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Die Ausstellung läuft noch bis zum 15. Juni. Unser Bild zeigt (hi., v. li.) Florian Völler (Kreisbeauftragter des Volksbunds deutsche Kriegsgräberfürsorge), Lehrerin Anja Lento, Gabriel Heinz, Maximilian Fügen (Schulb eauftragter des Volksbunds) sowie Jakob Vrabitsch, Svenja Jambor, Charlotte Krämer und (ganz vorne ) Ronja Jambor (re.) und Naja Baur (li).

Bewegende Tölzer Soldaten-Lebensläufe im Ersten Weltkrieg

Tölzer Montessori-Schüler haben im Stadtmuseum eine beeindruckende Ausstellung auf die Beine gestellt. Diese ist noch bis 15. Juni zu besichtigen.

Bad Tölz Beeindruckenden Geschichtsunterricht erfuhren Tölzer Montessorischüler seit März dieses Jahres. Sie beschäftigten sich mit dem Ersten Weltkrieg und den Auswirkungen im Tölzer Land. Die Ergebnisse der 16 Kinder und Jugendlichen zeigt derzeit die Ausstellung im Tölzer Stadtmuseum mit dem Titel „Vergeben. Nicht vergessen. Frieden leben. 100 Jahre Ende Erster Weltkrieg im Tölzer Land“. Diesen Titel dachten sich die Schüler selbst aus. Ihre Schau ergänzt die Wanderausstellung „1914 bis 1918: Mitten in Europa“ des Volksbunds deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Ein Netz aus roten Fäden spannt sich über Europa. Es verbindet die Namen junger Tölzer Soldaten mit deren Grabstätten in Frankreich. Diese von den Schülern selbst gefertigte Karte berührt den Betrachter viel mehr als die Europakarten des Volksbunds mit Ländergrenzen und Frontverläufen. Aus den abstrakten Zahlen der Millionen von Gefallenen hoben die jungen Forscher die Kriegsteilnehmer aus der Region Tölz hervor und lassen ihn so sehr nahe wirken.

Die 13-jährige Naja erschütterte zum Beispiel das junge Alter der Soldaten. „Viele waren noch unter 18 Jahre“, sagte sie. „Ich habe ältere Geschwister, die würden jetzt nicht mehr am Leben sein.“ Auch die gleichaltrige Ronja war sehr nachdenklich. „Ich müsste in drei Jahren in den Krieg ziehen“, sagte sie. Die Situation in den Familien damals ging ihr ebenfalls unter die Haut: „Die Ungewissheit, ob jemand wiederkommt oder stirbt, hätte mich irre gemacht“, sagt sie. „Die Familien haben es aber irgendwie verkraftet.“ Gabriel (14) und Jakob (12) waren betroffen von der Propaganda der damaligen Zeit. „Die ganze Bevölkerung wusste gar nicht richtig, was an der Front passierte“, sagte Gabriel. Und Jakob meinte: „Die Filme zeigten nicht die Wahrheit, deshalb fanden die Menschen am Anfang den Krieg noch gut.“ Die überaus engagierten Schüler nahmen an einem Sonntag sogar ein Hörspiel auf, das mit verteilten Rollen eine Familie vor Kriegsbeginn zu Wort kommen lässt.

„Ich habe mich bewusst an die Montessorischule gewandt, denn ich wollte nicht nur mit Oberstufen arbeiten“, erklärte der Kreisbeauftragte des Volksbunds, Florian Völler, bei der Eröffnung der Ausstellung. Die Jugendlichen seien Vorbilder, weil sie sich mit der Geschichte bewusst auseinandersetzen. Die Schüler werden in Kürze den Landtag besichtigen. Die Ausstellung ist bis 15. Juni zu sehen.  bib

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