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Die Pläne am Bichler Hof führen zu heftigen Diskussionen im Stadtrat.

Stadtrat

Bichler Hof: Projekt nimmt nach nichtöffentlicher Diskussion nächste Hürde

Bei der Bürgerversammlung 2017 war es der große Aufreger: das Projekt Bichler Hof. Der Stadtrat hat nun einzelne Vertragsvereinbarungen nichtöffentlich diskutiert und Bedingungen für die Querfinanzierung des Hotelprojekts durch Wohnungen festgelegt.

Bad Tölz – Ein bisschen Nachbereitung der anderen Stadtratsthemen vom Dienstag, dann wurde es am Mittwoch beim zweiten Pressefrühstück im Rathaus spannend. Die versammelte Rathausspitze erläuterte, was am Dienstag in nichtöffentlicher Sitzung zum Thema Bichler Hof beschlossen worden war. Wichtig war Bauamtsleiter Christian Fürstberger das Prozedere. Es wird zwei Bebauungspläne geben. Einen für das angedachte 80-Betten-Hotel mit Reitstall, Chalets und Sauna auf einer 4,5 Hektar großen Fläche am Buchberg. Zudem einen Bebauungsplan für ein neues, ein Hektar großes Wohngebiet am Fuß des Bichler Hofs. Mit dem Verkaufserlös will Bauherr Hubert Hörmann die millionenschwere Hotelinvestition stemmen. Das ist die umstrittene Querfinanzierung. Beide Bebauungspläne sollen synchron erarbeitet und satzungsmäßig beschlossen werden. Wenn alles nach Plan läuft, wird Hörmann Hotel- und Wohnungsprojekt auch gleichzeitig angehen.

Christian Fürstberger: Leiter des Tölzer Bauamts

Fürstberger stellte auch klar, dass die Umwandlung von Grünland zu Bauland am Bichler Hof mit dem Hotelprojekt nichts zu tun habe. Tölz brauche Wohnungen. „Das wäre ohnehin gekommen.“ Die beschlossenen Vertragsvereinbarungen sehen aber vor, dass Hörmann eine zeitliche Toleranz hat. Er muss innerhalb von drei Jahren, so Kämmerer Hermann Forster, 100 Prozent des Wohnungsverkaufserlöses steuerbereinigt als Eigenanteil in das Hotelprojekt stecken. Das gilt aber erst, wenn der Großteil der Wohnungen tatsächlich verkauft ist. Theoretisch könnte es also sein, dass nur Wohnungen entstehen, aber kein Hotel. Dann greift die Regel der ZoBoN-Satzung (Satzung für zukunftsorientierte Bodennutzung), so dass die Stadt ein Drittel der ein Hektar Wohnbauflächen unterhalb des Hofs, nämlich 3250 Quadratmeter, von der Familie Hörmann erwerben und beispielsweise für günstigen Wohnraum nutzen darf.

Der Kaufpreis wurde am Dienstag beschlossen, aber nicht genannt. Sowohl Bürgermeister Josef Janker als auch Forster und Fürstberger haben Vertrauen zu dem einheimischen Bauherrn. Forster: „Die Familie hat ja auch einen Ruf zu verlieren.“ Janker: „Die Jungen wollen das unbedingt machen. Ich werde alles tun, dass das läuft.“ Dass Hörmann nach zwei, drei Jahren aus einem fertigen Hotelprojekt aussteigt, hält der Bürgermeister für unwahrscheinlich: „Dann ist ja das ganze Geld furt.“ Der Bebauungsplan für das Hotelareal bleibe dann im Übrigen gültig, ergänzt Fürstberger. Es wird auch einen städtebaulichen Vertrag geben, in dem weitere Rahmenbedingungen festgelegt werden. So sollen die Doppelhaushälften vorwiegend an Einheimische vergeben werden. Ein „kleiner Mehrwert“ (Fürstberger) sei, dass die Stadt auf dem Wanderweg am Fuß des Bichler Hofs nun ganz offiziell ein Geh- und Fahrrecht hat. Das war bisher nur geduldet.

Christoph Schnitzer

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