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2016 fand die Landesgartenschau in Bayreuth statt (Foto), 2017 in Pfaffenhofen. 

Zu wenig Platz in der Stadt

Bewerbung für Gartenschau? Tölz will, kann aber nicht

Die Stadt Bad Tölz hat die Anfrage erhalten, ob sie sich als Austragungsort der Landesgartenschau bewerben möchte. Es mangelt jedoch am nötigen Platz.

Bad Tölz – Eine Landesgartenschau in Tölz?„Eine verführerische Idee“, sagt der Tölzer Bauamtsleiter Christian Fürstberger. Das Rathaus sei von der zuständigen Gesellschaft für bayerische Landesgartenschauen angeschrieben worden, ob man sich nicht für 2024, 2025 oder 2026 bewerben wolle. Nach aktuellem Stand sieht es jedoch so aus, als würde vorerst nichts daraus.

Ohne Zweifel würde so eine Gartenschau für enorme Impulse in den austragenden Kommunen sorgen, sagte Fürstberger jüngst im Tölzer Stadtrat. Dadurch dass viel Fördergeld (bis zu fünf Millionen Euro) und Kompetenz gebündelt in so ein Projekt gesteckt würden, sei es möglich, ganze städtische Quartiere nachhaltig zu entwickeln. Fürstberger konnte sich das gut auch für Tölz vorstellen.

Es gibt allerdings mehrere schwerwiegende Gründe, die gegen eine aktuelle Bewerbung der 18 000-Einwohner-Stadt sprechen. Tölz hat zum einen schlicht keinen Platz für eine Gartenschau. Die vorhandenen Parkanlagen seien viel zu kleinteilig und verstreut, so der Bauamtsleiter. Selbst wenn man die Jod- AG-Flächen erwerben könnte und mit dem Kurpark verbinden würde, käme man laut Fürstberger gerade einmal auf zehn Hektar. Zum Vergleich: Der Gartenschau-Ausrichter 2018, die Stadt Würzburg, wird eine Ausstellungsfläche von 28 Hektar präsentieren.

Der Tölzer Isar-Bereich, den man nur zu gerne ausbauen würde, stehe als Hochwasser-Stauraum ebenfalls nicht zur Verfügung. Und das Kasernenareal, das ideal geeignet gewesen wäre, ist schon bebaut.

Nicht ganz ernst gemeint war der Wortbeitrag von Drittem Bürgermeister Christof Botzenhart (CSU), der von seiner Teilnahme an einer kürzlich erfolgten Forstgrenzenbegehung berichtete. „Tölz reicht fei ganz schön weit hinauf nach Norden.“ Das ließ Botzenhart dann einfach mal im Raum stehen.

Zweiter Bürgermeister Andreas Wiedemann (FWG) war wegen zwei Punkten skeptisch. Viele Großprojekte sehe der Bürger inzwischen aus finanziellen Gründen sehr kritisch. Der zweite Grund knüpfte an die Fundamentalkritik des Stadtoberhaupts am Staatlichen Bauamt Weilheim (wir berichteten) an. Ohne eine Nordspange sei eine Veranstaltung wie eine Landesgartenschau verkehrstechnisch nicht zu meistern. Ohne Umgehung stünden die Besucher „den Tag über vor Tölz und warten und kommen nicht hinein“.

Der Stadtrat beschloss, sich aktuell nicht für eine Landesgartenschau zu bewerben. Der Passus, dass man dies langfristig, also ab 2027, nicht ausschließe, wurde aber eigens ergänzt.

Christoph Schnitzer

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