Ihre Kreuzchen bei der Bundestagswahl machen dieses mal wohl viele lieber zu Hause.
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Ihre Kreuzchen bei der Bundestagswahl machen dieses mal wohl viele lieber zu Hause.

Bundestagswahl

Briefwahl in Bad Tölz-Wolfratshausen: Anteil könnte auf 60 bis 70 Prozent steigen

  • Patrick Staar
    VonPatrick Staar
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Schon in den ersten Tagen, in denen die Briefwahlunterlagen beantragt werden konnten, zeichnete sich in den Rathäusern in Bad Tölz-Wolfratshausen ab: Die Nachfrage ist heuer gewaltig.

Bad Tölz-Wolfratshausen - Die Briefwahl liegt seit vielen Jahren im Trend. Marianne Hagl von der Pressestelle der Stadt Geretsried geht davon aus, dass sich dieser Trend vor der Bundestagswahl am 26. September weiter verstärkt. Sie prophezeit: „Der Anteil wird bei 60 bis 70 Prozent liegen.“

Lenggries: Von Freitag bis Montag 1000 Anfragen zur Briefwahl

Andere Städte und Gemeinden im Landkreis registrieren einen ähnlichen Ansturm. So ist es in Lenggries seit Freitag vor einer Woche möglich, Briefwahl-Unterlagen zu beantragen. Am darauffolgenden Montag waren schon 1000 Anfragen eingegangen. „Ein ganz guter Andrang“, berichtet Wahlleiterin Carina Schmitter. Die Zahl der Briefwahl-Bezirke wird deshalb im Vergleich zu 2017 von drei auf vier aufgestockt. In Geretsried steigt ihre Anzahl von vier auf fünf, in Wolfratshausen von sechs auf elf und in Bad Tölz von drei auf elf. Ist die Anzahl der Briefwähler noch größer als erwartet, werde noch ein weiteres Briefwahllokal eingerichtet, berichtet der Tölzer Rathaus-Geschäftsführer Falko Wiesenhütter: „Wir sind gewappnet für den großen Briefwähler-Ansturm.“

Wolfratshausens Wahlleiter Hubert Bernwieser verdeutlicht, was dies in der Praxis bedeutet. Pro zusätzlichem Stimmbezirk benötige man acht Helfer. Unter dem Strich seien heuer also 40 zusätzliche Unterstützer notwendig. Ihre Zahl steige – inklusive der Notfall-Reserve – auf 200. In Lenggries sind am Wahlsonntag 90 Helfer im Einsatz.

Wegen Corona sagen einige altgediente Wahlhelfer ab

Schmitter und Wiesenhütter empfehlen, die Wahlunterlagen online auf der Homepage der Stadt oder Gemeinde zu beantragen. Ebenso kann das Formular, das sich auf der Wahlbenachrichtigung befindet, in den Briefkasten eingeworfen werden. Schließlich ist es – wie gewohnt – auch möglich, die Briefwahl-Unterlagen während der regulären Öffnungszeiten zu beantragen.

Grundsätzlich sei die Bereitschaft mitzuhelfen groß, sagt Bernwieser. So mancher hadere allerdings mit den Corona-Einschränkungen: „Wir haben etliche langgediente Wahlhelfer, die sagen: Heuer mag ich nicht“, berichtet der Wolfratshauser Wahlleiter. „Sie wollen nicht während der ganzen Vier-Stunden-Schicht Masken tragen. Dafür habe ich Verständnis.“ Ähnlich ist die Situation in Geretsried. Auch hier hätten „einige Wahlhelfer triftige Gründe für die Entbindung von diesem Ehrenamt vorgebracht“, berichtet Marianne Hagl.

Maske, Abstand, Lüften: Diese Corona-Regeln gelten im Wahllokal

Die Corona-Regeln seien ähnlich wie beim Einkaufen, sagt Schmitter. Es gelten die Maskenpflicht und die üblichen Abstandsregeln, es müsse regelmäßig gelüftet werden, die Anzahl der Wahlkabinen richte sich nach der Raumgröße. Ebenso könne jeder seine eigenen Stifte mitbringen, und jedem Wahlhelfer müsse ein kostenloser Corona-Test zur Verfügung gestellt werden, wenn er dies wünscht.

Ein Großteil der Wahlhelfer sind Rathaus-Mitarbeiter, doch auch jede Menge Externe werden benötigt. „Das Anwerben von Wahlhelfern war bis dato nicht notwendig, wird zukünftig jedoch angedacht“, berichtet Hagl. Sie würde sich freuen, wenn sich Menschen bei der Stadt melden, „die gewissenhaft und genau arbeiten und uns am Wahlsonntag unterstützen möchten“. In Bad Tölz gebe es heuer genügend Wahlhelfer, alles sei organisiert, sagt Wiesenhütter. „Trotzdem ist es gut, wenn wir eine kleine Reserve für Krankheitsfälle haben. Wer Interesse hat, könne eine Mail an wahlamt@bad-toelz.de schreiben. „Dieses Mal würde derjenige wohl nicht zum Einsatz kommen“, schränkt Wiesenhütter ein. „Es geht nur darum, dass wir wissen, wer generell Interesse hat.“ Die Gemeinde Lenggries sei in Sachen Wahlhelfer gut aufgestellt, sagt Schmitter. „Es ist aber schwierig, neue Leute zu finden. Im Hinblick auf die nächsten Kommunalwahlen bräuchten wir vor allem jüngere Leute mit guten Computer-Kenntnissen.“

Reich wird übrigens kein Wahlhelfer mit seinem Amt. So gibt es in Geretsried und Wolfratshausen 50 Euro „Erfrischungsgeld“ plus eine Brotzeit. „Dafür ist der Aufwand bei der Bundestagswahl aber auch recht überschaubar“, betont Bernwieser.

Bundestagswahl: Änderungen bei den Wahllokalen in Tölz

In Bad Tölz gibt es kleinere Änderungen in den Wahllokalen. So wird in der Sparkasse am Bahnhofsplatz nicht mehr im Seminarraum gewählt, sondern im Foyer des Hauptgebäudes. Beim Wahllokal in der Jahnschule ist baustellenbedingt der Zugang über die Jahnstraße nicht möglich. Wähler kommen über die Scharnhorststraße/Am Krottenbach auf der gegenüberliegenden Seite ins Gebäude.

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