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Das Thema Artenschutz ist nicht erst seit dem Bienen-Volksbegehren in aller Munde. 

Mit den Bäuerinnen durchs Bienenjahr

Bienen und Bauern: Neue Serie zeigt, warum das kein Widerspruch ist

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In einer neuen Serie zeigen Bäuerinnen und Bauern auf, was sie im Alltag für den Artenschutz leisten.

Bad Tölz-Wolfratshausen Nicht erst seit dem erfolgreichen Volksbegehren „Rettet die Bienen“ ist das Thema Artenschutz in aller Munde. Auch zuvor schon war vielerorts das Bewusstsein gewachsen, dass der Einzelne einiges dazu beitragen kann, um die Welt ein Stück bienenfreundlicher zu machen: dass man Gärten insektenkompatibel gestalten oder im städtischen Bereich verstärkt auf Blühstreifen statt auf akkurat gemähten Rasen setzen kann. Die jüngsten politischen Forderungen aber richteten sich in erster Linie an die Bauernschaft. Das hat einer Idee von Kreisbäuerin Ursula Fiechtner neuen Auftrieb gegeben. Gemeinsam mit den Ortsbäuerinnen aus dem Landkreis möchte sie aufzeigen, welchen Beitrag Bäuerinnen und Bauern im Alltag schon immer für den Artenschutz leisten.

„Vieles davon nimmt die Gesellschaft gar nicht wahr“, sagt die Wackersbergerin. Als Beispiel für bienenfreundliche Gebiete nennt sie etwa die Streuobstwiesen. Die haben die Bauern freilich ursprünglich nicht mit dem Ziel angelegt, Lebensraum für Insekten zu schaffen. In einer Gegend, in der Obstanbau kaum eine Rolle spielt, „waren die Streuobstwiesen dazu da, um in einer Überbrückungszeit zu helfen, die Familie zu ernähren“, sagt Fiechtner. Außerdem sei das Obst zum Schnapsbrennen genutzt worden. Lebensraum für Insekten bieten die Wiesen nebenbei natürlich auch.

Imkerei mehr als ein sinnvolles Hobby

Viele bäuerliche Familien hätten zudem auch schon immer Imkerei betrieben. „Das machen heute wieder immer mehr“, hat die Kreisbäuerin festgestellt – „aus Interesse und als sinnvolles Hobby.“

In der Landschaftspflege leisten die Bauern laut Ursula Fiechtner ebenfalls vieles, was durch die Ausgleichs-Fördermittel auf den Stundenlohn gerechnet kaum vergütet werde. Und dann seien da noch die Bauerngärten mit ihrer Vielfalt an Blumensorten.

„Auf jedem Hof gibt es auch Ecken mit Brennnesseln, die die Raupen zum Eier-Ablegen brauchen“, führt Fiechtner weiter aus. Sie selbst habe in früheren Jahren die Brennnesseln auch schon gemäht und getrocknet und den Kühen nach dem Kalben als homöopathisches Mittel gegeben. Brennnessel-Brühe verwende sie zudem zum Düngen. In erster Linie aber lasse sie die Brennnesseln stehen, „weil sie nicht stören“.

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So gebe es zahlreiche Artenschutzmaßnahmen auf dem Feld und im Wald sowie in Haus und Hof, die die Ortsbäuerinnen nun in loser Folge vorstellen möchten. Damit wollen sie über ein Stück des bäuerlichen Lebens informieren, aber auch zur Nachahmung inspirieren. In jeder Folge stellt eine Ortsbäuerin einen Aspekt aus ihrem Alltag und Umfeld vor. Hier geht es zur Folge 1.

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