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 Der Gutachterausschuss im Landkreis stellte jetzt die neuen Bodenrichtwerte vor.

Bodenrichtwerte im Tölzer Land vorgestellt

Wohnen wird immer teurer

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Die Quadratmeterpreise für Bauland im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen sind weiter gestiegen – und ein Ende der Steigerung ist nicht in Sicht.

Bad Tölz-Wolfratshausen Der Gutachterausschuss im Landkreis stellte jetzt die neuen Bodenrichtwerte vor. Diese Werte sollen eine Hilfestellung für alle sein, die wissen wollen, was ihr Grundstück wert ist.

Das Gremium, das, wie Mitglied Oliver Kellermann betonte, unabhängig sei, bezieht seine Daten aus tatsächlich getätigten Verkäufen. „Der Ausschuss reguliert nicht die Preise“, sagte Andreas Hainz vom Bauamt. „Wir ermitteln vielmehr Richtwerte, um eine Datengrundlage zu haben.“ Für die Markttransparenz seien diese Werte sehr wichtig, sagte Matthias Bauer – „gerade in Zeiten, in denen die Grundstückspreise enorm gestiegen sind“, sagte Landrat Josef Niedermaier.

Es sei von Vorteil, dass die Bodenrichtwerte heute viel detaillierter dargestellt werden können, sagte Matthias Bauer, Mitarbeiter des Ausschusses. „So erhalten wir eine höhere Steuergerechtigkeit.“ Denn der Bodenrichtwert wird auch zur Berechnung der Erbschafts- oder Schenkungssteuer herangezogen.

Am teuersten wohnt es sich wie bereits bei der Erhebung vor zwei Jahren in Icking. Durchschnittlich 900 Euro werden dort für den Quadratmeter unbebauten Grund gezahlt. „Aber es gibt natürlich Lagen, in denen man deutlich mehr zahlt“, sagte Peter Schneider, Sachverständiger im Ausschuss. Schlusslicht der Tabelle ist Jachenau, mit einem Durchschnittspreis von 300 Euro pro Quadratmeter. „Aber das ist ein historischer Wert. Ich denke nicht, dass Sie für den Preis in der Jachenau etwas kaufen können“, sagte Schneider. Denn für manche Gebiete habe es nicht genügend Werte, also Verkäufe, gegeben, um daraus einen realistischen Mittelpreis zu erhalten.

Das teuerste Ortszentrum ist die Marktstraße Bad Tölz: Der Boden unter den historischen Häusern ist pro Quadratmeter etwa 1200 Euro wert. Je nach Lage sind die Preise in den drei Städten des Landkreises extrem gestiegen: Grund im Badeteil ist um 41 Prozent teurer, in den Tölzer „Premiumlagen“ (Schneider) wie Rehgraben oder Am Schuss lag die Steigerung bei bis zu 50 Prozent. In Geretsried haben die Preise in Gartenberg um bis zu 46 Prozent angezogen, in Wolfratshausen in Farchet sogar um 50 Prozent. Für Gewerbegrundstücke hingegen zahle man nur etwa zehn Euro pro Quadratmeter mehr als bei der letzten Erhebung.

Es gilt: Es wurden etwas weniger Immobilien verkauft, für die zahlten die Käufer dafür mehr. „Die Preiskurve zeigt tendenziell eher weiter nach oben“, sagte Schneider.

Bei den Wohnungen gebe der Markt nicht viel her, so der Immobilienwirt. „Die Lage ist sehr angespannt.“ Im Schnitt zahlen Käufer einer Bestandswohnung etwa 3045 Euro pro Quadratmeter, 2015 lag dieser Wert noch bei 2717 Euro. Preise für Neubau-Wohnungen sind höher.

Bürger können die Richtwerte-Liste im Landratsamt, Zimmer 2174, kostenlos einsehen oder zum Preis von 25 Euro schriftlich in der Geschäftsstelle anfordern.

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