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Ein Schloss aufsperren ist gar nicht so einfach, wenn man die Rauschbrille auf hat. Das erfuhren Schüler der Realschule bei ihrem Aktionstag „Partyspaß“.

Aktionstag

Den besonnenen Umgang mit Alkohol lernen

Um vor Rauschtrinken zu warnen, wurde an der Tölzer Realschule nun ein Aktionstag veranstaltet. Dabei konnten die Schüler einiges lernen.

Bad Tölz – Tastend, mit einer Alkoholbrille auf dem Kopf, versuchen Schüler der 8. Klasse in einem Hindernisparcours Holzklötzchen an der richtigen Stelle abzulegen, etwas auf ein Blatt Papier zu schreiben sowie ein Türschloss zu öffnen. Im Vorfeld zur Aktionswoche Alkohol fand an der Realschule der Aktionstag „Partyspaß“ statt.

Um für das Thema Alkohol zu sensibilisieren, hatten die DAK, die Caritas sowie das Projekt „HaLT“ vier Stationen vorbereitet. Bei der Caritas wurden sie von Suchtberater Florian Baindl zu ihrer Meinung im Bezug auf bestimmte Suchtmittel gefragt , um sich auf einem Spielfeld zwischen „Ich stimme zu“ und „Ich stimme nicht zu“ aufzustellen und anschließend ihre Entscheidung zu begründen.

Auch war eine kleine Wanderausstellung namens „Bunt statt blau“ von der DAK zu Gast, in der Schüler von 12 bis 17 Jahren kreative Plakate und Botschaften gegen Rauschtrinken erstellt haben.

Neben der Ausstellung gab es ein Glücksrad, an dem die Schüler drehen durften, um eine Frage zu erhalten. Beispielsweise: „Wie denkt ihr, macht Cannabis abhängig: physisch oder psychisch?“ Schnell waren sich die Schüler sicher, dass es körperlich, und seelisch abhängig mache.

An einer Saftbar konnten die Schüler „Mocktails“ wie den Pina Colada oder den Flying Monkey probieren. „Wir mixen sie natürlich ohne Alkohol“, sagte Regina Reinhardt, Vorsitzende des Gartenbauvereins Münsing. Jedes Jahr gibt es vier Getränke, und die Schüler stimmen ab, welcher ihnen am besten geschmeckt hat.“

Für die Schüler war der Aktionstag eine neue Erfahrung. Patrick Krestels, 15, fand den Aktionstag hilfreich: „Ich halte nicht viel vom Alkohol.“ Er habe ihn zwar schon probiert, aber würde sich nie betrinken. „Man hört wie andere über ihr Wochenende reden, wie sich jemand betrinkt und dann drüber gelacht wird. Das ist heftig.“

Das Thema sei bei den Jugendlichen zwar präsent, Vize-Landrat Klaus Koch möchte aber weitere Fragen stellen. Wie können Jugendliche bei Stadlfesten oder Veranstaltungen in Discos besser geschützt werden? Welche oft große Rolle spielt Alkohol bei Verkehrsunfällen?

Hier setzt das Projekt HaLT (Hart am Limit) an, ein Alkoholpräventionsprogramm, das vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gefördert wird. Unter anderem planen HaLt-Mitarbeiter diese Aktionstage und bieten auch ein Brückengespräch mit den Eltern im Fall eines Alkoholmissbrauchs an. „Wir leben in einer Alkoholkultur. Wir wollen Alkohol nicht verteufeln, sondern dafür sensibilisieren“, sagt HaLT-Koordinatorin Bernadette Sappl.

Die Zahl der Alkoholvergiftungen sei dank erfolgreicher Präventionsarbeit seit 2012 deutschlandweit leicht gesunken. In Bad Tölz waren es laut Stefan Kanwischer, Leiter des Servicezentrums der DAK in Bad Tölz, im Jahr 2015 etwa 60 Menschen, die in die Tölzer Asklepios-Klinik eingeliefert wurden.  fb

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