+

Bilanz der Tölzer Stadtwerke

Viel Wind, Wasser und Strom

Das klingt doch gut: 60 Prozent des verkauften Stroms bei den Tölzer Stadtwerken stammen aus eigener Produktion und regenerativen Quellen wie Wasser, Wind und Solar. Einen großen Beitrag leisteten auch 2017 wieder die Windräder bei Berg.

Bad Tölz – Jüngst hat der Berger Bürgermeister die Zahlen des Windparks Berg vorgestellt, an dem auch die Tölzer Stadtwerke und die Gemeinde Gaißach beteiligt sind. Weil einer von 189 Kommanditisten nicht zustimmte, nannte das Gemeindeoberhaupt keine Ertragszahlen, nur so viel: Man sei zufrieden.

Angesichts des anhaltenden Widerstands gegen das Windparkprojekt hat der Tölzer Stadtwerke-Geschäftsführer Walter Huber ein gewisses Verständnis für diese von rechtlichen Bedenken getragene Haltung. Dem Tölzer Stadtwerke-Magazin sind dennoch einige deutlichere Kennzahlen zu entnehmen, die nicht nur von einem guten, sondern einem herausragenden Ergebnis berichten.

Walter H uber Geschäftsführerder Tölzer Stadtwerke

Bis Ende August hätten die vier Berger Windräder 12,9 Millionen Kilowattstunden erzeugen sollen. Tatsächlich waren es 14,9 Millionen. Der Trend setzte sich fort. Huber spricht auf Nachfrage von 16 Prozent Ertragsteigerung im Jahr 2017. „Das ist herausragend und wird sicher nicht jedes Jahr so sein.“

Alle Windkraft-Beteiligungen der Stadtwerke zusammen haben rund 6,6 Millionen Kilowattstunden Strom produziert. Auch das ist ein Plus von rund 10 Prozent gegenüber 2016. Neben Berg sind Fuchstal bei Landsberg, Zieger in der Oberpfalz sowie Oerlenbach (Unterfranken) sowie Neutz und Domnitz (Mecklenburg-Vorpommern) zu nennen.

Am Rande erwähnt: In Berg kommt das System „Fleximaus“ zum Einsatz, das die aktuellen Umweltbedingungen mit den wahrscheinlichen Flugzeiten der Fledermäuse vergleicht und die Rotoren gegebenenfalls stoppt oder weiterbetreibt. „Fleximaus“ sei bislang aber eine reine Vorsorgemaßnahme geblieben.

Huber selbst steht 100-prozentig hinter der Windenergie und würde so eine Anlage auch im Isarwinkel begrüßen und im privaten Umfeld dulden. „Jeder spricht von der Energiewende. Die gibt es aber nun mal nicht kostenlos.“

Auch bei der Wasserkraft haben die Stadtwerke deutlich zugelegt. Statt 9,2 Millionen Kilowattstunden wie 2016 waren es 2017 schon 10,6. Dafür ist laut Huber vor allem verantwortlich, dass es im vergangenen Jahr kein Hochwasser gab und auch keine Stauseespülung.

Auch bei der Biomasse hat es im Jahr 2017 eine kleine Steigerung von 1,6 auf 1,75 Millionen Kilowattstunden gegeben. Apropos: Gibt es Neues zum angedachten Hackschnitzel-Heizkraftwerk am Fuße des Kogels? „Nein“, sagt Walter Huber. Bei einer Stadtrats-Klausur im späten Frühjahr soll eine Entscheidung fallen.

Bleibt der Bereich Solarstrom, in dem ebenfalls geringe Steigerungen zu verzeichnen sind. Mit den stadtwerkeeigenen Anlagen – vor allem im Fachet – wurden 4,45 Millionen Kilowattstunden erzeugt. Private Drittanlagen wandelten die Kraft der Sonne sogar in 5,5 Millionen Kilowattstunden um.

Insgesamt wurden damit rund 29 Millionen Kilowattstunden umweltfreundlich erzeugt. Zum Vergleich: Der Gesamtverbrauch in Tölz betrug 2017 rund 76 Millionen Kilowattstunden, die von stolzen 230 Anbietern aus dem ganzen Bundesgebiet geliefert wurden. Die Tölzer Stadtwerke steuerten rund 55 Millionen Kilowattstunden bei, 29 davon aus eigener Produktion. Der Rest, so Huber, werde als Wasserkraftstrom zugekauft. Damit sei die Versorgung aller Endkunden mit zu 100 Prozent erneuerbarer Energie sichergestellt.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

In der Kochler Heimatbühne tanzt sogar Elli, die Salmonelle
Die Couplet AG war mit ihrem neuen Programm in der Kochler Heimatbühne zu Gast.
In der Kochler Heimatbühne tanzt sogar Elli, die Salmonelle
Alles bestens geregelt beim Tölzer Skiclub
Alles neu, macht der April: Beim Tölzer Skiclub gibt es einen neuen Vorsitzenden und einen neuen Pächter für die Hütte am Brauneck.
Alles bestens geregelt beim Tölzer Skiclub
Entwicklung der Heilbrunner Ortsmitte: „Leuten wird himmelangst“
Um die Entwicklung in der Heilbrunner Ortsmitte ging es bei der örtlichen CSU. Viele Bürger haben Befürchtungen.
Entwicklung der Heilbrunner Ortsmitte: „Leuten wird himmelangst“

Kommentare