Der Räumungsverkauf bei Camping Grasberger läuft bis Ende November. Dann hören Gerlinde Grasberger (Mi.), Tochter Christine Baumgartner und Sohn Roland Grasberger auf.
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Der Räumungsverkauf bei Camping Grasberger läuft bis Ende November. Dann hören Gerlinde Grasberger (Mi.), Tochter Christine Baumgartner und Sohn Roland Grasberger auf.

Räumungsverkauf läuft

„Camping Grasberger“ bricht in Tölz die Zelte ab

  • Melina Staar
    vonMelina Staar
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Der Camping-Laden in Bad Tölz ist eine Institution. Trotzdem hat sich die Familie jetzt entschlossen, das Geschäft aufzugeben.

Bad Tölz – Als „Tante-Emma-Campingladen“ bezeichnet Inhaber Roland Grasberger sein Geschäft an der Königsdorfer Straße. Wer den Laden kennt, kann dies bestätigen: Im Grunde gibt es nichts, was es nicht gibt für den Outdoor-Fan. Allerdings nicht mehr lange: Bis Ende November läuft der Räumungsverkauf, „Camping Grasberger“ schließt.

Seit 1979 gibt es den Laden bereits in Bad Tölz. „Mein Vater hat damit angefangen, zunächst war das Geschäft in der Lenggrieser Straße, wo heute das ,Vitalia‘ ist“, erzählt Roland Grasberger. Dann zog der Laden an die Kolpingstraße. „Das Campinggeschäft war das einzige in 50 Kilometern Umkreis.“ Nach dem Tod des Vaters stieg Roland Grasberger gemeinsam mit seiner Mutter ins Geschäft ein, es folgte der Umzug an die heutige Stelle an der Königsdorfer Straße.

Bei „Camping Grasberger“ gab es nicht nur alles zu kaufen, was das Camping-Herz begehrte. Es gab auch eine Werkstatt für Service-Maßnahmen wie beispielsweise die Gasprüfung an Wohnmobilen. „Das hat immer mit zum Laden gehört“, so Grasberger. Die Leute hätten den Service zu schätzen gewusst.

Trotzdem: „Wir hören auf trotz Camping-Boom , weil es schwierig ist, heutzutage gegen das Internet zu bestehen als kleiner Laden ohne Fahrzeugverkauf und Fahrzeugwerkstatt.“ Die Mutter sei inzwischen im Rentenalter und habe sich den Ruhestand verdient. „Sie ist jeden Tag im Laden gestanden.“ Ein weiterer Grund, das Geschäft aufzugeben sei es, dass Camping sich gewandelt habe. Es gebe nun jede Menge „Technikschnickschnack“. Er alleine könne das Geschäft nicht weiterführen, im kleineren Rahmen lohne sich das nicht.

Für den 40-Jährigen steht nun eine Neuorientierung an. „Ich werde schon der Campingbranche treu bleiben.“ Allerdings könne er sich eher eine Weiterbeschäftigung als Angestellter vorstellen. Denn bislang habe er im Sommer 14, 15 Stunden pro Tag gearbeitet. „Das Ganze ist ein Saisonbetrieb. Man muss im Sommer genug verdienen, um über den Winter zu kommen.“ Als Familienvater sei das für ihn auf Dauer keine Alternative mehr gewesen.  

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