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Im frisch renovierten „Pistolero“ diskutieren Politiker aus dem Wahlkreis am 28. Juli mit jungen Besuchern.

Erstwähler treffen Politiker

Bundestags-Kandidaten geben Antworten - in Tölzer Nachtclub

Junge Wähler sollen vor der Bundestagswahl die Direktkandidaten aus dem Wahlkreis treffen - und zwar im Nachtclub „Pistolero“.

Bad Tölz – Wie weckt man bei jungen Menschen das Interesse für die Bundestagswahl am 24. September? Vier Organisationen haben eine gemeinsame Antwort darauf: Man bringt alle Direktkandidaten aus dem Wahlkreis mit Erstwählern und jungen Politikinteressierten in einem Nachtclub zusammen.

Der Kreisjugendring, die Kreisjugendpflege, die Tölzer Jugendförderung und die Tölzer Evangelische Jugend organisieren ein sogenanntes „Wahl-Warm-Up“. Der Titel der Veranstaltung, die am Freitag, 28. Juli ab 18.30 Uhr im „Pistolero“ am Moraltpark steigt, lautet: „Wei’s ned Wurscht is“. „Wir wollen junge Erwachsene auf ihr Wahlrecht aufmerksam machen, das sie unbedingt nutzen sollten“, sagte Kreisjugendpflegerin Verena Peck am Dienstag im Rahmen eines Pressegesprächs.

Redaktionsleiterin des Tölzer Kurier moderiert

Zur Vorstellung des Konzepts hatten die Organisatoren eine besonders gute Nachricht mitgebracht: Bis auf Maximilian Stocker von der Bayernpartei – auf seine Antwort wartet man noch – hätten alle Direktkandidaten aus dem Wahlkreis bereits zugesagt. Im erhöhten Bereich des frisch renovierten „Pistolero“, wo junge Partygänger sonst Cocktails schlürfen, werden am 28. Juli also Alexander Radwan (CSU), Hannes Gräbner (SPD), Andreas Wagner (Linke), Karl Bär (Grüne), Fritz Haugg (FDP) und Constantin Leopold Prinz von Anhalt-Dessau (AfD) sitzen. Die Moderation der rund zweistündigen Diskussion übernimmt die Redaktionsleiterin des Tölzer Kuriers, Veronika Ahn-Tauchnitz.

Dass es eine große Herausforderung ist, junge Menschen zu einer Podiumsdiskussion zu locken, ist den Organisatoren klar: „Deshalb gehen wir dort hin, wo viele Jugendliche sind“, sagt Jana Klingenberg von der Evangelischen Jugend. Sie hatte die konkrete Idee, das Wahl-Warm-Up mit einer Party zu verbinden. Der Termin könnte nicht passender sein: Der 28. Juli ist der letzte Schultag. Im „Pistolero“ steigt ab 21 Uhr die seit vier Jahren beliebte „School’s Out Party“. Die Idee der Jugendarbeiter: Wer zur Politikveranstaltung kommt, spart sich hinterher die sechs Euro Eintritt.

„Werbung für Wahl statt für Parteien“

Die „Pistolero“-Betreiber Florian und Kristin Haupt spielen da gerne mit: „Wir haben engen Kontakt zu den jungen Leuten und merken, dass einige in Sachen Politik lustlos sind“, sagt Kristin Haupt. „Gerade in diesen Zeiten ist es sehr wichtig, zur Wahl zu gehen“, ergänzt Ehemann Florian. Jana Klingenberg findet: „Viele Jugendliche sind überfordert. Die Veranstaltung ist auch dazu da, die Wahl zu erklären.“ So wird ein Video eingespielt, das unter anderem den Unterschied zwischen Erst- und Zweitstimme erläutert. Kreisjugendring-Geschäftsführerin Kerstin Barth betont: „Das soll keine Werbung für Parteien oder Politiker werden, sondern eine für die Wahl an sich.“ Kreisjugendpflegerin Verena Peck wünscht sich von den Politikern „statt aufgesetzter Wahlkampfreden authentische Antworten“.

Und auf welche Fragen? Um zu klären, welche Themen jungen Menschen am Herz liegen und was sie über die Wahl oder von Politikern wissen möchten, hat Peck Fragebögen in der Berufsschule und im Tölzer Gymnasium verteilt. Jana Klingenberg hat sich schon mal auf Veranstaltungen der Evangelischen Jugend umgehört. Radwan, Gräbner und Co. müssen wohl unter anderem mit folgenden Fragen rechnen: „Würden Sie gegen die Meinung Ihrer Partei stimmen? Wie stellen Sie sich Deutschland in 100 Jahren vor? Oder: Wie denken eigentlich ihre Kinder über das, was sie machen?“

Der Abend ist übrigens offen für alle Altersgruppen: Jeder politisch Interessierte und der es werden möchte, darf kommen. 

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