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Ein Buch nehmen, ein Buch reinstellen: Nach diesem Prinzip funktioniert das offene Bücherregal in der Bad Heilbrunner Gäste-Info. 

Neues Projekt

Bücher öffentlich tauschen

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Ein Buch rausnehmen, dafür ein anderes reinstellen: So einfach ist das Prinzip der öffentlichen Bücherschränke. In einigen Gemeinden haben sie sich bereits bewährt.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Seit ein paar Monaten gibt es in der Katholischen Stiftungshochschule (KSH) in Benediktbeuern einen öffentlichen Bücherschrank. Initiiert wurde er von Lena Mayr, Paula Giebelhausen und Simone Schimpl. Die Studentinnen zeigen sich bei einer ersten Bilanz sehr zufrieden. „Der Bücherschrank wird sehr gut angenommen, worüber wir uns sehr freuen.“Genutzt wird er derzeit nicht nur von Studenten, sondern auch von Dozenten – offen steht er aber auch allen anderen Bücherfreunden. „Dadurch, dass immer wieder neue Semester an die Hochschule kommen, ist beständige Neugierde und Interesse festzustellen“, freuen sich die Initiatorinnen.

Nach kurzer Zeit sei der Schrank schon sehr voll gewesen, es finde ein reger Austausch statt. Positiv sei, dass die Regale stets ordentlich seien und dass alle möglichen Genres zu finden sind. „Wir drei haben auch schon selbst neue, interessante Bücher für uns entdeckt und auch eigene hineingestellt.“

Schöner Nebeneffekt: Für das Projekt Bücherschrank erhielten Mayr, Giebelhausen und Schimpl die Note 1,0. Ein Wunsch bleibt allerdings: „Es wäre schön, wenn noch mehr Besucher von extern den Bücherschrank nutzen würden.“

In Bad Tölz gibt es derzeit einen offenen Bücherschrank im Freibad Eichmühle – gedacht für die Sommerzeit. Initiiert wurde er von Stadträtin Margot Kirste, mit Unterstützung der Kioskleiterin Tina von Olnhausen. „Ich habe das in anderen Orten gesehen, beispielsweise in Zürich“, sagt Kirste über ihre Beweggründe. „Es ist schön, die Lust auf Lesen zu wecken.“ Gerade im Schwimmbad könnten sich viele Menschen die Zeit nehmen, mal wieder zu einem guten Buch zu greifen. „Wir haben aber nicht den Anspruch, dass immer eine bestimmte Anzahl Bücher im Schrank ist.“ Ihr ist aufgefallen, dass zum Ende der Freibad-Saison deutlich mehr Lesestoff herausgenommen worden war, als wieder reingestellt. Es sei aber kein Problem, das Regal immer wieder nachzufüllen. Sie habe auch ein paar Kinderbücher und Spiele bereitgestellt. „Aber zu groß wollen wir das Ganze nicht aufziehen“, sagt Kirste. Schließlich gebe es in Bad Tölz zwei Büchereien. Gemeinsam mit der Kioskleiterin, über deren sofortige Kooperation sich Margot Kirste sehr gefreut hat, hält sie ein Auge auf das Regal und mustert etwa kaputte Bücher aus.

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Nächstes Jahr wird es in Bad Tölz einen weiteren Bücherschrank geben. Laut Rathaussprecherin Birte Otterbach ist dieser in Vorbereitung: „Eine Telefonzelle wurde dafür bereits geordert und das Design entworfen.“ Eingerichtet und nutzbar wird er aber erst im nächsten Frühjahr sein. In Betrieb genommen wird er im Rahmen des Thomas-Mann-Festivals im Mai 2020. Wie berichtet gibt es auch in Königsdorf einen offenen Bücherschrank – bereits seit etwa zwei Jahren. Ins Leben gerufen haben ihn Viviane Zenau und Marlies Woisetschläger.

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Seit wenigen Wochen gibt es zudem in Bad Heilbrunn ein offenes Bücherregal in der Gäste-Info. „Momentan ist es ein Regal, wir wollen es aber demnächst noch professioneller aufziehen“, sagt Bürgermeister Thomas Gründl. Beworben wird es derzeit im Gemeindeblatt. Neben dem Regal im katholischen Pfarrheim ist es bereits das zweite in Bad Heilbrunn. Das Prinzip sei einfach: Jeder könne ein Buch rausnehmen, wenn er auch wieder eines reinstellt. Laut ersten Berichten sei das Regal in der Gäste-Info schon bestückt und werde genutzt. „Ich finde das gut, es ist eine Bereicherung“, so Gründl. Neben dem Nachhaltigkeits-Aspekt fördere so ein Austausch-Regal auch das Miteinander und passe zum Dorfcharakter.

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