem Rückweg in die Dunkelheit geraten waren und gesucht werden mussten. „Nichts Dramatisches.“

Skifahrer gehören in anderen Jahren ebenfalls zur Klientel der Bergwacht Benediktbeuern. Denn die Ehrenamtlichen helfen sonst im Bereich Garmisch aus. Das, so Schambeck, ist heuer nicht nötig, sodass die Retter insgesamt „ein bissl weniger“ zu tun hätten.  

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