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Rund 300 000 Euro Schaden entstand bei dem Brand. 

Brand in Tölzer Chemiebetrieb

„Das hat sauber geraucht“: Anwohner evakuiert

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  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    Veronika Ahn-Tauchnitz
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Bad Tölz – Rund 300 000 Euro Sachschaden ist bei dem Brand in einem Chemiebetrieb (wir berichteten) im Tölzer Farchet am Mittwochabend entstanden.

Das Feuer war gegen 17 Uhr entdeckt worden. „Die Löscharbeiten dauerten bis etwa 23 Uhr“, berichtete der Tölzer Feuerwehrkommandant Wolfgang Stahl am Donnerstag. Rund 100 Einsatzkäfte waren im Einsatz.

Nicht bestätigt hat sich übrigens der Anfangsverdacht der Feuerwehr, dass die Ölheizung in dem Betrieb den Brand ausgelöst hatte. „Das haben wir allerdings erst festgestellt, als wir tatsächlich in die Halle konnten“, sagte Stahl. Das war lange nicht möglich, weil die hohen Metallregale im Inneren drohten umzukippen. „Man hat dann aber gesehen, dass der Dachstuhl im Bereich der Heizung deutlich weniger verbrannt war als an anderen Stellen“, so Stahl. Die Brandfahnder der Weilheimer Kripo sind derzeit mit der Ermittlung der Brandursache beschäftigt.

Großbrand im Tölzer Gewerbegebiet Farchet

Wegen der starken Rauchentwicklung und weil die Flammen drohten, auf ein benachbartes Gebäude überzugreifen, evakuierte die Feuerwehr noch am Abend mehrere Wohnungen. Auch die von Roland Pauli. „Das hat sauber geraucht“, berichtet er. Der 33-Jährige wohnt mit seiner Frau und den zwei Kindern im Haus direkt neben dem Chemieunternehmen – im Abstand von zehn Metern Luftlinie. Eine Nachbarin habe, nach Auftrag der Feuerwehr, geklingelt und die Evakuierungsnachricht überbracht. Laut Pauli leben 16 Menschen in dem Haus. Angst um sein Hab und Gut hatte der Tölzer nicht. Polizisten und Feuerwehrmänner hätten ihn beruhigt: „Die waren sehr nett und haben gesagt, dass alles sicher ist.“

Zurück in die Wohnung durfte die Familie trotzdem nicht. Nachdem sie erfahren hatten, dass der Einsatz mindestens drei bis vier Stunden dauern würde, entschlossen sie sich, die Nacht woanders zu verbringen. Die Eltern von Paulis Frau nahmen die vier Tölzer in ihrer Wohnung in Waakirchen auf. „Mit zwei Kindern war das das Beste“, sagt Pauli.

Als er am nächsten Tag aus seinem Fenster auf das schwarze Nebengebäude blickt, sagt er: „Ich habe es mir noch schlimmer vorgestellt. Wenn Chemikalien gebrannt hätten, wäre das nicht so gut ausgegangen.

Glücklicherweise hielten sich zum Zeitpunkt des Brandes keine Menschen im Firmengebäude auf. Entwarnung gibt es auch bei dem Feuerwehrmann, der auf einem Schmierfilm ausgerutscht und gestürzt war und ins Krankenhaus gebracht wurde. Er konnte die Klinik laut Stahl schon wenig später wieder verlassen. 

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