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Freuten sich über die große Resonanz des erstmals von denen Grünen veranstalteten Lichtmessempfangs in Bad Tölz: Die beiden Kreisverbandsprecher Barbara Schwendner (li.) und Alexander Müllejans (Mi.) mit Hauptrednerin Claudia Roth. 

Lichtmessempfang 

Claudia Roth zu Gast beim Grünen-Kreisverband

Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth begeisterte beim Lichtmessempfang auch Nicht-Parteimitglieder. 

Bad Tölz – Zum ersten Mal hatte der Kreisverband der Grünen zum Lichtmessempfang eingeladen, und die Veranstaltung am Freitag im Tölzer „Kolberbräu“ wurde begeistert aufgenommen. Gekommen waren rund 100 geladene Gäste, vom Dritten Landrat und Grünen-Mitglied Klaus Koch bis zum Tölzer CSU-Ortsvorsitzenden Ingo Mehner. Ehrengast war Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth. Die zahlreichen Besucher wurden von ihrer engagiert vorgetragenen Rede in den Bann gezogen. Auch Nicht-Parteimitglieder zeigten sich von den Aussagen und den rhetorischen Fähigkeiten der bekannten Grünen-Bundespolitikerin aus Augsburg sehr angetan.

Eingangs erläuterte jedoch erstmal Stadtrat Peter Priller, warum die Grünen heuer statt zu einem Neujahrsempfang zu einem Lichtmessempfang einluden. In der Ostkirche sei Lichtmess das Fest der Begegnung, sagte der Theologe. Es bringe die verschiedenen Generationen, Frauen und Männer, Parteimitglieder und engagierte Bürger zusammen, sagten dann auch Barbara Schwendner und Alexander Müllejans, die beiden Sprecher des Kreisverbands, in ihrer Begrüßung.

Claudia Roth hatte viel zu berichten – und fand einen humorvollen Einstieg. Sie komme zu dieser Feier des Lichts „direkt aus Berlin, aus der Dunkelheit des Bundestags“. Ehe die gebürtige Schwäbin auf die jüngsten politischen Entwicklungen zu sprechen kam, warf sie einen Blick auf die anstehenden Landtagswahlen in Bayern und meinte in Bezug auf die Regierung in Baden-Württemberg: „Mit grünen Ideen kann man auch schwarze Zahlen schreiben, das weiß in Schwaben jeder.“ Über den Begriff Heimat, den sie auch als sicheren Aufenthaltsort für Geflüchtete, für Sinti, Roma, Juden und Muslime verstanden haben wollte, kam Roth auf die in ihren Augen „leider gescheiterten“ Jamaika-Verhandlungen in Berlin zu sprechen. „Die Gespräche sind nicht wegen der CSU und nicht wegen den kompromissfähigen Grünen geplatzt, sondern wegen dem FDP-Vorsitzenden Christian Lindner.“ Eine Koalition aus diesen drei Parteien wäre ihrer Meinung nach besser gewesen, „auch wenn es mit uns keine Flüchtlings-Obergrenze gegeben hätte.“

Immer wieder gab es Beifall, als Roth in ihrer umfassenden Rede auf die aktuellen politischen Fragen einging, sei es nun der Brexit, der Klimawandel und seine Auswirkungen, die Diktatur in der Türkei oder die Ungleichheit in Deutschland. „Wir brauchen Solidarität“, forderte Roth. Die Gesellschaft sei derzeit tief gespalten, nicht zuletzt wegen der Schere bei den Einkommen, den immer teurer werdenden Wohnungen und der Kinderarmut, die gerade an diesem Tag wieder Thema in den Nachrichten gewesen war.

Bei der bayerischen Landtagswahl am 14. Oktober gelte es, „das höchste Gut, die Meinungsfreiheit“ zu verteidigen, sagte Claudia Roth. Ohne die AfD beim Namen zu nennen, rief sie die Gäste im Tölzer „Kolberbräu“ dazu auf, von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen, um den Angriff auf den Kern der Demokratie abzuwehren. „Bei den Wahlen geht es zur Sache“, sagte die Grünen-Politikerin. Was passiere, wenn man sich dem Votum verschließe, zeigte sich deutlich am Brexit, den vor allem die jungen Briten eigentlich nicht gewollt hätten. (Karl Bock)

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