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Lichterloh in Flammen: Der Anbau an der Rückseite des Hauptgebäudes, wo das Feuer ausgebrochen ist.

Erste Ermittlungsergbnisse

Kinder könnten Brand ausgelöst haben

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Bad Tölz - 220 000 Euro Schaden sind bei dem Brand am Donnerstagabend an der Salzstraße entstanden. Laut Kripo könnten zündelnde Kinder das Feuer verursacht haben.

Die Flammen sind gelöscht, der Rauch hat sich verzogen. Die schweren Verbrennungen aber, die sich eine Bewohnerin bei dem Brand zugezogen hat, werden nicht so schnell verheilen. Immerhin schwebt die 31-Jährige nicht in Lebensgefahr, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd am Freitag bekannt gab. Die Frau hatte sich bei dem Versuch, das Feuer zu löschen, laut Polizei-Sprecher Stefan Sonntag „erhebliche Verbrennungen“ zugezogen und wird nun in einer Münchner Klinik behandelt.

Vierköpfige Familie war in Lebensgefahr

Ihr Mann und die beiden Kinder wurden ebenfalls vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht. Sie sollen körperlich nahezu unversehrt sein, aber unter Schock stehen. Kein Wunder: Laut dem Tölzer Feuerwehr-Kommandanten Wolfgang Stahl war es ein großes Glück, dass die Familie den Flammen entkommen konnte. „Für sie bestand wirklich Lebensgefahr.“

Wie berichtet war in dem Anbau auf der Rückseite eines Wohn- und Geschäftshauses an der Salzstraße, wo die Familie lebt, am Donnerstagabend gegen 19.10 Uhr das Feuer ausgebrochen. Die rund 100 Rettungskräfte hatten die Flammen zwar bereits nach 20 Minuten gelöscht. In der Zwischenzeit hatte das Feuer aber bereits auf das Haupthaus übergegriffen und den Dachstuhl in Brand gesetzt.

Um die Flammen überhaupt bekämpfen zu können, mussten die rund 100 Rettungskräfte zunächst die Dachplatten entfernen und dann die Dachhaut öffnen. Für die Löscharbeiten waren zwei Drehleitern nötig. Erst nach gut zwei Stunden gab es Entwarnung, und die Aufräumarbeiten konnten beginnen. Unter anderem mussten die Helfer das Löschwasser aus dem Gebäudeinnern absaugen. Ersten Schätzungen der Kripo Weilheim zufolge liegt der Sachschaden bei rund 220 000 Euro.

Die ersten sind schon wieder in ihre Wohnungen zurückgekehrt

Völlig ausgebrannt sind der Anbau und die Dachgeschosswohnung im Hauptgebäude. „Der Anbau mit der Zahnarztpraxis ist dagegen nahezu unversehrt“, schildert Feuerwehr-Kommandant Stahl. Die anderen Wohnungen im Haupthaus seien nur teilweise vom Rauch in Mitleidenschaft gezogen worden. „Die Betondecken haben zum Glück verhindert, dass das Löschwasser runtergelaufen ist“, betont Stahl. Sonst wäre der Schaden wohl noch höher ausgefallen.

So konnten die ersten Bewohner bereits am Freitag in ihre Wohnungen zurückkehren. Sie alle hatten sich am Donnerstagabend selbst aus dem brennenden Haus retten können. Das erfuhren die Feuerwehrmänner jedoch erst später. Da sie sich nicht sicher waren, ob wirklich alle Wohnungen leer waren, brachen sie zwei Wohnungstüren auf. Die Frau, die in der Dachgeschosswohnung lebt, befand sich Stahl zufolge zum Zeitpunkt des Unglücks ohnehin im Urlaub.

Um der Ursache des Feuers auf den Grund zu gehen, waren am Freitag Brandfahnder der Kripo Weilheim vor Ort. Die Ermittlungen dauern zwar noch an. „Derzeit deutet aber einiges darauf hin, dass zündelnde Kinder das Feuer in dem Anbau ausgelöst haben“, sagte Polizei-Sprecher Stefan Sonntag am Freitag.

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