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Blutspende in Bad Tölz: „So einen Ansturm habe ich noch nie erlebt“

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Bis zum Gehweg reichte die Schlange von Menschen, die in Bad Tölz Blut spenden wollten.

Gewaltig war der Ansturm auf den jüngsten Blutspende-Termin des Bayerischen Roten Kreuzes. Die Schlange reichte von der Eingangstüre der Tölzer Südschul-Turnhalle über den gesamten Pausenhof bis hin zum Gehsteig

Bad Tölz –  Die Geretsriederin Monika Hermann (56) arbeitet seit über zehn Jahren als Blutspende-Helferin – und doch hat sie der Andrang überrascht, wie sie im Kurier-Interview erklärt.

Frau Hermann, haben Sie solch einen Ansturm an Blutspendern schon einmal erlebt?

Monika Hermann: Nein, so einen Ansturm habe ich noch nie erlebt. Es sind so viele Leute da gewesen, dass uns die Gutscheine und Blutspende-Beutel ausgegangen sind. Wobei man sagen muss, dass die Resonanz in Benediktbeuern und Lenggries auch schon sehr gut war. Auffällig war, dass es sehr viele Erstspender gab.

Wie lange mussten die Leute warten?

Monika Hermann: Die reine Wartezeit betrug eine Stunde. Dann erst hat die Blutspende-Prozedur begonnen: Hämoglobin-Wert messen, Termin beim Arzt und so weiter. Die Leute waren ungefähr nach zweieinhalb Stunden wieder draußen. Ich bin um 20.30 Uhr heimgegangen. Da sind noch bestimmt zehn Leute angestanden.

Waren die Leute wegen der Wartezeit gereizt?

Monika Hermann: Nein, überhaupt nicht. Die Atmosphäre und die Disziplin der Leute waren wirklich beeindruckend. Es war nur ein Grantiger dabei, der ein bisserl angefressen war. Aber das ist ja verständlich, wenn man eine Stunde anstehen muss.

Wie sind die Leute mit der Wartezeit umgegangen?

Monika Hermann: Sie sind einfach nur dagestanden, haben geratscht und gelesen. Ganz entspannt. Toll.

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Monika Hermann. © Staar

Mussten Sie Leute heimschicken?

Monika Hermann:  Um 19 Uhr sind die Verantwortlichen rausgegangen und haben durchgezählt. Der Letzte in der Reihe sollte die später Gekommenen informieren, dass wir sie nicht mehr drannehmen können. Wie viele Leute der Mann heimschicken musste, weiß ich nicht.

Können Sie sich erklären, warum so viele Menschen mitgemacht haben?

Monika Hermann: Die Leute können nicht in den Urlaub fahren und sind daheim. In der Presse gab es auch einen Aufruf. Außerdem gibt es eine neue Social Correctness – man will anderen helfen, sich um andere kümmern. Das trägt vielleicht auch einen Teil dazu bei.

Mehr als 150 Blutspenden sind in vier Stunden nicht zu schaffen?

Monika Hermann: Ja, denn nach dem Blutspenden muss ja noch aufgeräumt und alles mit einem starken Desinfektionsmittel desinfiziert werden. Erst nach Mitternacht sind die letzten Helfer heimgegangen.

Corona macht das Blutspenden also deutlich aufwendiger?

Monika Hermann: Auf alle Fälle. Normalerweise haben wir immer gegen 22 Uhr alles zugesperrt.

Hat sich durch Corona auch die Blutspende-Prozedur selbst verändert?

Monika Hermann: Nein, nicht entscheidend. Der einzige Unterschied ist, dass der HB-Wert nun schon vor dem Termin beim Doktor gemessen wird. Die Menschen, bei denen der HB-Wert nicht passt, können nun gleich heimgehen und müssen nicht mehr auf den Arzt warten.

Wäre es sinnvoll, bei solch einem Ansturm die Frequenz der Blutspende-Termine zu erhöhen?

Monika Hermann: Das wird an anderer Stelle entschieden. Man muss ja auch immer genügend Helfer für die Termine finden. Und die Leute dürfen ja auch nicht so oft spenden, es müssen immer 56 Tage dazwischen liegen.

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