In Tölz wird ein Buch über die Mühlfeldkirche vorgestellt.

Buchvorstellung

Ein Gotteshaus als Lebenswerk

Die Mühlfeldkirche ist ein Tölzer Kleinod. Ein neues Buch schildert nun die Geschichte der barocken Kirche und der mit ihr eng verbundenen Marienverehrung. Das Buch ist gewissermaßen das Lebenswerk der Autorin.

Bad Tölz Tölz im 17. Jahrhundert: Die Pest wütet, Gesindel zieht durchs Oberland, die Zeiten sind schlecht. Die Isarwinkler flüchten sich in den Glauben. „An einem Biertisch“, so zitiert Dr. Heidrun Franz die Quellen, habe damals eine Handvoll Männer den Plan zum Bau einer Kapelle geschmiedet. Sie legten damit den Grundstein für die Mühlfeldkirche.

„Die Entstehung der Mühlfeldkirche mitten im Dreißigjährigen Krieg „ist so spannend“, begeistert sich Dr. Heidrun Franz für ihr Thema. Die 74-jährige Autorin hat eine ganz spezielle Beziehung zur Mühlfeldkirche. Die Geretsriederin war einst Schülerin am Tölzer Gymnasium und hat, wie sie erzählt, „neun Jahre lang“ den Blick auf das Gotteshaus genossen. Heidrun Franz heiratete und bekam Kinder. Als diese aus dem Haus waren, beschloss sie, ein spätes Studium in Philosophie zu starten.

Mit 60 Jahren schrieb sie ihre Magisterarbeit und benötigte für das Thema „Soziale Repräsentation vor der Aufklärung“ exemplarisch „eine schöne kleine Barockkirche“. Sie wählte die ihr so vertraute Tölzer Mühlfeldkirche, um Funktion und ästhetische Gestaltung herauszuarbeiten. Die „mit höchstem Lob“ beurteilte Arbeit war Grundlage dafür, dass Heidrun Franz mit 70 Jahren sogar noch promovierte.

Aus der Magisterarbeit ist nun ein Buch geworden: „Die Geschichte der Mühlfeldkirche“ lässt mit zahlreichen Abbildungen und Originaltexten die Gründungs-, Bau- und Umbauphasen der Barockkirche lückenlos nachvollziehen. Es ist im Starnberger Apelles-Verlag erschienen.

Zurück zur ursprünglichen Kapelle, die als beliebtes Ziel von Wallfahrten mehrfach erweitert wurde. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der heutige Kirchenbau zu „Unserer lieben Frau Maria Hilf“ gebaut.

Für Heidrun Franz ist das Chorgemälde von Matthäus Günther das prägende und herausragende Kunstwerk der Kirche. „Das macht diese Kirche zu einem Kleinod.“ Es sei faszinierend, „wie der Wallfahrer oder Kirchenbesucher in das Gemälde über dem Hochaltar hineingezogen wird“. Auf dem Bild würde auch die Heimatliebe der Tölzer und ihre Liebe zum Kurfürsten sichtbar und deutlich, dass „diese Liebe auf ewig mit der Marienverehrung verbunden ist“. Mitte des 18. Jahrhunderts gipfelte die Marienverehrung der Tölzer schließlich in einer „Marianischen Kongregation“, einer Vereinigung des Tölzer Bürgertums, deren erlauchtestes Mitglied der Kurfürst persönlich war. „Aus dieser Zeit sind viele interessante sakrale Gegenstände in der Mühlfeldkirche geblieben“, so Franz.

Buchpräsentation:

Die Vorstellung des Buches durch Heidrun Franz findet am Montag, 16. Oktober, um 19.30 Uhr in der Franzmühle statt. Das Buch hat 136 Seiten und ist für 19,80 Euro im Buchhandel erhältlich.

von Nora Linnerud

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