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Die große Ratsche kommt von Gründonnerstag bis Ostersonntag zum Einsatz – hier bedient von Oberministrantin Clara Buchberger (14) in Reichersbeuern. 

Brauchtum in der Karwoche

Klappern gehört zum Oster-Handwerk

Es ist ein Brauchtum, das zumindest in einigen Pfarreien noch gepflegt wird: Das Ratschen an den Tagen vor Ostern.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Der Legende nach fliegen die Kirchenglocken nach Rom: Am Gründonnerstag verstummen die Glocken, erst in der Osternacht, zur Feier der Auferstehung Jesu Christi, erklingen sie wieder. In der Zwischenzeit erklingen statt der Glocken oft die sogenannten Ratschen, eine Art von Holzklappern. Sie sind auch im südlichen Landkreis verbreitet – aber nicht in jedem Dorf.

„Der Brauch beginnt mit dem Gloria der Messe am Gründonnerstag und endet mit dem Gloria der Ostermette“, erklärt der Wackersberger Pfarrer Leo Sobik. „Es wird rund um die Kirche geratscht, so dass die Leute das auch hören.“ In Benediktbeuern dagegen war das „Ratschen“ laut Mesner Christian Höck noch nie Tradition.

Dem Brauchtum nach gibt es in einigen Pfarreien auch noch die sogenannten „Ratschenkinder“. Meist sind es Ministranten, die mit ihren hölzernen Instrumenten durch die Straßen ziehen, um die Gläubigen an den Gottesdienst zu erinnern.

Die Gaißacher Mesnerin Maria Eisele erläutert, dass in ihrer Gemeinde nur noch im Rahmen des Karfreitag-Gottesdiensts geratscht werde. „Die Ratschenkinder gibt es schon mindestens die letzten 30 Jahre nicht mehr.“

Auch in Reichersbeuern gibt es nur eine große Ratsche in der Kirche, die von Karfreitag bis Ostersonntag statt der Kirchenglocken zum Einsatz kommt. Mesner Jakob Baumgartner von der Tölzer Stadtpfarrkirche berichtet, dass die Ministranten hier nur noch rund um die Kirche „ratschen“. „Da sind nur kleine Handratschen im Einsatz. Am Kirchturm oben ist dann eine große Ratsche zu hören, wenn die Glocken in der Osterzeit verstummen.“  ts

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