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Nicht nur Esel, sondern auch Kamele und Pferde stehen in der Manege. Das Tölzer Landratsamt überprüft bei jedem Zirkus, ob die Tiere auch gut gehalten werden. 

„Circus Carelli“ gastiert in Tölz

Lob für die Tierhaltung

Bad Tölz - Heute feiert der „Circus Carelli“ Premiere im Moraltpark. Neben den Akrobaten stehen auch Kamele, Esel und Hunde in der Manege, was von Tierschützern oft kritisiert wird. Zurecht?

Das große Zirkuszelt auf dem Festplatz ist nicht zu übersehen. Der „Circus Carelli“ wird bis einschließlich Montag in der Kurstadt bleiben. In der Manege gibt es ein buntes Programm, bestehend aus Akrobatik auf Pferden, Clowns und Handstandakrobatik. Die Artisten haben auch einige Tier-Auftritte im Programm, etwa mit Kamelen, Hunden und Eseln. Die Besucher können außerhalb der Vorführungen die Tiere auch streicheln und teilweise auf ihnen reiten.

Mitreisende Vierbeiner sind einigen Tierschützern ein Dorn im Auge. Im Tölzer Landratsamt kennt man die Vorwürfe, etwa von Mitgliedern der Tierschutzorganisation Peta. „Diese Organisationen sind der Meinung, dass die Tiere unter der disziplinierten Dressur leiden“, sagt Dr. Georg Unterholzner, Amtstierarzt am Tölzer Landratsamt. Die Behörde prüft routinemäßig jeden Zirkus, der mit Tieren in die Region kommt. Unterholzner hat deshalb schon mehrere Kontrollgänge beim „Circus Carelli“ gemacht – und ist voll des Lobes. „Man merkt den Betreibern an, dass sie sich wirklich um ihre Tiere kümmern.“ Die Versorgung sei sehr gut und entspreche den Vorschriften.

Darauf legt der Zirkus nach eigenen Angabe großen Wert: Für die Tierhaltung habe es von den zuständigen Veterinärämtern noch nie eine Beanstandung gegeben, heißt es in einer Pressemitteilung.

In Deutschland müssen alle Zirkusse die Mindestplatzforderung einhalten. Darin ist zum Beispiel festgelegt, wie viel Platz ein Tier beim Transport und dann vor Ort braucht. Wie viele Quadratmeter es genau sind, hängt von der Größe des Tieres ab. „Ein Fuchs braucht nicht so viel wie ein Elefant“, sagt der Amtsarzt schmunzelnd.

Das Veterinäramt kontrolliert regelmäßig den Zustand und die Unterkunft der Tiere, um sicherzustellen, dass diese artgerecht behandelt werden. In einem Kontrollbuch werden Feststellungen über den derzeitigen Stand des Zirkusses und der Tiere festgehalten. Bei Verstößen schreiten die Behörden ein. „Sind beispielsweise bei einem Pferd die Hufe zu lang, werden sie geschnitten“, erklärt Unterholzner. In einer Datenbank werden zudem alle Bestandsveränderungen wie Geburt des Tieres, Zugang, Abgang und Tod festgehalten.

Auf Wildtiere, etwa Elefanten, wird ein besonderes Augenmerk gelegt. „Elefanten sind Gruppentiere, sie leben nie alleine. Ein Elefant, der allein lebt, kann schnell aggressiv werden“, erklärt Unterholzner. „Elefanten dürfen deshalb gesetzlich nicht allein gehalten werden.“

Im „Circus Carelli“ gibt es keine Wildtiere. Die Besucher können stattdessen Kamele kennenlernen, die in einer orientalischen Programm-Nummer durch die Manege traben. Außerdem wirbt der Zirkus mit edlen Hengsten.

Tanja Schultz

Weitere Infos

Die Vorführungen sind am Freitag und Samstag um 15 und 20 Uhr, am Sonntag um 11 und 15 Uhr (freier Eintritt für Mütter). Am Montag (Familientag; 10 Euro auf allen Plätzen) wird nur um 15 Uhr gespielt. Eintritt: zwischen 15 und 30 Euro. Tickets gibt es eine Stunde vor Beginn.

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