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„Wollen das Sicherheitsgefühl stärken“ : Die Polizeibeamten Robert Wimmer und Julia Greinwald (im Auto) postierten sich gestern in der Tölzer Marktstraße und kamen mit vielen Passanten ins Gespräch.

Nach Anschlag in Berlin

Christkindlmarkt: Polizei zeigt Präsenz

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Bad Tölz - Nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt werden auch in Bad Tölz die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt.

Sie fallen auf am Dienstagnachmittag auf dem Tölzer Christkindlmarkt. Zwei Polizeibeamte in leuchtend gelben Westen patrouillieren die Marktstraße auf und ab. „Wir zeigen regelmäßig Präsenz“, erklärt Robert Wimmer vom Einsatzzug der Polizei, der gemeinsam mit seiner Kollegin Julia Greinwald an diesem Tag in Tölz unterwegs ist. Das sei auch schon vor dem Anschlag in Berlin passiert. „Aber jetzt tun wir es vermehrt.“ Man merke eine gewisse Verunsicherung bei den Besuchern. „Die meisten Leute beruhigt es, wenn sie uns sehen.

Am Tag nach dem Berliner Attentat führten die stellvertretende Kurdirektorin Susanne Frey-Allgaier, Bürgermeister Josef Janker und der Tölzer Polizeichef Bernhard Gigl diverse Gespräche über die Folgen für den Tölzer Christkindmarkt. „Wahrscheinlich wird eine Doppelstreife eingeführt“, so Frey-Allgaier. Das beauftragte Sicherheitsunternehmen könne sein Personal jederzeit aufstocken. Händler und Besucher hätten das Thema ihr gegenüber jedoch kaum angesprochen, erklärt die stellvertretende Kurdirektorin. „Ob jetzt weniger Leute kommen, kann man noch nicht sagen.“

Unter den Christkindlmarkt-Besuchern herrscht eher gelassene Stimmung. Ein Quartett, das gerade Glühwein schlürft, ist sich einig: „Es bringt nichts, daheim zu bleiben.“ Sie hätten auch kein mulmiges Gefühl. In Tölz sei es ja doch beschaulicher als in mancher Großstadt. Klar habe man den Anschlag im Hinterkopf, sagt Lisa Sedlmaier, die an ihrem Stand Schokofrüchte anbietet. „Ich war in München auf dem Tollwood, als die Nachricht aus Berlin kam. Da wird es einem schon etwas komisch.“ Aber sie werde wieder auf Großveranstaltungen fahren. „Wenn was passieren sollte, ist das eben Schicksal.“ In Tölz fühle sie sich sicher, da die Stadt eher klein sei. In gewisser Weise sei er schon beunruhigt, sagt Andreas Rost, der gemeinsam mit seinem Sohn Dominik an einem der Stände steht. „Aber in der Marktstraße hätte es ein Lastwagen ziemlich schwer.“ Es könne überall etwas passieren, meint sein Sohn. „Aber man sollte nichts an seinen Gewohnheiten ändern, das bringt doch nichts.“

Die Polizei erhöht derweil nicht nur die Präsenz, sondern kündigt auch – in Tölz genauso wie auf anderen Christkindlmärkten – stichprobenartigen Taschenkontrollen an. Andreas Guske, Sprecher des Präsidiusm Oberbayern Süd, betont: Es bestehe keine konkrete Gefährdung von Märkten oder anderen Veranstaltungen im südostbayerischen Raum, es handele sich lediglich um Präventivmaßnahmen. Er bittet aber Besucher der Märkte darum, den Notruf 110 zu wählen, wenn ihnen etwas Verdächtiges auffallen sollte.

Guske möchte eines klarstellen: „Beamte mit einer Maschinenpistole sollen bitte nicht als Bedrohung wahrgenommen werden.“ Vielmehr dienen sie der Sicherheit. „Nach Dienstschluss trifft man sie vielleicht in ziviler Kleidung an einem der Brotzeitstände.“

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