Noch schaut die Fläche am Kapellengasteig recht kahl aus. Doch in wenigen Wochen wird sie aufblühen, versprachen (v. li.) Zweiter Bürgermeister Michael Lindmair, Franziska Bauer, Michael Nitsch und Betriebshofleiter Florian Schallhammer bei einem Pressetermin.
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Noch schaut die Fläche am Kapellengasteig recht kahl aus. Doch in wenigen Wochen wird sie aufblühen, versprachen (v. li.) Zweiter Bürgermeister Michael Lindmair, Franziska Bauer, Michael Nitsch und Betriebshofleiter Florian Schallhammer bei einem Pressetermin.

Projekt vorgestellt

Blütezeit in Bad Tölz: Die Stadt soll aufblühen für Bienen und Insekten

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    vonVeronika Ahn-Tauchnitz
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Bad Tölz steht vor einer neuen Blütezeit: In der Stadt gibt es mittlerweile mehr als 100 Blühflächen, die eine Heimat für Wildblumen, Bienen und andere Insekten bieten sollen. Gerade sind weitere Flächen angelegt worden. Bei einem Pressetermin am Isarkai wurde das Konzept noch einmal vorgestellt.

Bad Tölz – Zugegeben: Im Moment sieht die Fläche am Kapellengasteig mehr nach Steingarten als nach Blühwiese aus. In vier bis sechs Wochen aber, verspricht Landschaftsgärtnerin Franziska Bauer, wird sich das Ganze in ein Paradies für Insekten verwandelt haben. Dass das Ganze im Moment recht karg aussieht, liege daran, dass sich vor allem nährstoffarme Untergründe als Standort für die Blühmischungen eignen, erklärt sie.

Bauer begleitet seit 2016 das Projekt in der Stadt. Damals rückte das Anlegen von insektenfreundlicheren Flächen erstmals in den Fokus. Mehr als 100 Blühflächen sind seitdem entstanden. Nicht alle wurden neu angelegt. „Bei einigen haben wir einfach den Mährhythmus geändert“, sagt Betriebshofleiter Florian Schallhammer. Statt kurz gehaltenem Rasen bleiben dort nun höhere Gräser und andere Pflanzen stehen. An diesen Flächen macht Schallhammer übrigens auch einen Sinneswandel in der Bevölkerung fest. „Früher haben uns die Leute angerufen und gesagt: ,Schaut mal, da ist noch nicht gemäht.‘ Heute rufen sie an und fragen, warum wir schon mähen, obwohl doch noch die Blumen blühen“, sagt er lachend.

Alle 500 Meter ein Highlight schaffen

Insgesamt 40 000 Euro hat die Stadt zwischen 2016 und 2020 in Blühflächen investiert. „Zum Vergleich: In diesem Jahr waren es schon 23 000 Euro“, sagt Zweiter Bürgermeister Michael Lindmair beim Pressetermin. Dafür sind entlang der Hauptverkehrsachse – von der Flinthöhe über den Kreisel an der Sachsenkamer Straße, entlang der Osterleite bis hin zur Isarbrücke – Blühflächen entstanden. „Wir wollten etwa alle 500 Meter ein Highlight schaffen, das in Erinnerung bleibt“, sagt Michael Nitsch, Bereichsleiter für Straßenreinigung und Grün beim städtischen Betriebshof. Selbst im Kurpark seien Flächen entstanden, die ein Paradies für Bienen & Co. sein sollen. „Wir haben dort nicht nur Rasen, sondern auch Naturwiesen, die nicht auf Kante geschnitten werden“, sagt Rathaussprecherin Birte Otterbach. Im ebenfalls neu angelegten Park im Taubenloch setzt die Stadt dagegen tatsächlich nur auf Rasenflächen. „Diese Bereiche wollten wir betretbar halten“, so Otterbach. Dasselbe gilt für die Flächen an der Isarpromenade am anderen Flussufer. „Die haben sich ja als Liegewiesen etabliert – und dabei soll es auch bleiben“, ergänzt Schallhammer. Es werde auch weiterhin hübsch bepflanzte Inseln und Rabatten geben – beispielsweise entlang der Ludwigspromenade, betont der Betriebshofleiter. „Es muss ein ausgewogenes Verhältnis da sein“, sagt auch Lindmair.

Bereiche sind abgesperrt

Damit die neuen Blühwiesen in Ruhe ihre ganze Vielfalt entwickeln können, sind sie abgesperrt. Auch dabei setzte die Stadt auf eine eher naturnahe Variante. Statt Flatterband aus Plastik sorgen Holzpfosten und Seile dafür, dass keiner die Flächen betritt. Wildrosen, Stauden und andere blühende Gewächse werden in den kommenden Wochen unter anderem am Kapellengasteig sprießen. Manche sind einjährig, andere mehrjährig. Daher werde sich das Aussehen der Blühflächen auch immer wieder verändern, sagt Franziska Bauer.

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Damit auch in den heimischen Gärten mehr Nahrung für Insekten wächst, verteilt die Stadt übrigens bereits im dritten Jahr immer wieder Samentütchen für den Hausgebrauch. Kürzlich wurde deren Inhalt noch einmal umgestellt, damit auch wirklich nur heimische Blumen aufblühen, berichtet Otterbach. Der Inhalt eines Tütchens reicht für einen Quadratmeter und wächst auch auf dem Balkon. Lindmair: „Schon eine kleine Fläche bringt etwas.“

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