Eine Seniorin am Telefon
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Trickbetrüger versuchten in den vergangenen Tagen wieder, Senioren im Tölzer Land übers Ohr zu hauen.

Polizei gibt Tipps zu richtigem Verhalten

Enkeltrick: 79-Jähriger lässt sich nicht reinlegen

Mehrere Senioren im Tölzer Land wurden in den vergangenen Tagen von sogenannten „Enkeltrickbetrügern“ angerufen. Die Polizei ist erleichtert, dass alle drei richtig reagierten und das Gespräch beendeten.

  • Trickbetrüger haben in den vergangenen Tagen versucht, Senioren im Tölzer Land übers Ohr zu hauen
  • Eine Betroffene (80) berichtet von ihren Erfahrungen
  • Die Polizei gibt Tipps zum richtigen Verhalten

+++Update vom 13.Oktober +++

79-Jähriger lässt sich nicht hereinlegen:

Am Samstag berichtete der Tölzer Kurier von einer neuen Welle von Telefon-Betrügereien. Besser gesagt dem Versuch von Betrügereien. Drei Senioren im Tölzer Land, die am Telefon mit dem Enkeltrick konfrontiert worden waren, reagierten nämlich richtig und legten auf. Am Samstag probierte es ein Unbekannter mit einer anderen Masche bei einer 79-Jährigen. Er rief um 13.30 Uhr bei der Tölzerin an und gab sich als ihr Nachbar aus. Mit unterdrückter Stimme berichtete er, dass er einen Unfall verursacht habe und nun die Staatsanwaltschaft von ihm unverzüglich 1200 Euro fordere. Sonst müsse er ins Gefängnis. Dort sitzt er nun offenbar. Denn die 79-Jährige ließ sich nicht hereinlegen, sondern legte umgehend auf und alarmierte die Tölzer Polizei. „Schlau reagiert“, lobten die Beamten die Seniorin.  

80-Jährige lässt Betrüger abblitzen:

Bad Tölz - Trickbetrüger riefen in den vergangenen Tagen Senioren im Tölzer Land an. Erfolgreich waren sie glücklicherweise in keinem Fall. Leicht sei ihr das Auflegen aber erst einmal nicht gefallen, berichtet eine der Betroffenen (80) dem Tölzer Kurier. Denn der Anrufer habe am Telefon einen Namen genannt, den es gleich mehrere Male in ihrer Familie gibt. „Da war ich sehr verwundert und habe das anfangs natürlich geglaubt“, berichtet die Frau.

Anrufer erzählt von einem Autounfall

Der Anrufer erzählt, dass er dummerweise einen Autounfall verschuldet hatte und nun dringend Geld für ein neues Fahrzeug gebraucht werde. Deshalb benötige er 45 000 Euro. Er nannte auch den Ort, an dem er sich gerade aufhielt – und auch das war eine Stadt, zu der die Familie der Tölzerin eine Beziehung hat. „Da war ich ganz schön aufgeregt“, berichtet die 80-Jährige. Allerdings seien ihr dann Fragen zur Person und zur Örtlichkeit gekommen. „Ich habe ganz konkret nach Dingen gefragt“, erzählt die Tölzerin. Doch dann sei Stille am anderen Ende der Leitung eingetreten. „Als der Anrufer merkte, dass ich ihm auf die Schliche komme, hat er ganz schnell aufgelegt.“

Beim Polizeipräsidium in Rosenheim ist man mit solchen Fällen vertraut. „Das ist eine der klassischen Varianten der Anrufer“, sagt Pressesprecher Stefan Sonntag. Entweder, der Anrufer melde sich mit einem geläufigen Namen wie Thomas, Andreas oder Stefan, oder aber er frage im Stil von: „Hallo Opa! Rate mal, wer am Telefon ist!“

Betrüger suchen im Telefonbuch oft nach altmodisch klingenden Namen

Immer wieder wundern sich Rentner, warum ausgerechnet sie angerufen werden. „Die Betrüger suchen im Telefonbuch oft nach altmodisch klingenden Vornamen wie Herta oder Heinrich“, nennt Sonntag Beispiele. Auch relativ kurze Telefonnummern ließen darauf schließen, dass es diesen Anschluss schon sehr lange gebe und folglich Senioren anzutreffen seien. Viele ältere Menschen möchten sich aber nicht aus dem Telefonbuch streichen lassen. Die Polizei rät deshalb, zumindest den Vornamen herausnehmen zu lassen.

Grundsätzlich, sagt Sonntag, sollte man am Telefon misstrauisch sein und auf sein Bauchgefühl hören. Bei Unsicherheit sollte man den Anrufer verschiedene Dinge fragen, etwa Spitzname, Geburtstag, Adresse oder ähnliches. „Niemals sollte man Auskunft geben, ob man Geld oder Wertsachen im Haus hat und wer noch alles mit in der Wohnung lebt“, warnt Sonntag. Und schon gar nicht soll man sich unter Druck setzen lassen, plötzlich jemandem Geld zu geben, sagt der Polizist. „Man kann dann zum Beispiel sagen: Das bespreche ich noch mal mit deiner Schwester“, gibt er einen Tipp. „Meistens wird dann das Gespräch sofort beendet.“

Nach einem betrügerischen Anruf sollte auf jeden Fall die Polizei informiert werden

Sonntag appelliert, nach so einem Anruf grundsätzlich die Polizei zu verständigen. „Manchmal haben wir richtige Wellen mit solchen Anrufern“, sagt er. Zum einen könne man dann reagieren und Warnhinweise veröffentliche, zum anderen müsse man auch wissen, mit welchen neuen Tricks die Betrüger arbeiteten.

Senioren, weiß der Polizist, würden sich häufig schämen, wenn sie einen solchen Anruf erhalten hätten. „Doch Opfer kann jeder werden, wenn er nicht misstrauisch genug ist.“

Die 80-jährige Tölzerin wühlte der Anruf tagelang auf. Auch das sei normal, sagt Sonntag, denn: „Da ist plötzlich jemand Fremdes in die Privatsphäre eingedrungen.“ Er rät, im Familien- und Bekanntenkreis offen darüber zu sprechen: Damit könne man andere warnen und verschaffe sich gleichzeitig Erleichterung. Den Angehörigen empfiehlt der Polizist, in den Tagen danach engen Kontakt zu den Senioren zu halten: „Das vermittelt Geborgenheit und Sicherheit.“

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