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Karl Bär tritt im Wahlkreis 223 für die Grünen an.

Bundestagswahl 2017

Tölzer Kandidatencheck auf Herz und Nieren: Karl Bär (Grüne)

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Sieben Direktkandidaten buhlen bei der Bundestagswahl im Wahlkreis Bad Tölz-Wolfratshausen/Miesbach um die Erststimmen. Karl Bär tritt für die Grünen an. Der 32-Jährige im Kandidatencheck.

Bad Tölz - Karl Bär aus Holzkirchen ist der jüngste Kandidat in der Riege der Erststimmenbewerber im Wahlkreis 223 - er bringt aber einiges an Erfahrung mit sich. Für Bär ist es nämlich bereits die dritte Kandidatur.

Bär ist ledig und arbeitet als Referent für Agrar- und Handelspolitik beim Umweltinstitut München. Nach dem Abitur in Tegernsee absolvierte er ein Doppelstudium der Agrarwissenschaft und Islamwissenschaft in Berlin und Istanbul. Vor der Stelle am Umweltinstitut war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Kulturpolitik bei der Bundestagsabgeordneten Agnes Krumwiede tätig.

Parteimitglied bei den Grünen ist Bär seit 2003. Im Wahlkampf setzt er auch auf den Kontakt zur Jugend. Zum Wahlkampf-Endspurt am Abend vor der Wahl steht beispielsweise eine Wahlkampf-Tour durch die Kneipen in Wolfratshausen auf dem Programm - gemeinsam mit der grünen Jugend.

Landwirtschaft und Verbraucherschutz sind Themen, die ihm am Herzen liegen. „Wir müssen entscheiden: Wollen wir uns mit den Verbrauchern verbünden oder mit dem Bauernverband, der im Prinzip der Chemie-Industrie nahesteht? Wenn ich mit Bauern im Landkreis Miesbach rede, frage ich mich immer: Warum sind die im Bauernverband?“, sagte Bär im Live-Stream mit dem Tölzer Kurier. Er ist klar gegen den Einsatz von Pestiziden. „Hier wird Artenvielfalt zerstört. Das ist für uns auf der globalen Ebene ein ähnliches Problem wie der Klimawandel, weil wir die Stabilität der Ökosysteme gefährden.“

Die Forderung der Grünen, Verbrennungsmotoren ab 2030 zu verbannen, hält er nicht für radikal. „Das ist eine industriepolitische Maßnahme. Wenn wir sagen: Wenn schon Elektroautos fahren, dann sollen sie da produziert werden, wo traditionell Autos produziert werden, nämlich hier. Dann haben wir eine Chance, einen Teil der Arbeitsplätze in der deutschen Autoindustrie zu behalten.“

Generell wäre es Bär, der kein Auto hat, aber lieber, wenn der Öffentliche Personennahverkehr ausgebaut würde. Dass hier so wenig geschehen sei, sei „die Schuld einer Auto-zentrierten Bundespolitik.“

Bär ist für einen höheren Mindestlohn, gegen Freihandelsabkommen und gegen eine Obergrenze bei Asylbewerbern. „Das ist Blödsinn. Was will ich denn machen: auf den 200 001. schießen?!“

Als Direktkandidaten im Walhkreis 223 Bad Tölz-Wolfratshausen/Miesbach bewerben sich Alexander Radwan (CSU),  Hannes Gräbner (SPD), Karl Bär (Grüne), Andreas Wagner (Linke), Fritz Haugg (FDP), Constantin Leopold Prinz von Anhalt-Dessau (AfD) und Maximilian Stocker (Bayernpartei).

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