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Leopold Constantin Prinz von Anhalt Dessau tritt im Wahlkreis 223  für die AfD an

Bundestagswahl 2017

Tölzer Kandidatencheck auf Herz und Nieren: Constantin von Anhalt (AfD)

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Sieben Direktkandidaten buhlen bei der Bundestagswahl im Wahlkreis Bad Tölz-Wolfratshausen/Miesbach um die Erststimmen. Leopold Constantin Prinz von Anhalt Dessau tritt für die AfD an. Der 70-Jährige im Kandidatencheck.

Bad Tölz - Leopold Constantin Prinz von Anhalt Dessau ist sicher der umstrittenste Kandidat im Wahlkreis. Nicht nur, weil er für die AfD antritt, sondern auch wegen der anhaltenden Verwirrungen um seinen Namen. Geboren als Michael Hipp hat er den Titel einmal durch Heirat erworben. Später habe ihn aber auch noch seine Schwiegermutter, im Live-Stream nennt er sie seine „Ziehmutter“, adoptiert.

Von Anhalt lebt in Tegernsee. Er arbeitet als Kunsthändler und Auktionator. Ehrenamtlich berät er zudem StartUp-Unternehmen. Zuvor war er als selbstständiger Unternehmer und Geschäftsführer in der Kosmetik-, Textil- und Immobilienbranche tätig sowie als Vorstandsvorsitzender der Euro Grund AG Berlin. Er hat Mittlere Reife, absolvierte dann eine private höhere Wirtschaftsfachschule (Internat) mit den Hauptfächern BWL, ZBO und Staatsbürgerkunde. 

In von Anhalts Lebenslauf stehen auch langjährige Auslandsaufenthalte in USA, Spanien, England und Malta, Kunst- und Studienreisen nach Indien, Italien und Südfrankreich. Parteimitglied ist er seit 2013.

Im Live-Stream mit dem Tölzer Kurier überraschte von Anhalt mitunter durch Positionen, die nicht mit dem AfD-Programm übereinstimmen. Beispielsweise ist der Tegernseer der Meinung, dass es eine Obergrenze für Asylbewerber nicht geben kann. „Das kann man nicht an Zahlen definieren. Aber irgendwann ist der Krug voll und läuft über. Wenn wir es nicht schaffen und unsere sozialen Systeme dadurch ausgehöhlt werden, weil wir es auch finanziell nicht packen können – ist das das Ende. Wenn Sie nichts haben, können Sie einem anderen nicht mehr helfen. Soweit darf es nicht kommen.“ Auch den Islam „möchte ich nicht pauschal verurteilen. Ich habe islamische Freunde, mit denen ich gut zurechtkomme. Wenn ich aber die Scharia im Hinterkopf trage: Wie will ich mich in ein Land integrieren, das eine vollkommen andere Kultur hat?“ Warum aber hat von Anhalt dann AfD-Mitglied Nicolaus Fest zu einem Vortrag nach Tölz eingeladen? Fest forderte in seiner Rede, der Islam solle „vernichtet“ werden. „Das sind natürlich Aussagen, die ich so nicht unterschreibe“, sagte Anhalt im Live-Stream.

Er fordert wie die AfD, dass Kinder ab 12 Jahren strafmündig sind und vor Gericht gestellt werden können, ist für den Mindestlohn und will die Kinderarmut bekämpfen - allerdings in erster Linie die der deutschen Kinder, wie er im Stream verdeutlicht.

Als Direktkandidaten im Walhkreis 223 Bad Tölz-Wolfratshausen/Miesbach bewerben sich Alexander Radwan (CSU),  Hannes Gräbner (SPD), Karl Bär (Grüne), Andreas Wagner (Linke), Fritz Haugg (FDP), Constantin Leopold Prinz von Anhalt-Dessau (AfD) und Maximilian Stocker (Bayernpartei).

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