Abgeblitzt ist der Betrüger.
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Abgeblitzt ist der Betrüger.

Vorsicht: Betrüger am Telefon

Falscher Polizist blitzt bei Seniorinnen ab

Immer wieder warnt die Polizei vor Betrügern, die mit zum Teil raffinierten Tricks ihre oft arglosen Opfer ausnehmen. Im jüngsten Fall in Tölz haben aber gleich sechs ältere Damen aus Bad Tölz und Umgebung völlig richtig reagiert

Bad Tölz – Alle von den Betrügern kontaktierten Seniorinnen reagierten am Telefon geistesgegewärtig, durchschauten den falschen „Schandi“ und legten auf. Sonderlob gibt’s dafür von der echten Polizei.

Wie die Masche funktionierte, erläutert Polizeihauptkommissar Josef Treffer von der Tölzer Polizeiinspektion. Ein Mann stellte sich am Telefon als Herr Schneider von der Polizei vor. Die sechs Seniorinnen im Alter von 78 bis 91 Jahren beschreiben „Herrn Schneider“ durch die Bank als „als sehr freundlich“ und „extrem vertrauenswürdig“. Er habe hochdeutsch gesprochen und seriös gewirkt. Er erzählte die Geschichte von einer Einbrecherbande, die die Polizei geschnappt habe und bei der man Zettel mit der Adresse der Angerufenen gefunden habe. Deshalb melde sich als Polizei. Dann erkundigte der nette „Herr Schneider“ angelegentlich danach, ob die Damen tatsächlich Geld oder Gold zuhause aufbewahrten.

Sonderlob für richtiges Verhalten gab‘s von der echten Polizei

Angerufen wurden am Freitagabend und Samstagnachmittag eine Reichersbeurerin (85), eine Lenggrieserin (78), eine Tölzerin (91), eine Benediktbeurerin (80) sowie zwei Tölzerinnen, 82 und 89 Jahre alt. Alle, so freut sich Treffer, reagierten genau richtig. Sie ließen sich nicht von der vermeintlichen Seriosität des falschen Polizisten einwickeln, sondern legten kommentarlos auf und riefen anschließend sofort die echte Polizei an. Mit einer sprach auch Josef Treffer. Die Seniorin habe in ihrem langem Leben noch nie mit der Polizei telefonieren müssen und war entsprechend aufgeregt. Aber reinlegen hatte sie sich trotzdem nicht lassen. „Die waren alle auf Zack“, lobt der Polizeihauptkommissar.

Betrüger-Spur führt meist in die Türkei 

Wie er berichtet, seien die Betrüger gut organisiert. Die Opfer würden über das Telefonbuch anhand der älter klingenden Vornamen ausgesucht. Die Telefonate würden über Callcenter abgewickelt, wobei die Nummern unterdrückt sind oder sogar falsche Nummern verwendet werden. Die Spur führe oft in die Türkei. Vor Ort beziehungsweise in der Region seien nur die „Abholer“, die die Opfer besuchen und Gold und Geld mitnehmen.

Auch interessant: Betrug am Telefon: Wolfratshauser Polizei warnt vor „Herrn Schneider“

Und warum haben die sechs alten Damen richtig reagiert? Treffer lobt die Medien, die immer wieder über die verschiedensten Betrugsmaschen berichten. „Das hat in dem Fall gewirkt.“

Lesen Sie auch: Tölzer Polizei warnt vor Anrufen von falschen Polizeibeamten

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