+
Als Harfen-Duo erfolgreich: Bernadette Rührgartner (li.) und Theresa Huß beim „Jugend musiziert“-Auftritt.

Bundeswettbewerb

Die Abräumerinnen von „Jugend musiziert“

  • schließen
  • Melina Staar
    Melina Staar
    schließen

Bad Tölz-Wolfratshausen . Bei „Jugend musiziert“ schneiden Schüler aus der Region immer wieder hervorragend ab. Vor Kurzem siegten Sophie Kiening aus Lenggries, Theresa Huß aus Sachsenkam und Bernadette Rührgartner beim Bundeswettbewerb in Kassel.

Wer so fleißig übt, muss sich auch mal eine Pause gönnen: Kein Wunder also, dass einige der Bundessiegerinnen von „Jugend musiziert“ nach dem Wettbewerb in Kassel rund um Pfingsten direkt in die Ferien starteten. Und so kam es, dass Theresa Huß und Bernadette Rührgartner erst im Urlaub von ihrem Erfolg erfuhren. Denn die Jury hatte die Wettbewerbsteilnehmer im Fach Harfe wieder nach Hause geschickt, ohne das Ergebnis direkt zu verkünden.

„Ich hatte nicht damit gerechnet, dass wir auf Platz eins landen“, sagt Theresa Huß. Die Zwölfjährige aus Sachsenkam bildete zusammen mit der gleichaltrigen Bernadette Rührgartner aus Eurasburg ein Harfen-Duo. Die beiden kennen sich von vorangegangenen „Jugend musiziert“-Wettbewerben. Zum Bundesentscheid waren sie bislang noch nicht zugelassen, weil sie zu jung waren. Durch Regional- und Landeswettbewerbe in den Jahren zuvor hatten sie aber schon Erfahrung gesammelt. Und nun schafften sie es beim ersten „ganzen“ Wettbewerb gleich auf Platz ein in ihrer Altersgruppe.

Schwestern mit Talent: Sophie (li.) und Johanna Kiening räumten beide schon erste Preise ab.

„Aufgeregt waren wir eigentlich erst fünf Minuten vor Beginn“, berichtet Theresa. Gemeinsam spielten sie drei Stücke, sowohl Klassisches als auch Zeitgenössisches. „Die Jury achtet auf Technik, Ausdruck und das Miteinander“ , sagt Theresa, die an der Tölzer Musikschule von Judith Geißler-Herzog unterrichtet wird und die siebte Klasse des Seidl-Gymnasiums besucht. Bernadette Rührgartner nimmt bei Ragnhild Kopp in München Unterricht und besucht die siebte Klasse des Gymnasiums in Icking. „Wir wollen jetzt öfters mal zusammenspielen“, sagt Theresa. Harfenspielen ist freilich nicht ihr einziges Hobby – die Zwölfjährige ist auch Fußballspielerin beim SV Sachsenkam.
Bei Sophie Kiening aus Lenggries liegt das Talent augenscheinlich in der Familie: Sie holte in Kassel einen ersten Preis – nur ein Jahr, nachdem ihre Schwester Johanna dasselbe gelungen war.
Die Aufregung war in der Früh am größten, sagt die 15-Jährige, die mit der Viola antrat. Mit dem Papa und ihrer Pianistin war die Gymnasiastin nach Hessen gefahren. Im Lauf des Tages legte sich die Nervosität. Kurz vor ihrem Auftritt traf Sophie Kiening eine Musikerin, die sie aus dem Orchester kannte. „Wir haben uns etwas unterhalten. Dann ist die Nervosität ganz leicht wiedergekommen.“

Vor der vierköpfigen Jury und etwa 25 Personen im Publikum spielte die junge Lenggrieserin Stücke von Edward Bowen, Max Bruch und Sulkhan Fyodorovich Tsintsadze – nicht ganz zu ihrer eigenen Zufriedenheit. „Die Akustik war nicht gut“, sagt sie. „Ich war etwas verwirrt, weil der Klang sehr trocken war. Es war nicht die beste Fassung, die ich je gespielt habe. Aber es hat wohl gelangt.“

Die Freude war riesig

Schon einen Tag, bevor die Ergebnisse eigentlich bekannt gegeben werden sollten, schrieb eine Freundin eine Nachricht an Sophie Kiening und gratulierte ihr. „Tatsächlich stand da schon im Internet, dass ich gewonnen habe.“ Die Freude war riesig.

Dabei spielt Sophie erst seit einem Jahr Viola. Zuvor hatte sie seit ihrem fünften Lebensjahr Geige gespielt. „Ich bin umgestiegen, weil ich finde, dass die Viola schöner klingt.“ Täglich übt sie – „in den Ferien und am Wochenende auch mal bis zu drei Stunden am Tag“.

Großes Talent bescheinigt ihr ihre Schwester. „Beim Landeswettbewerb hat sie ganz toll vorgespielt“, sagt Johanna Kiening (17). „Und auch beim Bundeswettbewerb war sie sehr gut – auch, wenn sie es selber nicht so empfindet.“ Die Schwestern grinsen sich an.

Für die beiden steht ein spannender Sommer an. Sie spielen gemeinsam im Bayerischen Landesjugendorchester. Mit diesem fahren sie im Juli und August zunächst für zehn Tage nach Eppan (Südtirol) und dann nach Japan. Auf dem Programm stehen Konzerte in Tokio und Hiroshima. „Abends werden wir Konzerte spielen, vormittags haben wir frei oder Proben“, sagt Johanna Kiening.

Für Sophie steht schon fest, dass sie einmal einen musikalischen Beruf ergreifen möchte. „Ich könnte mir vorstellen, Geigen- oder Bratschenbauerin zu werden.“ Ihrem Geigenbauer habe sie schon ab und zu über die Schulter geschaut. Sollte es nichts mit diesem Berufswunsch werden, „kann ich mir als Alternative auch vorstellen, Bratsche zu studieren“.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Klaus Barthel will SPD-Landeschef werden
Klaus Barthel will SPD-Landeschef werden
Schneller Surfen in Bad Heilbrunn
2214 Haushalte in Heilbrunn können jetzt schneller surfen – wenn sie wollen. Der Breitbandausbau in der Gemeinde ist fast abgeschlossen. 17 aufgerüstete Verteilerkästen …
Schneller Surfen in Bad Heilbrunn

Kommentare