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Zu einem Komplettausfall der Ampelanlagen auf der Flinthöhe kam es am Montagabend und am Dienstag in der Früh.  

Probleme für Fußgänger und Schulkinder

Blitzeinschlag legt Ampeln an wichtiger Tölzer Kreuzung komplett lahm - zum zweiten Mal

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Der Blitz schlägt nicht zweimal an derselben Stelle ein, heißt es. Stimmt aber nicht. Ein Blitz legte erneut die Ampelanlage auf der Flinthöhe lahm - und das gleich zweimal.

Bad Tölz –  Während der Schaden am Montag relativ schnell wieder behoben war, dauerte es am Dienstagmorgen mehrere Stunden, bis die Ampeln wieder gingen. Während das bei dem einen oder anderen Autofahrer auf der B 472 durchaus für Freude sorgte – er hatte an diesem Morgen freie Fahrt –, war das Queren der Bundesstraße für Fußgänger fast unmöglich. Gefährlich vor allem für die Kinder, die auf ihrem Weg zur Lettenholzschule dort über die Straße müssen.

Schon vor rund einem Monat hatte ein Blitzeinschlag die Ampeln lahm gelegt. Dasselbe Schicksal ereilte die Anlage am Montag gegen 16.30 Uhr. Nichts ging mehr – problematisch vor allem für diejenigen, die aus den Seitenstraßen auf die B 472 einbiegen wollten. „An der Schäffenacker-Straße und am Haupttor ging es wohl noch ganz gut. Hauptproblem ist immer der Verkehr, der vom Maxlweiher kommt“, sagt Julia Schneider vom Staatlichen Bauamt Weilheim. „Dass es uns mit einem Blitzschlag zweimal so hart trifft, hätte nun aber auch keiner vorhersagen können.“

Der verständigte Techniker hatte das Problem schnell im Griff – zumindest mit einer provisorischen Überbrückung. Zeitgleich bestellte er das benötigte Ersatzteil. Gegen 18 Uhr lief wieder alles – aber nicht sehr lange. Die Anlage fiel am Dienstag gegen 2 Uhr morgens erneut aus. Und dieses Mal dauerte es gut neun Stunden, bis der Schaden behoben war. „Schneller war das Ersatzteil nicht zu bekommen“, sagt Schneider.

Warum regelt Polizei nicht den Verkehr?

Zahlreiche Hinweise auf die defekte Anlage gingen den ganzen Morgen über bei der Tölzer Polizei ein, berichtet Andreas Rohrhofer, stellvertretender Inspektionsleiter. Eine Schulweghelferin der Lettenholzschule kam sogar persönlich auf der Dienststelle vorbei, weil sie sich nicht mehr zu helfen wusste. „Unsere Kinder kommen ohne die Ampel nicht über die Straße“, berichtet eine Mutter. „Es ist ja schließlich eine riesige Hauptverkehrsstraße, die schon ein Erwachsener kaum schnell genug überqueren kann.“ Die Schulweghelfer könnten hier nur bedingt eingreifen: „Sie haben zwar Spezialkleidung, dürfen aber den Verkehr nicht einfach anhalten. Gäbe es beispielsweise in der Folge einen Auffahrunfall, würden sie persönlich haften“, erklärt die Mutter.

Die Helferin habe darauf gehofft, dass ein Polizeibeamter direkt mitkommt und hilft. Doch das sei nicht geschehen. Man habe sich aber bereit erklärt, von 11 bis 13.30 Uhr jemanden abzustellen, berichtet die Frau weiter. „Und wir waren auch gerade auf dem Weg, als die Ampel wieder lief“, sagt Rohrhofer.

Zeitgleicher Polizeieinsatz wegen gestrandeten Boots

Warum aber war die Polizei nicht schneller vor Ort? „Natürlich sagen wir nicht: Wir regeln grundsätzlich nicht den Verkehr. Wenn eine Ampel ausfällt, und es wird gefährlich, fährt die Polizei raus“, sagt der Hauptkommissar. „Das Problem ist, dass ein einziger Mann bei einem derartigen Komplettausfall nicht reicht.“ Nun sind die personellen Ressourcen der Tölzer Polizei aber begrenzt – vor allem, wenn zeitgleich andere Einsätze zu bewältigen sind. So wie gestern. Gegen 7.35 Uhr ging bei der Inspektion die Meldung ein, dass ein herrenloses Schlauchboot auf Höhe der Much-Garagen halb auf einer Kiesbank, halb im Wasser liegt. Da von der Besatzung jede Spur fehlte, aber nicht ausgeschlossen werden konnte, dass jemand über Bord gegangen und in Bedrängnis war, rückte die Polizei erst einmal zur Isar aus. Gefunden wurde niemand. Mittlerweile gehen die Beamten davon aus, dass sich das Boot irgendwo losgerissen hatte und weggetrieben war. „Wir haben es der Stadt übergeben, die es als Fundsache verwahrt“, so Rohrhofer.

Neue Ampelanlagen werden derzeit ausgeschrieben

Seit Dienstag gegen 11 Uhr läuft nun wieder alles, und Julia Schneider hofft, dass es bis zur Installation der neuen Ampelanlagen auch so bleibt. Für die läuft im Moment die Ausschreibung. „Angebotsende ist nächste Woche“, sagt Schneider. Sobald der Auftrag vergeben ist, soll „zügig mit den Arbeiten begonnen werden“, hofft Schneider. Erneuert werden wie berichtet nicht nur die Ampeln auf der Flinthöhe, sondern auch am Moraltverteiler, der B 472-Ausfahrt Arzbacher Straße und an der Kreuzung Osterleite/Bahnhofstraße sowie in Benediktbeuern an der Ortsdurchfahrt. Die Kosten belaufen sich auf 3,75 Millionen Euro. Dafür gibt es auch noch auf sechs Kilometern Länge neue Fahrbahnen. Das sorgt auch wieder für Behinderungen. Unter anderem muss der Abschnitt vom Haupttor bis zur Abfahrt nach Greiling für ein Wochenende – vermutlich Ende Juni – gesperrt werden.

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