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Shopping- und Glühwein-Trubel am Totensonntag: Das ist heuer wieder in Bad Tölz zu erwarten.

Geschäfte öffnen am Totensonntag 

Christkindlmarkt öffnet früher: Shopping statt Totengedenken

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Weihnachtsmusik und Einkaufen am stillen Feiertag: Begeisterung über den Termin für den verkaufsoffenen Sonntag in Bad Tölz am Totensonntag, 26. November, macht sich nicht breit. Mit Protesten – wie von Penzberg – ist aber nicht zu rechnen.

Bad Tölz – Jedes Jahr, wenn langsam die stade Zeit beginnt, wird auch ein verkaufsoffener Sonntag abgehalten. Im Dezember ist ein solcher außergewöhnlicher Shopping-Tag rechtlich nicht zulässig. In diesem Jahr findet er in Bad Tölz daher nicht wie sonst am ersten Adventssonntag – der ist am 3. Dezember – statt, sondern bereits eine Woche vorher, am 26. November. Schon zwei Tage früher beginnt der Christkindlmarkt und legt damit einen Frühstart vor der kirchlichen Adventszeit hin. Außerdem ist der 26. November der Totensonntag – ein stiller Feiertag in der evangelischen Kirche. In Penzberg führte diese Konstellation zu Protesten. Deshalb verlegte man an dort den Christkindlmarkt und den verkaufsoffenen Sonntag um eine Woche.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Termin zusammenfällt, sagt Susanne Frey-Allgaier, stellvertretende Kurdirektorin in Bad Tölz. In der Regel alle sechs Jahre ist der Totensonntag der letzte Sonntag im November. „Klar haben wir kein gutes Gefühl dabei“, sagt sie. „Aber es ist verständlich, dass die Händler gerne einen Termin für einen verkaufsoffenen Sonntag nutzen wollen.“ Und dafür komme in der Vorweihnachtszeit nur der 26. November in Frage. „Wir sind in einer Zwickmühle“, sagt Frey-Allgaier. Immer wieder gebe es Gespräche mit der Kirche. „Ich kann verstehen, dass es die Leute, die der Kirche eng verbunden sind, nicht freut. Andererseits muss man die Händler verstehen, da dies einer der verkaufsstärksten Tage im Jahr ist.“

Grundsätzlich sei er über verkaufsoffene Sonntage gar nicht begeistert, sagt der evangelische Dekan Martin Steinbach. „Ich denke, sie sind unnötig, müssten nicht sein.“ Der Kirche sei es lieber, wenn der Sonntag von Arbeit freigehalten werde. „Aber es ist halt so. Ich werde mich jetzt nicht mit einem Schild um den Hals in die Marktstraße stellen und die Leute bitten, nicht einzukaufen.“

Er verstehe auch die Schwierigkeit zu unterscheiden, warum Tankstellen und Gaststätten sonntags offen haben dürfen, Geschäfte aber nicht. „Ich begrüße es nicht, aber es ist auch keine Opposition zu erwarten.“ Viel schlimmer findet Steinbach die derzeitige Diskussion, dass an Heiligabend einige Geschäfte öffnen wollen, obwohl er auf einen Sonntag fällt – es dürfen ausschließlich Lebensmittel verkauft werden. Der Dekan: „Der Ärger hierüber ist größer. Wir leben doch schließlich in einer Gesellschaft, in der es möglich sein müsste, sich für zwei Tage zu bevorraten.“ Mehrere große Supermärkte haben sich allerdings bereits gegen eine Öffnung an Heiligabend entschieden.

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