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Zum ereignisreichen Jahr 2015 der Tölzer Stadtbibliothek zählt auch der Besuch der Kinderbuch-Figur „Grüffelo“ zur Feier des 75-jährigen Bestehens der Einrichtung. 

Bericht im Finanzausschuss

Bibliothek legt lesenswerte Bilanz vor

Bad Tölz –  Platz 20 unter 130 vergleichbaren Stadtbüchereien in Bayern: Damit besitzt Tölz „eine der besten und leistungsfähigsten Bibliotheken im Freistaat“, wie Leiterin Melanie Sappl stolz bilanziert. Die Zahl der Nutzer wächst – entgegen dem Bundestrend.

Was der Herrin der Bücher, Melanie Sappl, so gut an ihrem Beruf gefällt? Dass sie Menschen auf ihrer ganzen Bildungsbiografie begleiten könne, sagt die Leiterin der Tölzer Stadtbibliothek: vom Kindergarten bis zum Seniorenalter.

Im Tölzer Finanzausschuss blickte sie am Dienstag auf das Jahr 2015 zurück, das recht ereignisreich war. Die Einrichtung feierte ihr 75-jähriges Bestehen, unter anderem mit der kleinen, aber feinen Veranstaltungsreihe „Literatur in den Häusern der Stadt“. Dritter Bürgermeister Christof Botzenhart hatte sich als Ludwig-Thoma-Interpret präsentiert. Auch der Tölzer Kurier hatte mit „Best of Heimatzeitung“ mitgewirkt.

2015 war zudem die langjährige Leiterin der städtischen Einrichtung, Gabriela Freudenthal, in den Ruhestand gegangen. Sie habe ein „gutbestelltes Haus“ hinterlassen, sagte ihre Nachfolgerin vor den Ausschussmitgliedern. Das lässt sich auch an den Zahlen ablesen. Die Stadtbücherei stemmt sich gegen den Bundestrend der leicht fallenden Ausleihzahlen. In der Kreisstadt stiegen sie dagegen um satte vier Prozent auf über 180 000. Auch die Zahl der aktiven Nutzer ist um rund fünf Prozent auf 2189 gestiegen. Unter den Nutzern finden sich auch 69 Asylbewerber, die einen Leseausweis haben. Das freute Melanie Sappl genauso wie die Tatsache, dass die Bibliothek von den Tölzern gerne als ganz selbstverständlicher Aufenthaltsort genutzt wird. Auch zum Lernen – oft in Gruppen – würden die Räumlichkeiten aufgesucht.

Zwei Spitzentage hatte sich Melanie Sappl herausgesucht, um die Arbeit des neunköpfigen Teams nicht nur während der Öffnungszeiten zu verdeutlichen. Am 8. Januar 2015 seien 1029 Medien zurückgekommen, am 28. Juli 939 Medien ausgeliehen worden. In einem Jahr, so die Leiterin, „räumen wir die Bibliothek viermal ein und aus“.

In einem bayernweiten Ranking der Bibliotheken in Städten und Gemeinden mit 10 000 bis 20 000 Einwohnern landete Bad Tölz im vergangenen Jahr auf Platz 20 von 130. So darf es weitergehen, zeigte sich Bürgermeister Josef Janker angetan von der Arbeit der Einrichtung an der Hindenburgstraße. Auch finanziell ist alles im Lot. Das Budget von 323 000 Euro wurde um rund 10 000 Euro unterschritten.

Für 2016 hat man sich den Bestandsausbau des Regionalverbunds „Biblioplus-Digital“ vorgenommen. Die sogenannte „Onleihe“ wurde 2015 von 280 Lesern mit 7410 Ausleihen in Anspruch genommen. Zudem will die Stadtbücherei ihre Medienangebote zum Deutschlernen ausbauen. Das richtet sich natürlich auch an Flüchtlinge und Asylbewerber. Es ist zudem geplant, den Bestand fremdsprachiger Literatur zu erweitern.

Die Stadtbücherei hat 2015 einen Literaturkreis ins Leben gerufen, der sich mit den jeweiligen Neuerscheinungen am Buchmarkt befasst. Er umfasst etwa 20 Personen, die sich alle sechs Wochen zum Diskutieren treffen. Margot Kirste (FWG) ist auch dabei und berichtete von einer „tollen Atmosphäre“. Allerdings ist der Literaturkreis noch etwas frauenlastig, wie Sappl sagte: „Ein paar Männer könnten wir schon noch brauchen.“

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