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Ein junger Pianist aus Russland beim letzten Live-Clavis im Saal der Franzmühle in Bad Tölz. 

Kultur

„Clavis Bavaria“: Klavier-Festival mit internationaler Strahlkraft

  • Silke Scheder
    vonSilke Scheder
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Zum vierten Mal fand nun in Bad Tölz und Reichersbeuern ein Wettbewerb für Nachwuchs-Pianisten statt. Bei „Clavis Bavaria“ nahmen rund 100 Teilnehmer aus aller Welt teil.

Bad Tölz/Reichersbeuern– Rund 100 Teilnehmer aus 21 Ländern, ein Konzert mit einem Star-Pianisten auf Schloss Reichersbeuern und eine Begrüßungsrede von dem Sohn des berühmten Komponisten Dmitri Schostakovitsch – keine Frage: Das Festival „Clavis Bavaria“ hat sich in den vergangenen drei Jahren in der Musikwelt zu einer festen Größe entwickelt. Nun fand es zum vierten Mal in Reichersbeuern und Bad Tölz statt.

Natalia Panina-Rummel

Wegen der Corona-Pandemie lief heuer aber einiges anders als in den Vorjahren. Die Teilnehmer spielten beispielsweise nicht live vor der internationalen Jury, sondern haben ihre Beiträge per E-Mail geschickt. „Wir haben 20 Stunden Videomaterial“, sagt Mit-Organisatorin Natalia Panina-Rummel, die am Max-Rill-Gymnasium in Reichersbeuern Musik unterrichtet. Im Mittelpunkt stand heuer das Klavier. „Die Wettbewerbe für Orgel und Cembalo fallen aus“, sagt Panina-Rummel, selbst ausgebildete Pianistin.

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Die Teilnehmer sind zwischen vier und 29 Jahren alt und kommen unter anderem aus China, Japan, den USA und Malaysia, aber auch aus München und der Region. Ein Nachwuchs-Pianist zum Beispiel ist in Waakirchen zuhause. „In diesem Jahr hat die Teilnehmerzahl alle Erwartungen übertroffen“, freut sich Panina-Rummel. Aus ihrer Sicht ebenfalls unfassbar: „Selbst Maksim Schostakovitsch – der Sohn vom Dmitri Schostakovitsch – sendet uns eine Begrüßungsrede und Glückwünsche aus Moskau!“

Zu gewinnen gibt es bei dem Wettbewerb nicht etwa Geld. Daran hätten die Nachwuchsmusiker kein Interesse, sagt Panina-Rummel. „Sie wollen weiterkommen.“ Als Preise winkten deshalb Meisterkurse bei gefragten Pianisten aus der ganzen Welt. Außerdem dürfen die Gewinner zum Teil kostenlos an anderen Wettbewerben teilnehmen.

Ziel des Festivals: Nachwuchs-Pianisten fördern

„Unser Ziel ist es, Jugendliche zu unterstützen und zu fördern“, sagt Natalia Panina-Rummel. Das Wort „Clavis“ kommt ihr zufolge aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie Note, Taste oder Notenschlüssel. Fand das Festival bislang hauptsächlich in Reichersbeuern und Bad Tölz statt, soll nächstes Jahr Füssen dazu kommen. „Vor allem die Teilnehmer aus China und Japan wollen ohnehin nach Neuschwanstein“, sagt Panina-Rummel und lacht. Die beiden Musiker Miriam Dunja und John Arthur Westerdoll versuchen Panina-Rummel zufolge, die Brücke zwischen den Schlössern in Reichersbeuern und Füssen zu schlagen.

Bei dem Abschlusskonzert auf Schloss Reichersbeuern traten zwei Pianisten auf, deren Karrieren bei „Clavis“ begannen. „Es war einer der ersten Wettbewerbe, den er gewonnen hat“, sagt Panina-Rummel mit Blick auf Evgeny Konnov. Seitdem habe der 28-Jährige eine „unglaubliche Karriere“ gemacht. Panina-Rummel spricht von einem „Star-Pianisten“. Auch Moritz Bergmann aus Holzkirchen gewann 2017 bei „Clavis“ den 1. Preis. Die beiden spielten Werke von Bach, Beethoven und Rachmaninoff.

Wegen der Pandemie durften allerdings nur zehn Besucher live dabei sein. Interessierte konnten sich die Vorstellung aber per Live-Stream im Internet ansehen. Auf der Seite www.pianofestival-Clavis.com sind außerdem alle Teilnehmervideos zu sehen. 

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