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Unter neuer Flagge: Der Tölzer Christkindlmarkt soll ab sofort von der Tourist-Info organisiert werden. 

Stadt plant

Christkindlmarkt ohne Aktive Tölzer

Bad Tölz – Die Stadt hat die Faxen dicke und zieht nach den andauernden Querelen um die Aktiven Tölzer die Konsequenz: Für die Durchführung des Christkindlmarkts 2016 wurde die Tourist-Info mit einem Konzept beauftragt. Der Markt findet aber auf jeden Fall statt.

Im nichtöffentlichen Teil der jüngsten Sitzung wurde das leidige Thema Aktive Tölzer diskutiert und eine einstimmige Entscheidung getroffen, wie Bürgermeister Josef Janker gestern auf Anfrage sagte. Die Tourist-Info soll bis März ein Konzept für den Christkindlmarkt 2016 sowie für die Zukunft aller Tölzer Märkte erarbeiten. Darüber wird dann nochmals abgestimmt.

Janker ließ auf Nachfrage aber mehr als deutlich erkennen, dass er dies als endgültiges Aus für die „Aktiven Tölzer“ als Marktbetreiber ansieht. Das Stadtoberhaupt machte dafür eine Vielzahl von Gründen geltend. Anhaltender Streit im Vorstand, ein zweifelhaftes Geschäftsgebaren, fehlende testierte Jahresabschlüsse und Wirtschaftspläne sowie mangelnde Transparenz. Es stünden zudem gravierende Vorwürfe gegen den alten Vorstand im Raum. Er streite gar nicht ab, dass das Konzept des 22 Jahre alten Christkindlmarkts ganz gut sei. „Das Problem sind die handelnden Personen.“

Man habe sich intern intensiv mit der Thematik befasst und sei der Überzeugung, dass die Veranstaltungsabteilung der TI das hinbekommt. „Wir schaffen das“, bemühte Janker ein hinlänglich bekanntes Zitat und ergänzte grinsend: „Und wir wissen auch wie.“

Claudia Fritz, die Vorsitzende der Aktiven Tölzer, wollte dies gestern gleichwohl nicht als endgültige Entscheidung akzeptieren. Man habe mit zahlreichen Stadträten gesprochen und ein durchaus positives Echo für ein vorliegendes neues Konzept geerntet. Es sieht vor, die Aktiven Tölzer in einen Verein, zuständig für Innenstadtbelange und Marketing, sowie in einen Wirtschaftsbetrieb aufzusplitten. Letzterer solle sich dann um den Markt kümmern. Auf die Nachfrage, dass die Rathausspitze personelle, nicht konzeptionelle Gründe für die Neuvergabe verantwortlich macht, erklärte Fritz: „Ich hänge nicht an meinem Posten.“ Für Fritz ist die Entscheidung noch längst nicht gefallen.

Nochmals nachgefragt beim Kämmerer, ob ein Missverständnis vorliegt und die Türe für die Aktiven Tölzer noch ein bisschen offen oder schon gänzlich geschlossen ist, antwortete Hermann Forster trocken: „Die ist zu.“ So schätze er nach dem ganzen Hin und Her die Meinung der Stadträte ein. Forster zeigte sich eher erstaunt über die Zweifel des Vorstandes: „Die haben immer noch nicht verstanden, was die Glocke geschlagen hat.“

Dass es der Stadt ernst ist, zeigte auch die Antwort auf die Frage, was denn mit den Hütten passiert, die dem Verein gehören. Die sollen erworben werden, sagte Janker. Und was, wenn sie die Aktiven Tölzer nicht abgeben. „Dann kaufen wir neue“, antwortete Forster wie aus der Pistole geschossen.

Susanne Frey-Allgaier, Veranstaltungschefin in der TI, will den Auftrag des Stadtrats bis März umsetzen. Große Änderungen für 2016 seien nicht zu erwarten, da der Markt mit großem Vorlauf organisiert werde. Im Übrigen sei man auch für eine Zusammenarbeit offen. Janker hatte berichtet, dass mehrere private Tölzer Veranstalter schon Hilfestellung zugesagt hätten. Selbst betreiben wollen sie den Markt aber nicht.

Hat Susanne Frey-Allgaier schon Ideen? Hat sie. Der Christkindlmarkt soll kinderfreundlicher werden. Und die Kooperation zwischen örtlichem Handel und Markt soll besser werden. Forster ergänzt: Die Vereine müssen mehr einbezogen werden.

Christoph Schnitzer

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