Am Tölzer Bahnhof startete Erich Utz seine Radtour. Sie führte von Bad Tölz in Richtung Miesbach.
+
Am Tölzer Bahnhof startete Erich Utz seine Radtour. Sie führte von Bad Tölz in Richtung Miesbach.

Mehr Gleise, mehr Seezugang

Bundestagskandidat Erich Utz (Die Linke) buhlt bei Radtour um Wählergunst

  • Felicitas Bogner
    VonFelicitas Bogner
    schließen

Erich Utz möchte für „die Linke“ in den Bundestag ziehen. Um ins Gespräch mit potentiellen Wählern zu kommen machte er eine Radtour durch das Tölzer Land und Miesbach.

Bad Tölz/Miesbach – Mit dem Rad raus an die Isar. Wenn Erich Utz (Die Linke) entspannen will, dann schwingt er sich auf eins seiner drei Räder und fährt von seinem Zuhause am Münchner Westpark in die Natur. So verband er sein Hobby und sein Fortbewegungsmittel – Utz hat kein Auto – mit seinem Wahlkampf und rief zur Radltour durchs Tölzer Land und Miesbach auf. Denn Utz möchte als Nachfolger des Geretsrieders Andreas Wagner in den Bundestag einziehen. Er ist der Kandidat für den Wahlkreis Bad Tölz-Wolfratshausen/Miesbach.

Utz: Menschen sollen nicht aufs Auto angewiesen sein müssen

Den Drahtesel wählte er bewusst für seine Politaktion. „Ich will gesehen werden und mit Bürger in den Dialog kommen.“ Dazu wolle er ein Zeichen für eines seiner Ziele setzen: „Einen zweigleisigen Ausbau des Zugverkehrs im Oberland und mehr Radwege.“ Man müsse dagegen vorgehen, dass Menschen, die im Oberland leben, auf ein Auto angewiesen sind, so die Ambitionen des 62-jährigen Juristen. Vom Tölzer Bahnhofsplatz aus strampelte er mit Parteikollegen also zu seiner ganztägigen Tour los. Stopps gab es an den Ortsschildern von zahlreichen Gemeinden, wie etwa Greiling und Sachsenkam; eine längere Pause folgte in Holzkirchen.

Privatgrundstücke mit Seezugang sind ihm ein Dorn im Auge

Ein besonderes Anliegen hat der „Linke“-Kandidat in den Gemeinden rund um den Tegernsee. Denn dort stört es Utz enorm, dass es viele private Grundstücke mit Seezugang gibt. „In der Bayerischen Verfassung steht, dass alle ein Recht auf Zugang zu den Naturschönheiten haben“, argumentiert Utz. Also möchte er sich dafür einsetzen, dass jeder Zugang zu den Seen von allen genutzt werden können. „Man könnte so einen Radrundweg direkt am See bauen“, spekuliert Utz. Genauere Überlegungen dazu gäbe es noch nicht. Eine damit einhergehende Zwangsenteignung fände er „fair und im Sinne des Allgemeinwohls.“ Denn für ihn ist klar, dass infrastruktureller Ausbau immer höher gestellt sein müsse als Privateigentum.

Zwangsenteignung fände er „fair und im Sinne des Allgemeinwohls.“

Grundsätzlich sei Ziel seiner Tour „gesehen zu werden“ und „ins Gespräch zu kommen“. Denn Utz empfindet im Oberland oft eine „grundsätzliche Unaufgeschlossenheit“ seiner Partei gegenüber. „Viele wollen gar nicht stehen bleiben und mit einem reden. Das verstehe ich nicht.“ Daher möchte er sich nun kurz vor der Wahl noch einmal besonders Mühe geben, sich mit den Bürgern seines Wahlkreises auszutauschen.

Bad-Tölz-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Bad-Tölz-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Bad Tölz – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare