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„Ein tragfähiges Nutzungskonzept für die Wandelhalle schaffen“, schwebt Michael Lindmair (FWG) vor. 

Kommunalwahl 2020

Bürgermeisterkandidat  Lindmair: Kompromiss mit Hoefter „ist längst fällig“

In Bad Tölz treten vier Kandidaten an, um Bürgermeister zu werden. Heute stellen wir den FWG-Kandidaten Michael Lindmair vor. 

Bad Tölz – Ist das Zufall? Ja, ist es. Michael Lindmair steht zum vereinbarten Gesprächstermin an der Wandelhalle mit Anton Hoefter zusammen. Ein kurzer Gedankenaustausch. Davon abgesehen: Die FWG hat sich stets einen Gesprächskanal zur Jod AG offen gehalten und stimmte 2015 mit Bürgermeister Josef Janker (CSU) für einen Kompromiss. Ein Drittel Wohnungen und zwei Drittel touristische Nutzung für alle Jod AG-Flächen. „Der kommt auch“, ist der 42-Jährige überzeugt. „Vielleicht auch 50:50. In fünf Jahren werden wir jedenfalls sagen, das hätten wir längst haben können.“

Kleiner Kursaal auf der Türk-Wiese 

Zwei Erfolgsstorys und zwei Dinge zum Anpacken sollte der FWG-Bürgermeisterkandidat beim Spaziergang zeigen. Die Wandelhalle ist sein erstes Anpack-Beispiel. Das Zentrum des Badeteils für Tourismus und das Thema Gesundheit stärken. Das ist erklärtes Ziel. Für die „europaweit einzigartige Wandelhalle“ könne in Verbindung mit dem Park und den Parkplätzen ein tragfähiges Nutzungskonzept geschaffen werden. Veranstaltungen, Seminare und Gastronomie, nennt der gelernte Makler Stichworte und kann sich Synergieeffekte mit dem Kurhaus vorstellen. Auf der Türk-Wiese hinter dem Kurhaus schwebt ihm der neue Standort des Kleinen Kursaals vor. Geschickt gebaut mit Tiefgarage und abschirmendem Innenhof wären seiner Meinung drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Lärmproblem gelöst, neue Parkplätze und ein Kursaal-Ersatz. Am Vichy-Platz soll stattdessen eine kleine Markthalle mit Geschäften entstehen.

Apropos Vichy-Platz: Einladend findet den Lindmair nicht. Auch das versetzte Parken missfällt ihm, weil es Radler und Fußgänger in die Bredouille bringt. Sein Rezept: Einseitiges Parken, schmälere Fahrbahnen, dafür eingezeichnete Radwege.

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Der Weg führt zur Tourist-Info, wo der Tölzer erst einmal eine Lanze für deren Arbeit bricht. Weil nämlich die Tölzer Kultur – auch Aufgabe der TI – eine echte Erfolgsgeschichte sei. „Da musst du weit gehen, um so etwas in Qualität und Umfang zu finden.“ Da erkennt Musiker Lindmair auch ein gutes Stück Tölzer Identität wieder. Das will er fördern. Auch unorthodox. Lindmair denkt etwa an einen Veranstaltungsraum nach Art der Kemptener BigBox. Nicht zu groß, einfacher Bau, technisch gut ausgestattet.

Was muss die Stadt unbedingt angehen? „Thema Wohnungen“, sagt Makler Lindmair. „Wenn nicht ich, wer sonst soll dafür stehen.“ Lange Zeit habe die Stadt das Thema nicht ernst genommen. Jetzt tue sie es aber. Jedes Jahr fordert Lindmair ein Wohnbauprojekt – abwechselnd für jeden Geldbeutel.

Christkindlmarkt in Gries ausdehnen 

Die Stadt selbst könne nicht alles bauen, schon deshalb, weil kommunales Bauen teurer ist. Der verheiratete Vater von zwei Kindernkann sich gut vorstellen, dass Projekte ausgeschrieben werden. Und auch, dass Deals mit Bauträgern auf privaten Flächen getroffen werden. Soundsoviele rollstuhlgerechte oder günstige Wohnungen, dafür ansonsten umfassendes Baurecht. „Woanders ist das längst üblich.“ Lindmair ist zudem für die Gründung einer kommunalen Wohnbaugesellschaft, um Flächen zu erwerben und nach Bedarf baureif zu machen. Mehr Einfluss will ein Bürgermeister Lindmair dabei auf die architektonische Gestaltung nehmen. „Auch das ist Tölz.“ Da sei manches im Badeteil nicht so glücklich gelaufen.

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Die Wanderung ist im Gries angelangt. Vorbildhaft sei die Bürgerbeteiligung am Neugestaltungs-Prozess gelaufen. Ein Modell der Zukunft, findet Lindmair. Auf dem Weg fällt ihm noch ein, dass der Christkindlmarkt mit einem Kripperl-Markt ins Gries ausgedehnt werden könnte. Das allzu zentrale WC-Häuschen könnte man verschieben und stattdessen einen Radlparkplatz schaffen. Und auch der alte Traum vom zweiten Isarsteg ist für den 42-Jährigen längst nicht ausgeträumt. „Spätestens, wenn das Hotel kommt.“

„Ich bin wieder voll belastbar.“

2019 hatte Lindmair einen Herzinfarkt. Einige hatten damit gerechnet, dass das das Ende seiner politischen Ambitionen sein könnte. Er aber sagt: „Ich bin wieder voll belastbar und körperlich fitter als vorher.“ Nach so einem Ereignis hinterfrage man natürlich vieles. „In einigen Bereichen habe ich meine Aktivitäten reduziert. So kann ich den Fokus auf die Dinge lenken, die mir wirklich wichtig sind – und dazu gehört auch, Bürgermeister zu werden.“

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