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Der neu gewählte Vorstand der Tölzer Grünen: Vorsitzender Andreas Wild (Mitte), Schriftführer Thomas Maurer (re.) sowie die Beisitzer (v. li.) Franz Mayer, Anna Öhler und Juliane Kempkes. 

Jahresversammlung

Tölzer Grüne liebäugeln mit Bürgermeister-Kandidatur

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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Die Tölzer Grünen wollen den Schwung aus dem erfolgreichen Bürgerentscheid um den Bichler Hof mit in die Kommunalwahl nehmen - und vielleicht sogar einen Bürgermeister-Kandidaten stellen.

Bad Tölz – Die Grünen fühlen sich im Aufwind: Die Partei fuhr bei der Landtagswahl ein hervorragendes Ergebnis ein und liegt bundesweit in Umfragen deutlich auf Platz zwei und nur knapp hinter der CDU/CSU. Der Tölzer Ortsverein konnte sich zuletzt den Erfolg des Bürgerbegehrens zum Bichler Hof mit auf die Fahnen schreiben und lockte zur Jahresversammlung im „Kolberbräu“ neben 14 eigenen Mitgliedern immerhin auch eine Handvoll Interessierter von außerhalb der Partei an. „Diesen Schwung wollen wir mit in die Kommunalwahl 2020 nehmen“, sagte Ortsvorsitzender Andreas Wild. Ziel sei es, die Zahl von jetzt vier Stadträten zu erhöhen und vielleicht auch einen grünen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen zu schicken. „Das wird sich in nächster Zeit entscheiden.“

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Im zuvor abgehaltenen Rückblick war der Bürgerentscheid ein zentrales Thema. Wild freute sich, dass es gelungen sei, Wähler weit über das grüne Kernpublikum hinaus zu mobilisieren. Der Druck zweier Infoflyer etwa sei teuer gewesen. „Aber das wurde uns durch Spenden refinanziert, und zwar nicht nur aus dem grünen Lager.“

Die Grünen-Fraktion werde nun als nächstes im Stadtrat die Aufhebung des Aufstellungsbeschlusses für den Bebauungsplan des Bichler-Hof-Areals beantragen, sagte Fraktionssprecher Franz Mayer. „Dann ist die Sache geklärt und gegessen, und es kommt nicht irgendwann später Wohnen ohne Hotel.“

Kommunalwahl 2020 in Bad Tölz: Zwickerwiese rückt in den Fokus

Außerdem richten sich Mayers Gedanken schon auf das nächste geplante Baugebiet: das auf der Zwickerwiese. Hier soll erstmals die städtische Vorgabe der „zukunftsorientieren Bodennutzung“ (ZoBoN) zur Anwendung kommen. Der Eigentümer muss also bei der Umwandlung des Grünlands in Bauland ein Drittel an die Stadt verkaufen. Mayer kritisierte aber, dass Ziele, auf die man sich eigentlich in der aus Verwaltung und Stadträten zusammengesetzten „AG Wohnen“ geeinigt habe, auch dort nicht zu Anwendung kämen. „Wir wollen, dass es dort auch Objekte zur Miete gibt und dass Genossenschaften zum Zug kommen.“ Außerdem sollten nach Mayers Vorstellung auch bei der Vergabe der Häuser auf den restlichen zwei Dritteln des jetzigen Eigentümers die Vergabekriterien der Stadt angewandt werden, etwa die Bevorzugung von Einheimischen und Familien.

Geburtshilfe: „ Frauen und Familien im Südlandkreis schauen in die Röhre“

Dass an der Kreisklinik in Wolfratshausen nun eine Geburtshilfe-Abteilung als Außenstelle des Klinikums Starnberg eröffnet habe, sei zwar „schön, für die Frauen im Nordlandkreis, aber die Frauen und Familien im Südlandkreis schauen in die Röhre“, griff Mayer ein weiteres Thema auf. Tölz wäre aus seiner Sicht der bessere Standort gewesen. „Aber im Norden leben mehr Frauen und somit auch Wähler. Für Landrat Josef Niedermaier war es attraktiver, sich dort zu engagieren.“

Auch habe er einen Aufschrei der CSU- und FW-Bürgermeister etwa aus Lenggries, Wackersberg, Bad Heilbrunn und Bichl vermisst, kritisierte der Grünen-Stadtrat. Kreisrätin Barbara Schwendner wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die wichtigen Entscheidungen zur Geburtshilfe im Kreistag in erster Linie von Männern getroffen worden seien. Frauen, speziell aus dem Südlandkreis, seien zu schwach vertreten. Deswegen appellierte sie, dass mehr Frauen kandidieren sollten.

Barbara Schwendner und ihr Mann Franz Mayer stimmten überein, dass man nun die Umsetzung des Kreistags-Beschlusses im Auge behalten müsse: Demnach soll nach Eröffnung der neuen Geburtshilfe in Wolfratshausen weiter nach einer Lösung für Tölz gesucht werden.

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