Erneut ein Fall in der Region

Schon wieder! Schlüsseldienst zockt Rentner aus Bad Tölz dreist ab

Eine dreiste Rechnung fürs Öffnen einer Tür und den Austausch des Schließzylinders: Ein Tölzer Rentner fiel auf Betrüger herein und erstattete nun im Nachhinein Anzeige.

Bad Tölz - Der Fall liegt bereits zurück. Am 17. November hatte sich der 70-jährige Rentner aus Tölz versehentlich ausgesperrt, weil ihm die Wohnungstüre ins Schloss gefallen war. Nach der Suche im Internet beauftragte er telefonisch einen Schlüsselnotdienst. Nach zwei Stunden kamen zwei Mitarbeiter eines in Essen ansässigen Schlüsseldienstes und öffneten die Türe. Wie die Polizei weiter berichtet, überzeugten sie den Senior anschließend mit beredten Worten von einem Wechsel des Schließzylinders mit sechs Extraschlüsseln. Den Gesamtpreis von sage und schreibe 1759 Euro bezahlte der Mann vor Ort mit seiner EC-Karte. 

Spanisch kam dem Tölzer die Sache erst vor, als eine am 12. Januar vereinbarte Übergabe der Ersatzschlüssel nicht erfolgte. Da erstattete er Strafanzeige. Die Ermittlungen der Polizei ergaben dann schnell, dass der Geschädigte einem Betrüger aufgesessen war. Gegen den 26 Jahre alten Inhaber des Schlüsseldienstes besteht bei der Staatsanwaltschaft Essen bereits ein Sammelverfahren wegen Wuchers und Betrug. 

Weitere Fälle in den Landkreisen Wolfratshausen, Fürstenfeldbruck und Weilheim

Mitte Dezember hatte vermutlich derselbe Schlüsseldienst aus Essen eine 75-jährige Wolfratshauserin um 1700 Euro geprellt. Der sogenannte Handwerker verlangte vor Ort sogar 2100 Euro, ließ sich dann aber – die Frau hatte nicht so viel Geld auf dem Konto – auf 1700 Euro runterhandeln. Nicht ohne noch 50 Euro in Bar als Trinkgeld zu verlangen. „Damit ich auch noch was davon habe“, heiß es. Daraufhin schaltete die Seniorin, unterstützt von ihren Nachbarn, die Polizei ein. In diesem Fall wurde Anzeige wegen Wuchers gestellt. 

Die Notlage eines Obersöcheringers (59) nutzte ein Schlüssel-Notdienst am Anfang Januar aus. Er verlangte für die Türöffnung 750 Euro. Davor war das Schloss von einem Unbekannten so beschädigt worden, dass es sich nicht mit dem Schlüssel öffnen ließ. Die Rechnung: 750 Euro!

Um solche Abzockereien zu vermeiden, rät die Polizei, im Notfall möglichst einen ortsansässigen Schlüsseldienst zu beauftragen. Und wenn man sich gar nicht zu helfen wisse, solle man irgendeinen Nachbarn oder Handwerker aus dem Ort fragen, der einem bestimmt den richtigen, seriösen Ansprechpartner nennen könne.

Lesen Sie auch auf merkur.de: Schlüsseldienst-Abzocke in Germering bleibt vor Gericht ungesühnt

chs

Rubriklistenbild: © dpa

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